Stelldichein….

„In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener“

-Arthur Schopenhauer-

Heute hatte ich ein Stelldichein mit den Schwebefliegen bei uns im Garten. Ein wahrlich wundersames Erlebnis, wenn man sich die Mühe macht bewusst einzutauchen in den Mikocosmos, sich auf Augenhöhe begibt mit den Allerkleinsten unter uns. Der Blick durch den Sucher der Kamera katapultiert einen geradezu in eine andere Welt, man beginnt die Welt mit anderen Augen, aus dem Blickwinkel der Insekten zu betrachten .

Wird man ruhig und abwartend kommen sie ganz dicht heran, diese quirligen und bezaubernden Wesen. Fast scheinen sie neugierig zu sein wer oder was es sich da erlaubt in ihr Revier einzudringen. Regelrecht beobachtet fühlt man sich, wenn sie dicht vor einem inne halten, scheinbar regungslos in der Luft stehen bleiben, den Blick auf den Eindringling (in diesem Fall mich) gerichtet.

Aber ich wurde wohl als ungefährlich befunden, zumindest ging es nicht allzu lange bis meine Kamera den Schrecken verlor und zum geeigneten Plätzchen für ein Sonnenbad auserkoren wurde. Schwebefliege zufrieden, Daniela zufrieden, alle zufrieden 😊☺️😉……..

Epilog:

Schwebefliegen sind wirklich ganz erstaunliche Wesen. Nicht nur, dass sie als Wanderinsekten unglaubliche Strecken zurücklegen können, um sich ein warmes Plätzchen zum Überwintern zu sichern. Nein, sie wissen auch wie man sich gegen Fressfeinde zu schützen vermag. Am besten man tut so, als sei man eine große, gefährliche und ungenießbare Wespe …. dann wird man in Ruhe gelassen.😉 In der Fachsprache nennt man das „Mimikri“, ein Verhalten welches die Natur geschaffen hat um Leben zu sichern . Irgendwie ganz schön menschlich, nicht wahr ?! 😊☺️😉…

Lächeln

“ Jeder Tag an dem Du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“

– Charlie Chaplin-

Naaaaaaa, heute schon gelächelt?

Mut zur Stille

“ Das Glück ist wie ein Schmetterling, sagte der Meister. Jag ihm nach und er entwischt Dir-setz Dich hin, und er setzt sich auf Deine Schulter.

Was also soll ich tun, um das Glück zu erlangen?

Hör auf ihm hinter her zu laufen!

Aber gibt es nichts, was ich tun kann?

Du könntest versuchen Dich ruhig hinzusetzen, wenn Du es wagst“

-Anthony de Mello-

We are familiy

“ Das Erste was der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste was er im Leben besitzt, ist die Familie“

-Verfasser unbekannt-

Von den Gänsen können wir vieles lernen, was wir als Menschen scheinbar oftmals schon vergessen haben. … nicht zuletzt wie unsagbar wichtig Familie ist…..

Ebenso wie beim Menschen erfolgen die ersten sozialen Kontakte der Graugänse direkt nach dem Schlüpfen. Die kleinen Gössel (so werden die Jungtiere der Gänse genannt) binden sich mit dem ersten Blick in die Welt unzertrennlich an diejenigen, die sie begrüßen. In der Regel sind das die Gänseeltern, in Ausnahmefällen kann es jedoch auch ein Mensch sein, der die Aufmerksamkeit der kleinen Wonneproppen auf sich zieht. So wie etwa der Verhaltensforscher Konrad Lorenz, der dieses Phänomen das erste Mal beobachtet und hierfür den Begriff der „Prägung“ geschaffen hat.

Liebe auf den ersten Blick, wer sich als erstes diesen kleinen Geschöpfen zuwendet, dem folgen sie künftig auf Schritt und Tritt. Keine Sekunde mehr wird das geliebte Muttertier aus den Augen gelassen. Egal wohin die Reise geht, immer geht`s im Gänsemarsch hinterher…

Und dies nicht ohne Grund, denn die unzertrennliche Bindung an die Eltern sorgt dafür, dass den Kleinen der Weg ins Winterquartier gezeigt werden kann.

Anders als andere Vögel haben Gänse nur die grobe Richtung in`s Winterquartier (und damit zum Überleben ) in den Genen gespeichert. Wo es schlussendlich tatsächlich lang geht, das erlernen sie von ihren Eltern.

Hierdurch entsteht eine fortwährende Tradition, in der das Wissen der Eltern an die Kinder und Kindeskinder weiter gegeben und das Überleben gesichert wird…

Ist das nicht unglaublich menschlich?!

Epilog:

Leider gehört die Graugans noch immer zu den Arten die, wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen, weiterhin bejagt werden dürfen. Einer Seite des NABU konnte ich entnehmen, dass Graugänse nach wie vor dem Jagdrecht unterliegen und so, zumindest in einigen Regionen, auch im August gejagt werden dürfen. Dies empfinde ich als besonders grausam, da in dieser Zeit die Jungvögel noch nicht selbstständig und somit auf die Versorgung durch ihre Eltern angewiesen sind. Werden die Alttiere erschossen, so bedeutet dies für die Kleinen den sicheren Tod durch verhungern und/oder erfrieren. Der Nabu kritisiert die Jagd in diesem Zeitraum scharf, da diese zwar dem Jagdrecht entspricht, jedoch gegen das Tierschutzgesetz verstößt

Wann nur versteht der Mensch, dass es sinnvoller wäre, die Natur als klugen und weisen Ratgeber zu verstehen, anstatt sie rücksichtslos und ohne Skrupel auszubeuten?!

Ende gut, alles gut……

“ Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende“

-Oscar Wilde“

Back to the roots

Darüber hinweg und darüber hinaus, sind unsere Losungsworte. Fort, fort von dem was uns gefangen hält. Durch alle Illusionen hindurch und darüber hinaus, ins Freie! Endlich!….. Was wir heute tun kommt unseren Töchtern und allen Töchtern dieser Töchter zugute…. wir sind die Frauen die voll Dankbarkeit auf den Schulter ihrer Mütter stehen , und wir sind Schultern, auf denen unsere Töchter stehen, um noch weiter vielleicht bis ins Unermessliche hineinzusehen…

Clarissa Pinkola Estes- (die Wolfsfrau)

Nun ist es also soweit, was wir gedanklich von langer Hand vorbereitet haben, wird Wirklichkeit werden. Wir werden umziehen. Unser Haus ist zum April nächsten Jahres verkauft, zumindest liegt uns die schriftliche Zusage der neuen Eigentümer vor. Wir werden das Dachgeschoss meines Elternhauses umbauen, unseren Wohnraum auf ein für zwei Personen angemessenes Maß verringern, zurück in die Stadt ziehen.

Damit schließt sich der Kreis. Ich lasse im Außen Gestalt annehmen, was sich in meinem Inneren bereits vor längerem vollzogen hat. Ich lasse die Verletzungen, die innere Zerrissenheit meiner frühen Tage hinter mir und wende mich dem zu was gut war. Kehre zurück zu meinen Wurzeln.

Zugegeben, leicht ist mir die Entscheidung nicht gefallen, zumal ich mit dieser Entscheidung weiterhin einem Lebensweg folge, der mir nicht zuletzt durch meine Erkrankung vorgegeben wurde.

Ich lasse das Lebensgefühl zurück inmitten der Natur zu leben. Dies ist mit Trauer verbunden und dennoch, es fühlt sich richtig an …..

Wer die Natur liebt, der achtet sie. Respektiert sie, in dem er seinen Lebensstil, ihren Bedürfnissen anpasst. Im eigenen Inneren ebenso, wie im äußeren Umfeld. Mein persönlich höchstes Ziel? Der Versuch ein Leben zu leben, welches der Natur so gerecht wie möglich wird, welches im Einklang mit ihr steht, ihr so wenig Schaden wie nur möglich zufügt…

Der Umzug in mein Elternhaus wird mir dies in vielerlei Hinsicht ermöglichen. Ich werde in weiten Teilen auf das Auto verzichten können. Das freut die Natur und meinen Gesundheitszustand gleichermaßen. Die notwendigen Einkaufsmöglichkeiten werde ich künftig zu Fuß, die mir so wichtigen Naturschutzgebiete mit dem Bus erreichen können.

Einen Wohnort schaffen, der den Ansprüchen eines umweltbewussten Lebens gerecht wird. Eine weitgehend unabhängige Energieversorgung, ein umweltgerechtes Auto, ein naturnaher Garten…..das ist das erklärte Ziel…

Meine Eltern auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten. Ihnen ihren sehnlichsten Wunsch, zuhause ihr Leben beenden zu dürfen, erfüllen zu können. Das Grundstück meiner Ahnen als symbolischen Wert und als das Zentrum unserer Familie zu erhalten

Das wünsche ich mir……

Hiermit kehre ich zu meinem Ursprung zurück, habe einen sicheren Stand auf mütterlicher Erde. Und so stehe nicht nur ich auf sicherem Grund, auch meine Tochter wird hierdurch einen sicheren Stand auf meinen Schultern haben … sowohl seelisch im „Hier und Jetzt“, als auch in ferner Zukunft, im materiellen Sinne. Wie im Innen, so im Außen……

Epilog:

Wie sich alles konkret wird umsetzen lassen steht derzeit noch in den Sternen. Die Pläne des Architekten liege bereits vor, jedoch wird das Dachgeschoss derzeit noch für die Pflegekraft meines Vaters benötigt. Ich wünsche mir, dass mein Vater noch lange bei uns sein kann und dass er, wenn seine Zeit gekommen ist, in Frieden im Kreise unserer Familie sterben kann. Wann dies soweit sein wird weiß keiner. Unsere Planung sieht deshalb vor, dass wir zu Beginn nächsten Jahres zunächst (zumindest bis zum Winter) in einen Wohnwagen umziehen werden. Einmal im Leben frei sein, jeglichen Ballast abwerfen, mit dem Notwendigsten zurecht kommen. Ob wir diese Zeit entsprechend verlängern oder uns vorübergehend in eine Mietwohnung einmieten werden wissen wir noch nicht. Kommt Zeit, kommt Rat. Verrückt? Definitiv!!!!!….Angst? …oh ja, und ob!!!!!!…Aber wer immer nur Sicherheit wählt, der hat am Schluss das Leben verloren. Nicht wahr?!…😊😉…

Achtsamkeit….

„Achte auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher und zufriedener“

-Carl Hilty_

Euch allen einen schönen und erfüllten Sonntag…….

Größe

Je größer aber ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, vor einer Blume niederzuknien.

-Gilbert Keith Chesterton-

Chaotische Ordnung

„Nichts kann existieren ohne Ordnung

Nichts kann entstehen ohne Chaos“

Albert Einstein-

Die Begegnung mit dem Moor, fast gar ein meditatives Erlebnis. Zunächst erscheint einem alles als wildes Durcheinander, auf eine eigentümliche Art wirkt die Umgebung tot und gleichsam lebendig, schön und irgendwie auch wieder nicht…

Erst beim tieferen Eintauchen entfaltet die Natur an diesem Ort ihre vollständige Schönheit, vollendete Ordnung im scheinbaren Chaos…jede einzelne Blume , jeder Grashalm, jeder Ast befindet sich bei näherer Betrachtung exakt am richtigen Ort, die Natur als vollendetes Kunstwerk..

EPILOG

Das Wurzacher Ried ist eines der größten Naturschutzgebiete und eines der bedeutendsten Moorgebiete Süddeutschlands. In den letzten 300 Jahren wurde das Moorgebiet durch Trockenlegung und durch Torfstechen stark gefährdet. Seit einiger Zeit werden zur Sicherung dieses ökologischen Kleinods Renaturierungs- und Vernässungsmaßnahmen durchgeführt. Größtenteils ist das Wurzacher Ried jedoch ein durch Regenwasser weiter wachsendes Hochmoor. Entlang der Randbereiche gedeiht durch das Vorhandensein von Fließ-und Grundgewässern ein Niedermoor. Der noch immer unberührte Kernbereich umfasst etwa ein Drittel des gesamten Gebietes und gilt als das größte zusammenhängende und noch intakte Hochmoor Mitteleuropas

Hürdenlauf

„Das Schönste, was eine Fee einem Kind in die Wiege legen kann, sind Schwierigkeiten, die es überwinden muss“

-Alfred Adler, Begründer der Individualpsychologie-

Die vergangene Zeit war, gelinde gesagt, anstrengend. 5 Monate, 5 Krankenhausaufenthalte. Mein Vater und ich haben uns quasi die Klinke in die Hand gegeben. Für mich zunächst mit dem Ergebnis bedrückender Ungewissheit, für meinen Vater mit dem Ergebnis ebenso bedrückender Gewissheit.

Zwei vermeintlich gutartige Tumoren in der Wirbelsäule, eine Linksverschiebung im Knochenmark, bei mir. Ein kaputtes Herz, eine kaputte Lunge, Demenz, nächtliche Verwirrungszustände, verzweifelte Aggression, bei meinem Vater.

Notarzteinsätze, Schmerz, Trauer, Abschied. Familiendynamik, hektische Suche nach Lösungen, Hilflosigkeit. Verheerend? Oh ja, durchaus!!! Zumindest zweitweise, geradezu unerträglich.

Und zugleich immer wieder auch sehr bewegend, unglaublich schön… viel Nähe innerhalb der Familie. Manchmal sehr laut und manchmal auch ganz leise…. Wortlos. Sämtliche Hürden wurden genommen, wir sind angekommen…auf einem Inselchen der Ruhe, inmitten der tosenden See…mein Vater ist medikamentös (einigermaßen) gut eingestellt, die schlimmsten Ausfallerscheinungen konnten eingedämmt werden. Wir haben eine Pflegekraft gefunden, die ein wahrer Engel ist, die Situation hat sich (zumindest für den Moment) etwas beruhigt…

Und bei mir? Mir hat ein stationärer Aufenthalt in der Neurologie, verbunden mit einer erfolgreichen Biopsie meines Unterschenkels, die Diagnose einer Small-Fiber-Neurophathie gebracht und damit die Erklärung für eine Vielzahl meiner scheinbar unerklärlichen Beschwerden …….

Und zwischendurch ? Haben wir die Gunst der Stunde genutzt, und haben unseren Bus gepackt. Auszeit in der Natur, Luft holen, Auftanken …in der Natur sich an das Vertrauen ins Leben erinnern…um die nächste Welle gut zu überstehen.. Ja, das Leben ist kein Pony-Hof!!!!!! Aber schön, schön ist es allemal……..

Epilog:

Weit sind wir nicht gekommen, bis die nächste Welle uns sozusagen überrollt hat . Aber immerhin, eine paar Tage Auszeit im Wurzacher Ried haben der Seele gut getan. Besonderes Highlight im Moorgebiet sind derzeit die großen, dicht mit Wollgräsern bewachsenen Flächen. Leuchtend weiße Wattebüschel so weit das Auge reicht. Wollgräser tragen mit ihren faserig zerfallenden Blättern einen wesentlichen Teil zur Torfbildung bei. Nach industriellem Torfabbau übernimmt es bei der Renaturierung von Hochmoor-Gebieten eine wichtige Funktion als Erstbesiedler von vegetationslosen Torfflächen . Das Wollgras ist zwar nicht geschützt, gilt aber durch das Zurückgehen der Hochmoore in einigen Bundesländern als gefährdet.

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