Und es lohnt sich doch………

Die letzten Tage waren nicht gut. Der LUPUS hat mich wieder einmal erwischt. Ich fühle mich krank, bin müde und erschöpft, alles fällt schwer. Meine Glieder schmerzen als würde sich eine Grippe anbahnen. Die Krankheit macht sich in vielen Bereichen meines Körpers bemerkbar. Sie hebelt mich aus, macht mir den Alltag schwer und mühsam.

 

Sicher, die Medikamente zeigen Wirkung. Es ist nicht mehr ganz so schlimm, wie in den vergangenen Jahren. Ich sehe mein Leben nicht mehr im eigentlichen Sinne bedroht, habe keine Angst mehr es an den „Wolf“ abtreten zu müssen und trotzdem: “Ich habe das Gefühl, als entgleite es mir zunehmend.“

 

Die vergangen Jahre, die nicht enden wollende Zeit ohne Diagnose und ohne Behandlung, scheinen jetzt erst, nachdem ich nicht mehr täglich das Gefühl habe, förmlich um mein Leben laufen zu müssen, ihren Tribut zu fordern. Ich fühle mich müde und erschöpft, spüre kaum noch eine Kraft in mir, die ich den Beschwerden entgegen setzen könnte.

 

Hinzu kommt noch die Dunkelheit, dieses alles überdeckende „Grau in Grau“ des Novembers das sich auf meine Gedanken niederschlägt. Wozu das Alles? Wozu dieser sinnlose Kampf gegen die Erkrankung? Wozu sich anstrengen in der ständigen Auseinandersetzung mit den behandelnden Ärzten? Wozu die Anstrengung, die es benötigt die Erkrankung in allen Bereichen zu „ managen“, die es braucht um den Alltag bewältigen zu können? In den vergangenen Tagen viel es mir schwer, eine Antwort auf diese Fragen finden zu können.

 

Und dann jedoch der heutige Morgen. Mein Mann hat frei und wir beschließen einen ausgiebigen Spaziergang mit den Hunden zu unternehmen. Noch fällt es mir schwer mich aufzuraffen. Der Körper schmerzt noch immer und schon allein die Tatsache mich bücken u müssen, um die Hunde an die Leine zu nehmen, löst Unmut in mir aus. Aber trotz alledem, Augen zu und durch. Wie so oft in meinem Leben, raffe ich mich auf, packe die Hunde ins Auto und los geht es Richtung Bodensee.

 

Bereits als ich aus dem Auto aussteige und ich mit den ersten Atemzügen in der freien Natur die kühle Luft in mir aufnehme, spüre ich wie sich etwas in mir löst.

 

Um mich herum hat sich das Novembergrau weitgehend aufgelöst und es erschließt sich mir ein unglaublicher Blick auf den vor mir liegenden See. Die Landschaft ist eingetaucht in ein fast unwirklich schönes Licht, es herrscht eine kaum zu beschreibende Stimmung, die sich nahezu augenblicklich in meinem Inneren breit zu machen scheint.

 

In diesem Moment wird mir wieder bewusst, wofür es sich zu leben lohnt. Es sind diese kleinen Momente im Leben, die einen für all die auftretenden Schwierigkeiten zu entschädigen scheinen. Diese kleinen Momente des ganz großen Glücks, in denen sich alles um einen herum gut und richtig anfühlt. Hierfür lohnt es sich zu kämpfen, hierfür lohnt es sich der Erkrankung täglich und immer wieder neu die Stirn zu bieten.

 

In diesem Sinne, Euch allen da draußen, die ihr ebenfalls zu kämpfen habt. Ich wünsche Euch von Herzen ebenfalls viele kleine Momente des ganz großen Glücks.

 

 

Habt einen wunderbaren Herbsttag

Eure Daniela

7 Comments on “Und es lohnt sich doch………

  1. Liebe Daniela,
    habe eben erst hier auf deinen Blog gefunden und finde deine Beiträge großartig!
    Besonders dieser macht wirklich Mut, lässt mich wieder daran glauben, dass es immer wieder bessere Momente geben wird.
    Denn es ist wirklich schwer, so wie du es treffend beschreibst, positiv zu bleiben und den täglichen Kampf immer wieder aufzunehmen. Manchmal weiß auch ich nicht, woher ich die Kraft nehmen soll……….
    Ich wünsche dir ganz viele dieser guten Momente und schicke dir einen lieben Gruß aus dem grauen, nasskalten Norden Deutschlands,
    Gitta

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Gitta,

      ich freu mich sehr, dass Du den Weg zu meinem Blog gefunden hast und noch mehr freue ich mich, dass Dir meine Beiträge gefallen. Es gibt mir das Gefühl, dass es meine „Geschichten“ wert sind sie zu erzählen und es bedeutet mir viel, wenn es mir gelingt damit anderen Mut und Zuversicht zu geben. Denn, ja, es ist oft so schwer die Zuversicht nicht zu verlieren, die Schönheit des Lebens, neben all den Schwierigkeiten, welche die Erkrankung mit sich bringt, nicht aus den Augen zu verlieren. Aber gemeinsam geht es besser, weshalb ich es so wichtig finde, dass wir uns gegenseitig teilhaben lassen an dem was wir erleben.
      Ich wünsche auch Dir von Herzen ganz viele Glücksmomente, in denen sich Dir das Leben von seiner schönen Seite präsentiert.
      Auf dass wir niemals die Zuversicht ganz verlieren!!!!
      Ganz liebe Grüße vom Bodensee schickt Dir
      Daniela
      P.S .Auch bei uns ist es heute mal wieder grau und nass. November halt!!!

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