Erschütterung

„Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden. Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden. Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde“

-Hermann Hesse-

Die erste Erschütterung, die der Tod meines Vaters, unabhängig davon wie bewusst ich ihn erwartet habe, mit sich gebracht hat, liegt hinter mir. Noch immer erlebe ich Wellen der tiefen Trauer, aber die inneren Bilder, Emotionen und Gedanken beginnen sich zu sortieren.

Die leidvollen, schrecklichen Bilder, die Erinnerung an die fieberhafte Suche danach, im richtigen Augenblick die richtigen Entscheidungen zu treffen, um meinem Vater ein möglichst leidfreies und würdiges Sterben zu ermöglichen, treten zunehmend in den Hintergrund und geben den Platz frei für die liebevollen, heilenden Momente die meine Familie und ich in den vielen Stunden, die wir am Sterbebett meines Vaters verbracht haben, erleben durften.

Mehr denn je, mehr als ich es mir jemals zuvor habe vorstellen können ist mir bewusst geworden, dass das Sterben zwar unsagbar schmerzlich ist, gleichzeitig jedoch tatsächlich ein dramatisches, gewaltiges „Grande Finale“ darstellt, welches ein erfülltes Leben zum Abschluss bringt, es vollendet.

Niemals zuvor habe ich mich dieser grenzenlosen Liebe, die wir wohl alle auf dem tiefsten Grund unseres Daseins sind, näher gefühlt als in den Tagen und Stunden in denen ich die Hand meines Vaters gehalten habe. Wohl nie zuvor war ich ihm persönlich näher als in diesen Augenblicken. Und wohl niemals zuvor habe ich deutlicher gefühlt, dass Schmerz und Liebe, dass „Verloren und Getragen Sein“ keine Gegensätze sind, sondern dass sie vielmehr allesamt Ausdruck ein und derselben Daseinsform sind, die uns alle auf einer tieferen Ebene untrennbar miteinander verbindet .

Diese Erfahrung macht mich, trotz des noch immer währenden Schmerzes des Abschieds, reich. Sie macht mich demütig, stark und frei gleichermaßen. …ja, wohl an denn Herz nimm Abschied und gesunde…….

EPILOG:

Bei allem Schmerz und aller Trauer geht das Leben weiter. Derzeit warte ich auf das Ergebnis der Biopsie, die aus einem der Knoten in meiner Bauchdecke entnommen wurde. Dieses wird wohl darüber entscheiden, ob die für Ende Oktober weiterhin geplante Biopsie meiner Ohrspeicheldrüsen noch von Nöten sein wird, um das Lymphom vom Sjögren-Syndrom abzugrenzen, um endlich die passende Behandlung in die Wege zu leiten. Denke ich daran was in den kommenden Wochen an Arztbesuchen und evtl. daraus resultierenden Untersuchungen noch vor mir liegt, so machen sich Ängste und Sorgen breit, spüre ich Wiederstand. In der Stille jedoch, wenn ich draußen in der Natur zur Ruhe komme, dann spüre ich sie noch immer, die Hand meines Vater in der meinen. Dann weiß ich, dass mir in aller letzter Konsequenz nichts geschehen kann. Ja, dass alles gut ist, genau so wie es ist…..

Für meinen Vater

“ Es gibt viel Trauriges in der Welt und viel Schönes. Manchmal scheint das Traurige mehr Gewalt über uns zu haben, als man ertragen kann, dann stärkt sich indessen leise das Schöne und berührt wieder unsere Seele“

-Antoine de Saint-Exupery-

Gemeinsam haben wir hinabgesehen bis auf den Grund. Durch alle Sehnsüchte, alle unerfüllten Wünsche und Verletzungen hindurch und am Ende war da nur Liebe, tiefe allumfassende Liebe im niemals versiegenden Licht der Unendlichkeit….

Epilog:

Mein Vater ist am 15.09.22 gestorben. Wir haben es geschafft ihm seinen sehnlichsten Wunsch, zuhause im Kreise seiner Familie sterben zu dürfen, zu erfüllen. Für mich war es die schmerzlichste, dramatischste und in manchen Augenblicken die liebevollste und ergreifendste Erfahrung, die ich bislang in meinem Leben gemacht habe. Noch überwiegt der Schmerz über den Verlustes und ich bin noch nicht wieder bereit mich dem Außen zuzuwenden. Aber ich weiß, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem der Schmerz der Gewissheit weichen wird, dass mein Vater es überstanden hat, dass sein Leben sich erfüllt und all sein Leiden nun ein Ende hat. Und die Liebe….sie wird für immer in meinem Herzen bleiben.

Loslassen

„Loslassen heißt auch vom Loslassen loslassen“

–Georg-Wilhelm Exler–

Mein Vater sieht seinem Ende entgegen, wir steuern in riesigen Schritten darauf zu. Ich bin in Frieden mit ihm, mit seinem Leben, ganz so wie er es gelebt hat und damit bin ich es auch mit mir. Ich bin Einverstanden damit, dass sein Leben sich erfüllt hat und dennoch bleibt die Angst vor dem Moment in dem er uns für immer verlassen wird, vor dem Schmerz, den der Abschied mit sich bringen wird. Ich schwanke zwischen dem Wunsch er möge noch bleiben, dem Wunsch ihn festhalten zu können und dem Wunsch er möge seinen Frieden finden. Es ist anstrengend, so unfassbar anstrengend, aber das ist okay. Zu leben und zu lieben IST anstrengend….. Loslassen bedeutet auch das Loslassen loszulassen .

EPILOG:

Alles was wir derzeit als Familie erleben ist derartig intensiv, ist von einer derartigen Tiefe, so persönlich, dass es ausschließlich für mich und meine Lieben bestimmt ist.Vielleicht kommt irgendwann der Tag an dem ich darüber schreiben kann, möchte……Im Moment wünsche ich mir nur eines, ganz bei mir und meiner Familie zu sein……

Zauber..

„Der Zauber der Natur kennt keine Tricks -wir verstehen sie-wenn wir unser Herz öffnen“

-Klaus Ender–

Bilder des Tages, zauberhafte Momente am Federsee☺️ 😊

Unendlichkeit

„Wie wir mitten im Leben vom Tode umfangen sind, so müsst ihr jetzt auch ganz fest überzeugt sein , dass wir mitten im Tode vom Leben umfangen sind“

-Johann Calvin-

Der Rotmilan ist hier bei uns im Tal eigentlich kein seltener Vogel. Genau genommen begegnet er mir nahezu täglich und seit wir hierhergezogen sind, begeistern mich seine virtuosen Flugmanöver sowie seine langgezogenen und immer etwas wehmütig klingenden Rufe. Bereits vom ersten Tag an war ich beeindruckt von diesen kraftvollen, stolzen Vögeln, haben sie mir doch so viel über meine Sehnsucht nach Freiheit erzählt.

Und dies wohl nicht umsonst, denn Greifvögel haben einen hohen symbolischen Charakter. Sie stehen für Mut und Stärke, für das Leben, den Tod und damit nicht zuletzt auch für die Unendlichkeit.

Zugegeben, zu Beginn unserer Zeit hier, war es eher schwierig für mich diese Freiheit zu genießen. Ein wenig verloren bin ich mir vorgekommen, in einer Natur die mir um so vieles ursprünglicher erschien, als diejenige, die ich von meinem früheren Wohnort her gewohnt war. Ja, fast gar ein wenig Angst hat sie mir gemacht, diese grandiose Natur, in deren Weite und Abgeschiedenheit ich mich zunächst nicht wirklich geborgen fühlen konnte.

„Sich verloren fühlen im Leben, weil man dem Tod begegnet ist“, so lässt sich das innere Befinden, welches ich mit hierhergebracht habe, wohl am ehesten beschreiben. Den Tod wieder vergessen, ihn aus meinem Leben verbannen, wieder festen Boden unter den Füßen spüren, Sicherheit gewinnen. Das war mein Wunsch, das erklärte Ziel, welches ich mit diesem Umzug verfolgt habe.

Dass es schlussendlich völlig anders kommen sollte, das habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal annähernd geahnt. Geradezu Lichtjahre war ich davon entfernt mir vorstellen zu können in welch vielfältiger Form der Tod mir hier noch begegnen sollte.

Da waren die Nachwehen der schweren Lungenbeteiligung und der darauffolgenden Chemotherapie die ich gerade hinter mir hatte, der gleichzeitige Verlust meiner Schwiegereltern, die darauffolgende onkologische Diagnose, mit der ich alleine gelassen wurde, die Pandemie beim gleichzeitigen Auftreten eines Immundefektes und viele „kleine Tode“, die es in diesem Zusammenhang zu sterben galt. All dies hat mich dem Tod und meiner Angst vor demselben näher gebracht, als ich es mir in meinen schlimmsten Träumen jemals hätte vorstellen können. Aber irgendwann, als ich am aller tiefsten Punkt angelangt war, es einfach kein Ausweichen und kein Entrinnen mehr gab, da wurde ich wohl auch über diese Angst hinausgetragen.

Um keine Missverständnisse entstehen zu lassen, ich möchte den Tod keineswegs verharmlosen oder schon gar nicht möchte ich ihn verherrlichen.

Im Gegenteil, ich habe großen Respekt vor ihm. Oder besser gesagt, ich habe Angst vor dem Weg, der mich irgendwann in seine Arme führen wird. Denn ich weiß, er bringt Leiden mit sich, immer und ausnahmslos. Ich habe für mich ganz persönlich verstanden was Leiden bedeutet, ganz gewiss. Und blicke ich heute hinaus in die Welt, in die Natur, dann sehe ich, dass alle Wesen leiden. Am Leben und früher oder später auch, wenn es darum geht das Leben dem Tod zu überlassen. Und weiß Gott, ich wünschte ich könnte es ändern.

Und dennoch, so unerträglich es mir oftmals erscheint, dieses Leid mit anzusehen zu müssen, es ertragen zu müssen, in gewisser Weise ergibt es heute sogar Sinn für mich. Denn ohne die Angst vor dem Tod, würde es wohl kaum den aufrichtigen Wunsch nach Leben geben.

Die Angst …….Ja, sie ist demnach geblieben, und doch hat sie sich gewandelt. Aus der Angst vor dem eigenen Tod ist ein Verständnis für den Tod als Teil des Lebens geworden. Entstanden ist der brennende Wunsch das Leben als Ganzes, als grandioses Zusammenspiel von leben und sterben zu begreifen und es in seinem gesamten Ausdruck zu würdigen. 

Heute weiß ich, dass das Leben weiter gehen wird, eines Tages auch ohne mich. Ich habe gelernt mich als kleinen Bruchteil des Lebens zu begreifen, mich selbst als bedeutend und gleichzeitig unbedeutend zu erleben. Und höre ich heute den Ruf des Milans, dann macht mir die Freiheit, welche in diesem Verständnis liegt, und welche er so unermüdlich verkündet, keine Angst mehr.

Blicke ich in sein stolzes Gesicht, dann sehe ich den Tod und das Leben gleichermaßen und so manches Mal ist mir, als könne ich in der Wehmut seiner Rufe, das Flüstern der Natur, welches von der unermesslichen Weite der Unendlichkeit des Lebens erzählt, geradezu hören.

In solchen Momenten bin ich einverstanden. Einverstanden damit, dass irgendwann die Grenzen zwischen mir und der Natur wieder verwischen werden. Und dies schenkt mir Geborgenheit. Eine Geborgenheit die paradoxerweise geboren wurde aus dem Verlust jeglicher Sicherheit und die mir gleichzeitig zu einer ungeahnten Freiheit verholfen hat… Ja, die Rufe der Milane, ich werde sie wohl niemals vergessen, sie für immer tief in meinem Herzen bewahren

Epilog:

Leiden ist universal und wird sich niemals vollständig aus dem Leben verbannen lassen, da es letztlich dem größten aller Zwecke dienlich ist, das Leben als Ganzes zu schützen, ja schlussendlich seinen Fortgang zu sichern. Als Menschen, denen uns die Fähigkeit zur Reflexion mitgegeben wurde, sehe ich uns jedoch in der Verantwortung Leiden zu differenzieren, zu unterscheiden an welchen Stellen es von Natur aus gegeben und damit notwendig ist und wo es unnötigerweise und durch Menschenhand verursacht wird. Wir sind es die Verantwortung zu tragen haben, dafür dass das Leben Bestand hat

Rotmilane sind bei uns keine Seltenheit. Noch nicht!! Aber auch sie sind bedroht durch Menschenhand. Oftmals durch Unwissenheit, unreflektiertes Handeln. Dadurch, dass der Mensch verlernt hat sich als Teil der Natur zu verstehen. Blicke ich im Sommer über die ausgedehnten Maisfelder hier im Tal, dann stimmt mich dies traurig, weiß ich doch, dass diese den Rotmilanen die so dringend benötigten Nahrungsquellen unzugänglich machen, sie ihrer Lebensgrundlage berauben. Und hätte ich einen Wunsch frei, so wünschte ich mir, dass bald andere Lösungen gefunden werden können. Lösungen, die Mensch und Tier gleichermaßen das Überleben sichern und zusätzliches Leid verhindern können

Überraschungen…..

„Ich hab noch nie ein Foto gemacht, wie ich es beabsichtigt hatte. Sie sind immer schlechter oder besser

-Diane Arbus

Sehr beruhigend, dass es anderen auch so geht!!!!!😅… Dieses Mal hat es geklappt, ich hab tatsächlich so etwas wie ein Bokeh hinbekommen. Jetzt sollte ich nur noch wissen WIE ich es hinbekommen habe…🤭😂😉

….egal, Hauptsache Spass!!!!

Und um die Unwissenheit noch auf die Spitze zu treiben, wen haben wir denn da vor die Linse bekommen? Sumpf-oder Weidenmeise? Wer weiß Rat und kann dem armen Ding aus der Identitätskrise helfen? 🙃 😂😉

Glück

„Glück ist das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt“

-Albert Schweitzer-

hier kommt mein Glücksmoment des gestrigen Tages……

No more words needed……. 😊 😊 😊

Freude

„Aufgabe des Lebens, seine Bestimmung ist Freude. Freue Dich über den Himmel, die Sonne, über die Sterne, über Gras über Bäume, über die Tiere und die Menschen“

Leo Tolstoi-

Die Temperaturen tagsüber sind wieder in einem moderaten Bereich und die Nächte hier im Tal tatsächlich bereits recht kühl. Früh morgens und in den Abendstunden liegt sogar schon ein Hauch von Herbst in der Luft und …tarrra !! Was soll ich sagen, unser Garten ist schlagartig wieder zum Leben erwacht. Im Moment kann ich eine Hand voll junger Blaumeisen, ein Gartenrotschwänzchen, mehrere Amseln und eine gefühlte Million Spatzen hier beobachten… das Leben hat mich wie wieder, ich bin happy😃

Epilog:

In solchen Momenten stimmt mich der Gedanke unser Haus hier, im April nächsten Jahres , verlassen zu müssen traurig. Eine solche Artenvielfalt, wie wir es hier im Garten erleben durften, wird in einem städtischen Garten kaum zu erreichen sein. Und wenn, dann bedarf es sicherlich langer Vorarbeiten und einer guten Potion Geduld.

Jedoch tröstet mich der Gedanke, dass es vielleicht gelingen kann, ein bisschen etwas von dieser tiefen Liebe zur Natur, die hier in mir geweckt wurde, in das städtische Umfeld hinein tragen zu können. Ich hoffe es wird gelingen

Wandel

Wir haben Angst vor dem Tod, wir haben Angst vor der Trennung, wir haben Angst vor dem Nichts. Wenn wir aber tief schauen, erkennen wir den unaufhörlichen Wandel der Dinge und verlieren allmählich unsere Angst.

-Thich Nhat Hanh-

Als ich heute früh bei meinen Eltern eingetroffen bin hat sich mir ein Bild des Friedens dargeboten. Ich möchte nichts beschönigen, denn weiß Gott, es ist nicht immer so. Demenz in all ihren Erscheinungsformen ist eine grausame Erkrankung. Der sukzessive Verlust der eigenen Identität, der zunehmende körperliche Verfall ist schwer zu ertragen. Für die Betroffenen selbst ebenso sehr wie für das Umfeld und bei weitem nicht immer verläuft dieses Ertragen, harmonisch, leise, ohne Schmerz…

Aber heute, heute war es gut. Als ich angekommen bin saß unsere liebe Marga, bei meinem Vater im Zimmer und gemeinsam haben sie eine Sportübertragung im Fernsehen angesehen. Zufriedenheit mit der Situation, wie sie in diesem Moment gerade war…ja, das hab ich in beiden Gesichtern gelesen, die Gemeinschaft, ihr Miteinander wahrgenommen.

Für mich ein echter Glücksmoment, weiß ich doch wie schwer es alle Beteiligten hier im Haus oftmals haben. So oft kann ich die Anspannung, die Trauer, den Schmerz in ihren Augen sehen. Und nicht selten auch den mehr oder weniger unterdrückten Ärger, der den Wunsch beinhaltet, all das Leid nicht mehr ertragen zu müssen. Ärger der oftmals nur schwer zurückgehalten werden kann, der andere Wege braucht, der das Gespräch sucht, um sich entladen und in Trauer verwandeln zu können.

Und dennoch ist es immer wieder auch schön, das Miteinander erleben zu dürfen. Die Tatkraft, die unsere Helferinnen hier an den Tag legen, erfahren zu dürfen. Immer wieder bin ich tief berührt angesichts der Hilfsbereitschaft, die sie uns entgegen bringen, von der Freundlichkeit und der Wärme die sie uns schenken, auch wenn das Leben und die Arbeit hier bei uns hart und voller Entbehrungen für sie ist. Hart, nicht nur weil die Pflege eines schwerkranken Menschen seelische und körperliche Schwerstarbeit bedeutet, sondern auch weil sie zudem fernab von ihren Lieben, in einem fremden Land, ohne die Sprache ausreichend zu verstehen, weit entfernt von ihrem eigenen Zuhause, ihrem eigenen Leben sind.

Ja, ich genieße es mit dem obligatorischen „Willst Du einen Kaffee“ von Marga begrüßt zu werden. Freue mich über das „Hoi, bischt Du au Do“ von Seiten meines Vaters. Auch dann noch, wenn es bereits das Dritte ist, da er die ersten beiden Begrüßungen bereits wieder vergessen hat, weil mir schmerzlich bewusst ist, dass der Tag nicht mehr fern ist, an dem er auch mich vergessen haben wird. Und ich bin froh zu sehen, dass meine Mutter ausreichend Entlastung erfährt, um im Sessel zu sitzen und sich erholen zu können.

In solchen Momenten bin ich dankbar, dass wir den Schrecken der Erkrankung, auch wenn wir ihn nicht ungeschehen machen können, zumindest miteinander teilen können.

Dann sitze ich auf unseren frisch gestrichenen Gartenstühlen, auf der neuen Holzterrasse, trinke den Kaffee den Marga mir in die Hand gedrückt hat und spüre, der Schwere der Situation zum Trotz, tatsächlich so etwas wie Zufriedenheit.

Epilog:

Der Garten hat während der vielen Jahre meiner Abwesenheit andere Formen angenommen, und er wird sich auch jetzt wieder verändern. Manchmal tut es weh, Veränderungen vorzunehmen, sie zuzulassen. Aber wenn ich hier sitze, dann tauchen plötzlich Erinnerungen an längst vergangene Tage auf, vermischen sich wie Glitzersteine mit dem „Hier und Jetzt“ , werfen ein ganz besonderes Licht auf diesen Ort, der mir so vertraut ist. Dann sehe ich mich gemeinsam mit meiner Großmutter im Gemüsegarten, der sich früher am selben Platz befand wie nun unsere neue Holzterrasse. Ich sehe, wie ich mit Begeisterung gemeinsam mit ihr Erbsen und Bohnen aus den getrockneten Hülsen zupfe, spüre die Sonnenstrahlen von damals heute auf meiner Haut.

Fast scheinen die Grenzen zwischen Raum und Zeit für einen Moment zu verwischen…ich bin zuhause …im „Hier und Jetzt“ …..in mir!!!!

Abenstunden….

„Wir brauchen viele Jahre, bis wir verstehen wie kostbar ein Augenblick sein kann“

.Ernst Ferstl-

Abendstunde am Sonnenblumenfeld… Euch allen ein wunderschönes Wochenende🙋😘😘

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