Sinn

„Sieht der Mensch der Wahrheit furchtlos in`s Auge, dann erfasst er, dass sein Leben nur den Sinn hat, den er ihm selbst gibt, indem er seine Kräfte entfaltet; indem er produktiv lebt.

Erich Fromm-

An manchen Tagen fühle ich mich mutlos. Da hat mich die letzte Welle geradezu „ weichgespült“ zurück gelassen. Offen, ungeschützt sickert alles zu mir durch und ich empfinde eine tiefe Hoffnungslosigkeit. Mutlosigkeit angesichts der Geschehnisse die derzeit mein Leben, unser aller Leben, bestimmen.

Wo nur bleibt der Sinn in allem, wenn die Welt wohin ich nur schaue, von Leiden, Sterben und Tod bestimmt ist.

Klimawandel, Hitzewellen, Artensterben, Krieg, die Krankheit meines Vaters, meine eigene Erkrankung …..All dies nimmt mir die Luft zum Atmen. Wohin ich nur schaue entsteht in mir das Gefühl, dem allem nichts entgegen setzen zu können.

Und dann stehe ich morgens auf und erinnere mich plötzlich an den Sternenhimmel des Vorabends. Daran, dass es ein Ziel in meinem Leben gibt, eine Aufgabe der ich mich stellen möchte und plötzlich weiß ich wieder, dass der Sinn des Lebens einzig und allein darin besteht, jeden Tag die bestmöglichste Antwort darauf zu finden, was das Leben gerade bietet.

Meine Antwort des gestrigen Tages auf die lähmende Hitze: Eine Stunde am Wasser, bei den Kormoranen. Dies hat genügt, um mein Herz ganz weit werden zu lassen, um mich heute früh an den Sternenhimmel des gestrigen Abends zu erinnern…Des Sinns genug? Ja, zumindest für heute!!!!!

Epilog:

Die Antworten die wir täglich geben können, können so vielfältig sein. So vielfältig wie das Leben selbst. Auch wenn es manchmal so schwer fällt dies zu erkennen. Die Natur bewusst und achtsam zu genießen, ihr nahe zu sein, ist für mich persönlich ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Denn nur was wir aus ganzem Herzen lieben, sind wir auch bereit aus ganzem Herzen zu schützen. Gestern war meine Antwort auf die Hitzewelle , die mich lähmt und mein Tun auf die frühen Morgen-und Abendstunden begrenzt, ein Ausflug ans Wasser. Heute war meine Antwort ein bewusster, Tier-und Umweltfreundlicher Einkauf im Drogeriemarkt, sowie ein halb-veganer Zwetschgen- Datschi, den ich gebacken habe und später genießen werde…keine riesen Schritte, scheinbar unbedeutend. Für mich aber Grund genug mein Leben als sinnvoll zu betrachten. Ich bin zufrieden!!!!

Fieber

„Die Erde hat Fieber – und das Fieber steigt.“ 

(Albert ‚Al‘ Gore)

……ohne weitere Worte…..

…nur eines sei gesagt. Unser Garten lebt, für gewöhnlich!!!! Aber heute, heute war es totenstill hier bei uns.

Kein Vogelgezwitscher weit und breit. Gruselig!!!!

Bitte vergesst unsere Gartenvögel nicht. Bereits vor Jahren beklagte unsere Tierärztin, dass die Vögel vor Hitze aus den Nestern fallen, Jungvögel qualvoll verdursten, geschwächt zu ihr in die Praxis gebracht werden.

Wer einen Garten oder Balkon hat kann mit einer Vogeltränke erste Hilfe leisten …… Unsere kleinen Freunde werden es uns danken!!!!!

Fliegen

“ Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht sich fallen zu lassen – oder die Arme auszubreiten und zu fliegen“

-Isabel Abedi, in Whisper-

Nun ist es also soweit, der Notartermin liegt hinter uns, das Haus ist verkauft. Wie es dann weitergehen wird ist vollkommen unklar, klar ist lediglich, dass es weiter gehen wird. Irgendwie!!!!!…..Eine alte Situation in dieser Größenordnung „sterben“ zu lassen, ohne eine konkrete Vorstellung davon zu haben wie die neue aussehen wird, ist neu für mich. Ein bisschen ist es wie die Fahrt in einer Achterbahn. Der Atem stockt in einer eigentümlichen Mischung aus Angst und freudiger Erregung ……

Epilog:

Ob sich unsere Vorstellung, den kommenden Sommer im Wohnwagen zu verbringen in die Realität umsetzen lässt, wird nach wie vor sowohl von der gesundheitlichen Verfassung meines Vaters, sowie von meiner eigenen abhängen. Die Situation meines Vaters ist mit entsprechenden Höhen und Tiefen derzeit stabil, worüber ich überaus dankbar bin. Ich selbst warte im Moment auf das Untersuchungsergebnis der Genetik und den Termin bei einem Prof. für Rheumatologie, der sich auf das Sjögren-Syndrom mit neuronaler Beteiligung spezialisiert hat. Des weiteren hat sich bedingt durch die Infektion mit Covid die Biopsie der Speicheldrüsen zur Abklärung des Lymphoms weiter verschoben. Die Wartezeiten in der Rheumathologie und der Genetik sind aufgrund der hohen Spezialisierung unfassbar lang, so dass es sicherlich Mitte Oktober werden wird, bis sämtliche noch offenen Untersuchungsergebnisse zusammen getragen werden können und hoffentlich die so lang ersehnte Weiterbehandlung erfolgen wird. Im Moment genieße ich die Ruhe vor dem nächsten Sturm und nutze Hitze-und Corana bedingte „Ausfälle“ um mein Archiv zu entrümpeln. Bilder werden hoffentlich demnächst folgen….sollte nicht die nächste Welle nicht unerwarteter Weise schneller sein als ich…😱😅😂😉 .

Negativ, Positiv…..

„Gib einem Mann Gesundheit und einen Kurs zum Ansteuern und er wird sich nie wieder fragen, ob er glücklich ist oder nicht.“

– George Bernard Shaw

Es ist schon erstaunlich, wie schnell einem wieder klar wird was man hat, wenn die Gesundheit (wieder einmal!!!) einen Einbruch erleidet. Gestern war mein Testergebnis negativ, heute in der Früh war ich wieder ganz schwach positiv.

Aber alles ist ruhig hier, die Wogen haben sich wieder einmal geglättet und in der Zwischenzeit liegt der letzte Kontakt zu meinen Eltern auch schon soweit zurück, dass ich fast davon ausgehen kann, das Virus nicht auf sie übertragen zu haben. Allerdings, und das wird mir immer deutlicher, gibt’s wohl auch kaum mehr eine Möglichkeit sich zu schützen.

Ich selbst war nicht unter Menschen, was bedeutet, dass ich mich entweder bei meinem Mann oder aber bei meiner Tochter angesteckt habe. Beide sind jedoch durchgängig negativ getestet. Immer deutlicher rückt mir damit ins Bewusstsein, dass auch negativ getestete Personen das Virus übertragen können…Die Infektionsketten sind bei aller Vorsicht nicht mehr nachzuvollziehen.

Nun bleibt einfach nur zu hoffen, dass die Pandemie (zumindest in ihrer Wucht) für uns an dieser Stelle nun ein Ende nimmt, dass wir durchgekommen sind, ohne dass sie einen Teil unserer Familie mitgenommen hat…

Ja, so paradox es für Außenstehende klingen mag, etwas Positives hat die ganze Situation tatsächlich. Für mich bekommt die Pandemie dadurch, dass ich mich nun „endlich“ infiziert habe ein anderes Gesicht, denn ab jetzt ist die Pandemie in meinem Kopf nicht mehr zwangsläufig mit meinem Todesurteil verbunden, weiß ich doch aus Erfahrung, dass ich sie überleben kann.

Zu welchen Teilen ich dies nun der Impfung, dem Umstand, dass der Erreger sich abgeschwächt hat oder aber dem neuen Medikament zu verdanken habe, kann ich abschließend nicht beurteilen. Auf jeden Fall aber lebe ich und meine Familie und ich brauchen uns künftig, zumindest an dieser Stelle, nicht mehr ganz so viele Sorgen zu machen wie bisher…

Damit geht eine weitere Runde in Sachen Verarbeitung, dessen was die vergangenen Jahre geschehen ist, an meine Familie und mich…..

Die Nebenwirkungen des Medikaments und die Quarantäne nehme ich dafür gerne in Kauf..

Epilog:

Aufgrund meiner Lymphopenie ( ich habe keinerlei B-Zellen mehr und nur noch eine ganz geringe Anzahl an T- Zellen ) hab ich Paxolvin verordnet bekommen. Ein Antivirales Medikament, das speziell gegen Corona entwickelt wurde. Vor zwei Jahren noch, hätte eine Infektion mit Corona (so die Aussage des damaligen Immunologen) wohl mein Todesurteil bedeutet. Schön ist die Infektion noch immer nicht, noch immer mit Ängsten und zusätzlichen Belastungen verbunden. Aber ich darf leben!!!!!! Mein Dank gilt an dieser Stelle all denjenigen, die unter Hochdruck daran gearbeitet haben der Pandemie den Stachel zu ziehen. Gewiss, es wurden sicherlich auch viele Fehler gemacht, aber ganz offensichtlich wurde vieles auch sehr gut gemacht…..

Covid……

Mit der Geburt wird der Mensch… in eine Situation hinein geschleudert, die nicht festgelegt, sondern ungewiss und offen ist. Nur in Bezug auf die Vergangenheit herrscht Gewissheit, und für die Zukunft ist nur der Tod gewiss.

-Erich Fromm-

Nun ist es also doch so. Ich habe Covid. Nachdem mein Hausarzt für heute sehr kurzfristig einen Termin bei meinem HNO organisieren konnte, um die Notwendigkeit einer Biopsie der Speicheldrüsen zu besprechen, habe ich mich erneut testen lassen…Positiv!!!!!

Um mich persönlich mache im mir weniger Sorgen, zumal mein Zustand zwar nicht gut ist, es mir aber auch schon bedeutend schlechter ging. Außerdem hat mir mein Hausarzt aufgrund meiner Immundefizienz ein antivirales Mittel verordnet, welches in Kombi mit der Impfung mit ziemlicher Sicherheit einen schweren Verlauf verhindern wird.

Aber ich weiß , dass der Tod in anderer Gestalt vor unserer Türe steht und wenngleich ich in den vergangenen Jahren nicht nur einmal gedacht habe, dass sein Einzug eine Gnade sein kann, wenn das Leiden allzu groß wird, so will ich ihn nicht bei uns haben.

Mein Herz weiß bei aller Trauer, dass der Tod der Freund eines leidenden Menschen sein kann. Mein Ego jedoch wehrt sich mit aller Macht gegen den Verlust, gegen die Einsicht , dass nicht ich es bin, die über den Weg den das Leben gehen wird, bestimmen kann.

Ich WILL nicht diejenige sein, die dem Tod die Türe geöffnet hat….

Im Moment habe ich nur einen Wunsch, dass mir dies erspart bleibt….

Erinnerungen

„Es gibt sie, die Orte die uns immer wieder magisch anziehen . Und Erinnerungen werden dann wieder hellwach“

-Seibold, Klaus-

Schub, Erkältung, Corona? Ich hab keine Ahnung, weiß nur dass wieder einmal meine Lunge aus dem letzten Loch pfeift, die übrigen Symptome unterscheiden sich von meiner sonstigen Situation nur insofern, dass sie ausgeprägter sind als sonst…

Wer nur will das wieder auseinander halten? Corona lies sich ja noch einigermaßen einfach ausschließen, aber dann wird’s schon schwierig.

Ja, ich bin dezent frustriert, bei gleichzeitiger Kraftlosigkeit die mich daran hindert, mich ernsthaft zu ärgern über Dinge die ich ohnehin nicht ändern kann. Die Behandlung liegt noch in weiter Ferne, der Neurologe möchte (berechtigterweise) abwarten, bis das Ergebnis der Genetik da ist, was ca. 2 Monate dauern wird. Mein Hausarzt möchte sich um eine Biopsie der Speicheldrüsen kümmern, da mir dies beim letzten Gespräch mit dem Onkologen empfohlen wurde und einen Termin beim Spezialisten für Kollagenosen gab`s erst für Mitte Oktober….Geduld ist demnach gefragt.

Nun nütze ich einfach die „Gunst“ der Stunde um mein Archiv zu entrümpeln…das entspricht in etwa der Tätigkeit, der ich in den vergangenen Tagen aus Hitzegründen und in Ermangelung von Alternativen schon nachgegangen bin..

Das hat zumindest den Vorteil, dass ich heute mal wieder ( wer hätte es gedacht ?! ) Möwen präsentieren kann….

Wusstet ihr, dass Lachmöwen angesichts eines dicken Wurms, einer Schnecke oder einer Muschel geradezu das Wasser im Schnabel zusammen läuft? Um einen solchen Fang zu machen „Trippeln“ sie was das Zeug hält am Strand entlang. Dabei sind sie ganz schön engagiert und flink noch dazu. Mit ca. 7-9 Schritten pro Sekunde trampeln sie ungefähr 50 Schritte nach vorne. Dann drehen sie um, gehen zurück und gucken was sie da ausgegraben haben. Und wenn das nicht geklappt hat, dann klauen sie auch gerne mal anderen Seevögeln, das Futter aus dem Schnabel. Tja, Frechheit siegt!!!!!!

Quelle: https://mitmachmoewen.de

Gut, wenn es gelingt in kargen Zeiten Erinnerungen wach werden zu lassen…..

Mitte….

„Sie woben ohne Unterlass an jener Gemeinschaft der Menschen, an jenem Geflecht von Beziehungen, welches bewirkt, dass einem jeden etwas entrissen wird, wenn dann einer von ihnen stirbt“

– Antoine de Saint-Exupery –

Im Moment ist die Lage relativ ruhig bei uns. Eine weitere Stufe der Akzeptanz für die Erkrankung meines Vaters ist erreicht, sowohl bei meinem Vater, als auch bei uns.

Eigentlich bin ich froh darüber, denn jedes Quäntchen an Akzeptanz für den Verlust der eigenen Autonomie, für den Verlust eines geliebten Menschen muss durch viele Stadien der Trauer gehen. Wut und Tränen gehören ebenso dazu, wie Verdrängung, Verleugnung und hilflose Sprachlosigkeit.

Ja, aus meiner eigenen Geschichte weiß ich mehr als gut, durch wie viele innere Täler man zu gehen hat, bis einem der wohlverdiente Frieden zuteil wird, den das schlichte Akzeptieren einer Situation, schlussendlich mit sich bringt. Und dennoch ist es jedes Mal auf`s Neue schwer.

Und ja, ich freu mich tatsächlich weil dies geschafft ist. Ich freu mich, weil dadurch der Alltag zumindest für den Moment leichter geworden ist, reibungsloser läuft, weniger belastend ist. Für meinen Vater, aber auch für meine Mutter, für die Pflegekräfte, für uns alle…Ich freu mich, weil die größer gewordene Akzeptanz, uns alle unserem Ziel, meinem Vater einen Abschied zuhause zu ermöglichen, ein kleines Stückchen näher gebracht hat.

Und gleichzeitig erlebe ich Momente großer Traurigkeit, weil ich ebenso weiß, dass Akzeptanz auch gleichbedeutend damit ist, dass der Erkrankung mehr Raum gegeben wurde. Raum, den sie unerbittlich und gnadenlos eingefordert hat. Ich trauere, weil ich weiß, dass sie uns neben dem Frieden den sie uns schenkt, auch gleichzeitig den Abschied näher bringt…

In den nächsten Tagen hat meine Mutter Geburtstag, stolze 82 Jahre wird sie alt.

In solchen Momenten wird mir die Brüchigkeit der Situation besonders bewusst, denn wenngleich die Pandemie in der Zwischenzeit an Schärfe verloren hat, für Risiko- Patienten stellt sie noch immer eine Bedrohung dar. Geburtstag bedeutet feiern, gemeinsam feiern und so liefert das, was eigentlich Anlass zur Freude ist, wieder einmal Nahrung für einen seelischen Konflikt, der in der Zwischenzeit für mich schon fast gar alltäglich geworden ist.

Um es vorweg zu schicken, wir alle sind geimpft, geboostert und ich hab sogar bereits die vierte Impfdosis intus. Um mich mach ich mir demnach in der Zwischenzeit auch deutlich weniger Sorgen. Mitunter darauf vertrauend, dass es mittlerweile für Patienten wie mich, die kaum mehr über ein Immunsystem verfügen, Medikamente gibt, welche mich im schlimmsten Fall vor einem Ausflug auf die Intensivstation bewahren.

Für meinen Vater sieht es da schon ganz anders aus, eine Infektion würde für ihn mit Sicherheit den Tod bedeuten und dies nicht zuletzt deshalb, weil es sein ausdrücklicher Wunsch ist und war, kein weiteres Mal ins Krankenhaus gebracht zu werden….

Ich kann es nicht ändern, an dieser Stelle taucht unweigerlich der Impuls auf, meinen Vater schützen zu wollen. Werde ich mir der Situation bewusst, fängt mein Kopf fieberhaft an zu arbeiten, wägt ab ob ausreichend Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können, um eine Infektion gesichert ausschließen zu können.

Und dies obgleich wir nicht nur einmal darüber gesprochen haben, dass dies weder möglich, noch wünschenswert ist. Nicht erstrebenswert, da vollständige Sicherheit gleichbedeutend mit vollständiger Isolation wäre und da dies uns alle mit Sicherheit, um das letzte bisschen an gemeinsamer Lebensfreude bringen und zudem, dem Wunsch meines Vaters nicht angemessen wäre.

Die Entscheidung ist schnell getroffen. Wir werden feiern. Mit entsprechender Vorsicht, aber auch im Bewusstsein, dass wir das Leben nicht aufhalten können, sollte es sich entschließen in Form des Todes bei uns Einzug zu halten

Mein Kopf weiß, dass dies die richtige Entscheidung ist, aber mein Herz weint…mein Handeln entspringt irgendwo zwischendrin, in der Mitte…..

Epilog:

An dieser Stelle möchte ich unseren 3 Damen von der Pflegeagentur von Herzen meinen Dank aussprechen. Mit ihnen sind 3 tatkräftige, starke Frauen Teil unserer Familie geworden, die anpacken wo immer es notwendig ist. Die mit uns aushalten und ertragen. Die mit uns lachen, sich ärgern und weinen und die vor allen Dingen, und das ist das Allerwichtigste, ein riesengroßes Herz aus ihrer polnischen Heimat mit zu uns gebracht haben.

Leben….

“ Im Moment, in dem wir beginnen, uns als Teil der Natur zu verstehen, im Moment , in dem wir beginnen, in allem was lebt das Leben selbst, ja unser eigenes Leben zu sehen . In diesem, einen Moment, da wird der Wunsch geboren, über uns selbst hinaus zu wachsen und das Leben, egal in welcher Form es sich uns präsentiert, zu schützen.

Gedanke des Tages-

Ob dies immer gelingt ist eine völlig andere Frage, aber zumindest sollten wir versuchen diesen Wunsch größer und größer werden zu lassen…..Nicht wahr?!

Teamwork…….

„Wenn Spinnen vereint weben, können sie einen Löwen fesseln

-Äthiopisches Sprichwort-

Herzlichen Dank für`s Verlinken meines vorherigen Beitrags:

Patient Erde

Mehr zum Thema Klimawandel findet ihr bei Harald Boettger unter

https://haraldboettger.blog/2022/07/20/the-heat-is-on/

Patient Erde

„Der Patient Erde muss dringend auf die Intensivstation – und keiner bildet eine Rettungsgasse! Im übertragenen Sinne stehen alle an der Unfallkreuzung und diskutieren. Jeder tut so, als ginge uns der Patient nichts an. Dabei ist es unsere Mutter, die da liegt. Mutter Natur leidet“

(Claus-Peter-Hutter)

Seit Tagen schon frage ich mich. “ Was ist eigentlich los mit mir?! “ Es ist Sommer, weshalb nur kann ich mich nicht wirklich darüber freuen. Wo bleibt sie nur, die Unbeschwertheit der lauen Sommerabende. Die Leichtigkeit, die ich aus den Sommern vergangener Jahre kenne? Ich hadere mit mir, weil sie sich einfach so gar nicht einstellen will. Hadere mit mir, weil ich es nicht schaffe zufrieden zu sein, mit dem was ich habe. Weil ich diese Leichtigkeit, die mein Freund ist und nach der ich mich so sehr sehne nicht tief in meinem Herzen spüren kann…egal wie ich es drehe und wende, ich bin genervt…und dies nicht zu knapp!!!!!

Alles was ich spüre ist Begrenzung, sind zusätzliche Einschränkungen. Die Hitze schränkt meinen Bewegungsradius ein. Noch mehr, als er es ohnehin schon ist…Wohin ich schaue, an jeder Ecke tun sich Grenzen auf. Zusätzliche Grenzen, die ich nicht haben möchte. Gefühlt sind sie scheinbar nicht zu überwinden. Sackgassen, ich kämpfe. Am meisten gegen mich selbst!!!!

Die Hitze beraubt mich scheinbar allem, was ich meiner schwierigen Situation entgegen setzen kann und ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Sie zwingt mich körperlich und seelisch in die Knie. Zwingt mich dazu, mir einzugestehen, dass der Sommer, den ich gerade erlebe, alles andere nur keine Leichtigkeit mehr in sich trägt. Okay, ich gebe mich geschlagen!!!!!

Schlimm? Ja, für einen kurzen Moment schon, zeigt mir diese Situation doch wieder einmal wie klein und unbedeutend ich bin, wie wenig Macht ich habe… Und dennoch, nach jedem Tief kommt bekanntlich ja ein Hoch, nicht wahr?!…….Und tatsächlich ist es so, dass just in dem Moment, indem ich mich geschlagen gebe, indem ich mir eingestehe, dass ich meine eigenen Wunschvorstellungen nicht mehr aufrecht erhalten kann, es nach Tagen des inneren Kampfes, endlich innerlich zur Wende kommt…..

Das Eingeständnis, dass der Sommer eben nicht mehr der Sommer aus vergangenen Jahre ist, dass er vielmehr eine Gestalt angenommen hat, die das Leben zu Fall bringt, mein Leben zu Fall bringt, dass er eher der verzweifelte Ausdruck der zunehmenden Last ist, die wir der Natur auferlegen, ändert meine Sichtweise schlagartig.

Ich muss mir und anderen nichts schön reden, Ich darf unter dieser Situation leiden. Ja …genau genommen muss ich es sogar. Wir alle müssen diese Last spüren, um die so dringend notwendigen Veränderungen in die Wege zu leiten. Kleine Veränderungen, jetzt und hier, im ganz Alltäglichen…..

Den Plan mit dem eigenen Auto zu meinen Eltern zu fahren, um vorher noch einen Abstecher an den See zu machen und das „Allein-Sein mit der Natur“ zu genießen, verwerfe ich. Statt dessen bilde ich eine Fahrgemeinschaft mit meinem Mann, der am Haus meiner Eltern noch eine Reparatur-Arbeit vornehmen muss.

Wir einigen uns auf einen gemeinsamen, verkürzten Aufenthalt am See und einen ebenso verkürzten Aufenthalt bei meinen Eltern, so dass wir rechtzeitig zuhause sind, um der schlimmsten Hitze zu entgehen.

Mir ging`s durch diese Entscheidung tatsächlich deutlich besser. Und dies nicht nur, weil ich es so zumindest für eine Stunde meinem Freund dem Storch gleichtun konnte, sondern auch weil ich wieder einmal spüren konnte wieviel Entscheidungsfreiheit auch noch in einer Situation liegen kann, in der es scheinbar keine Entscheidungsfreiheit mehr gibt….

Epilog:

Auf dem Weg nach Hause erreichen mich folgende Nachrichten:

„Das Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen scheint kaum mehr erreichbar zu sein“ so der Klimaforscher und Meterologe Mojib Latif. „Wir nähern uns dem Punkt, an dem man sich eingestehen muss, die Zeit ist abgelaufen“

...gedanklich füge ich hinzu: Noch haben wir die Freiheit zu entscheiden . In einem kleinen Rahmen vielleicht, dafür aber jeder für sich selbst……

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