Es gibt Tage…..

da fällt es schwer, die  Schönheit des Lebens noch erkennen zu können. Da verschwindet die Zartheit meiner Seele hinter dicken Mauern der Abwehr. Da möchte ich keinen Schmerz mehr ertragen, will keine Angst mehr spüren, da verpacke ich alle diese Gefühle hinter Ärger über die Situation, hinter Groll und oftmals auch hinter einer erheblichen Schicht von Zynismus.

Kein guter Deal, denn mit diesen Gefühlen verschwindet auch der Rest. Alles wird grau, es fällt schwer die „Glitzersteine“ die trotz alledem noch am Wegesrand liegen, zu erkennen.

Heute war ein solcher Tag. Ein Tag an dem ich vergeblich nach meiner ansonsten so farbigen und bunten Gefühlswelt gesucht habe, an dem sich alles stumpf und dumpf angefühlt hat.

Die „Warteschleife“ in der ich mich wieder einmal befinde fordert ihren Tribut. Nachdem der „Adrenalinschub“ der vergangenen Woche abgeklungen ist dämmert mir das Bewusstsein, dass ich mich wieder einmal im „freien Fall“ befinde.

Nichts ist geklärt, weder wie es radiologisch weiter geht noch ob (oder wenn dann wann?) eine Behandlung in Aussicht ist. Das Cortison beginnt mich bereits wieder aufzuschwemmen, die Beschwerden nehmen zu. Und unter alledem lauert die Angst, die Angst vor der Erkrankung, vor der Ungewissheit.

Angst , weil ich weiß, dass da niemand weit und  breit ist, der die Situation angemessen einschätzen kann. Angst weil ich weiß, dass sich auch niemand  die Zeit nehmen wird, sich ernsthaft mit den vorliegenden Befunden auseinander setzen wird. Angst, weil ich weiß, dass es der berühmten „Stecknadel im Heuhaufen“ gleich kommt, einen Arzt zu finden, der die vorliegenden Befunde „zufällig“ richtig einzusortieren weiß….

Ja, je länger ich mich mit der ganzen Geschichte beschäftige , desto deutlicher wird mir dies. Desto mehr macht sich Hoffnungslosigkeit breit, desto mehr laufe ich Gefahr meine Seele zu verlieren, keinen Trost mehr zu finden…für mich nicht und (das ist allerschlimmste) auch nicht mehr für andere.

Sinnlos fühlt sich dann alles an, wenn ich mich durch das Netz grabe und all die schlimmen Geschichten lese. Wenn ich sehe wie viele Menschen sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich selbst. Wenn ich höre wie viel Leid es gibt, dem ich nichts, aber auch gar nichts entgegen zu setzen habe. Nichts entgegen halten kann, weil ich noch nicht einmal in der Lage bin mich selbst „am eigenen Schopf“ aus dieser misslichen Lage zu befreien….

An solchen Tagen fehlt mir die Energie für alles und ich habe Sehnsucht nach dem empfindsamen Teil meiner Seele. Nein, ich wünsche mir keinen Schmerz, ich möchte keine Angst erleben. Aber alles ist besser als diese Sinnlosigkeit, diese Leere…

Nur gut, dass ich weiß dass diese nicht lange anhält. Irgendwann werden sie fließen, die  berechtigten Tränen angesichts der schrecklichen Situation. Und mit diesen Tränen wird der Blick auch wieder frei werden. Groll und Zynismus werden weichen, werden einfach fortgespült, weggeschwemmt …..der Weg wird frei werden, für die Rückkehr meiner Seele und damit für die Liebe…. die Liebe zu mir selbst und damit auch zu anderen…

Nein, heute habe ich sie nicht wirklich gesehen, die „Glitzersteine“ am Wegesrand, hatte keinen Trost, weder für mich noch für andere. Aber morgen wieder….  ganz bestimmt!!!!

IMG_0671

 

 

 

11 Comments on “Es gibt Tage…..

  1. Liebe Daniela, wenn ich dir doch nur irgendwie helfen könnte?!
    Wie sehr habe ich dir immer wieder gewünscht, dass ein Licht am Horizont ( in Form eines engagierten Arztes und der richtigen Behandlung) endlich auftaucht!!!
    Mich macht deine Situation wirklich sprachlos……..
    Ich nehme dich ganz herzlich in die Arme und wünsche dir, dass sich allmählich auch wieder ein paar Glitzersteinchen zeigen….
    Gib´die Hoffnung bitte nie auf!!! Auch bei mir war es ein langer und steiniger Weg- doch plötzlich war da der EINE Arzt, der alles richtig einordnen konnte und sofort wusste, was zu tun ist!
    Meine Gedanken sind ganz fest bei dir!
    Milka

    Gefällt 1 Person

      • Wie wunderbar, liebe Daniela!!!!!!!!!!
        Ich freue mich für dich und hoffe, dass dir der nächste Zyklus Rituximab genauso gut hilft wie im letzten Jahr!

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: