Wachstum…..

„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren“

Maria Montessori-

Trommelkünstler

„Wenn Sie den Wert allen Lebens erkennen, verweilen Sie weniger in der Vergangenheit und konzentrieren sich mehr auf die Bewahrung der Zukunft“

-Dian Fossey, Zoologin und Verhaltensforscherin-

Wer Schmetterlinge lachen hört….. oder sollte es vielleicht eher heißen, wer Schmetterlinge trommeln hört?

Wusstet ihr, dass der „Kleine Fuchs“ in Sachen Brautschau über ganz erstaunliche Fähigkeiten verfügt? Hat der Schmetterlingsbräutigam die Dame seiner Wahl entdeckt, so folgt er ihr und versucht mit seinen Fühlern auf den Flügeln seiner Liebsten zu trommeln. Hieraus ergibt sich ein wild anmutender Tanz, dessen Hintergrundmusik man aus nächster Nähe wohl deutlich hören kann….

Habt ihr schon einmal Schmetterlinge trommeln gehört?

Epilog:

Wer sich an lauen Sommerabenden ein „Trommelsolo“ wünscht, der hilft dem „Kleinen Fuchs“ schon alleine damit, dass er in Teilen seines Gartens einfach der Natur ihren Lauf lässt. Brennnesseln an sonnendurchfluteten Stellen schmecken den Raupen dieses kleinen Schönlings besonders gut und sorgen dafür, dass man bald schon im eigenen Garten die Schmetterlinge lachen hören kann….

……. habt ihr es auch gehört? 😊😊🦋🦋😊😊

Gartenträume

In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden.

Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph-

Zur Zeit bin ich, sofern mein eigener Gesundheitszustand es zulässt, fast täglich bei meinen Eltern. Mein Vater ist sauerstoffpflichtig und gelinde ausgedrückt kann er sein Sauerstoffgerät nicht ausstehen. Ich habe für mich beschlossen sein „ Nein“ zu respektieren, es zu akzeptieren, wenn er die Therapie nicht möchte. Kein eisernes Bestehen auf die Behandlung, keine Machtkämpfe, kein ewiges „an ihm Rumgenörgle“.

All dies versuche ich zu vermeiden, nicht zuletzt deshalb, weil ich ein Stück von mir selbst in ihm wiederfinde. Seinen „Dickschädel“ mit dem auch ich mir Autonomie bis zum Schluss wünsche, mir wünsche, dass meine Entscheidungen respektiert werden, selbst dann wenn sie anderen unsinnig erscheinen und sich nicht mit den Wünschen meines Umfelds decken.

Leicht fällt mir diese Entscheidung allerdings nicht, weiß ich doch genau, dass jede Stunde ohne zusätzlichen Sauerstoff uns dem Abschied näher bringt. Deshalb bin ich nun also sehr oft Vorort, um mein Glück zumindest zu versuchen und dies, vermutlich weil ich eben nicht darauf bestehe, auch recht häufig mit gutem Erfolg…

Nebenbei nutze ich dann die Gunst der Stunde, um mich schon mal mit dem Garten anzufreunden, dessen Pflege und Gestaltung wir, in Ermangelung der Kapazitäten meiner Eltern, bereits übernommen haben…

Ich fühle mich wohl dort, fühle mich sehr dicht bei meinen Wurzeln.

Unfassbar, wie viele Erinnerungen dieser Ort in mir weckt. Erinnerungen an frisch geröstetes Brot vom Grill. An laue Sommerabende, an denen ich Ball gespielt und nach Glühwürmchen gejagt habe bis zum Umfallen. Erinnerungen an die Sehnsucht, mit der ich die Enkelin unserer Nachbarn in den Sommerferien erwartet habe und an den Geschmack von sonnenverwöhnten Tomaten, die ich gemeinsam mit meiner ältesten Freundin im Garten ihrer Großeltern geerntet habe. Erstaunlicherweise hat das Leben auch meine Freundin wieder zurück an ihren alten Wohnort verschlagen, so dass wir bald wieder in naher Nachbarschaft zueinander wohnen werden. Unglaublich, fast wie früher……

Ja, ich freu mich über die neuen Möglichkeiten, die sich mir nun heute an meinem alten Wohnort, am Ort meiner Kindheit erschließen.

Ich mag dieses Haus, ich mag die Umgebung und ich mag es mit meinen Eltern in ihrem Garten zu sitzen. Nicht nur weil ich hier meine Wurzeln habe , auch weil in diesem Garten für mich spürbar wird, dass sich die Natur, lässt man ihr denn ihren Lauf, immer ihren Weg zurück ins Leben bahnt. Danach strebt den Kreis zu schließen….

Die Liebe zu allem was wächst und blüht, habe ich von meiner Mutter geerbt und so gibt’s bereits einen festen Bestand im Garten, der sich in der Zwischenzeit mit allerlei eigenem, bunten Leben gemischt hat.

Nun gilt es für mich die „Spreu vom Weizen“ zu trennen, zu entscheiden was gehen muss und was bleiben darf. Was getan werden muss, um die wilde Seele der Natur mit den Vorzügen der städtischen Umgebung zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. So bestaune ich nun gemeinsam mit meiner Mutter, jedes Pflänzchen einzeln. Zupfe mal hier mal da, setzte mal hier und mal dort einen neuen Impuls und recherchiere, um den Wildwuchs und seine Interaktion mit der Umwelt (noch) besser zu verstehen…. in meinem Inneren ebenso wie im Äußeren…immer in der Hoffnung, irgendwann einmal in ferner Zukunft, auf einen prächtigen, wilden und gleichsam gepflegten Garten blicken zu können.

Epilog:

Der Lavendel darf bleiben. Ursprünglich eigentlich aus südlicheren Gefielden stammend zählt er hierzulande ja vermutlich nicht unbedingt zu den Wildpflanzen. Dennoch ist er ein wahrer Insektenmagnet und bringt nicht nur meinen jetzigen Garten zum Summen und Brummen, sondern ebenso den doch wesentlich weniger ländlich gelegenen Garten meiner Eltern. Besonders gefreut hat mich das Taubenschwänzchen, welches sich wohl durch den Duft des Lavendels angezogen gefühlt hat. Aber auch eine ganze Reihe anderer Schmetterlinge , Wildbienen und Hummeln finden hier Nahrung in Hülle und Fülle… Und mit dem wunderbaren Duft den er verbreitet ist er demnach ein Fest für die Sinne für Mensch und Tier…..Ja, er darf bleiben…….Definitiv!!!!

Unersetzlich……

“ Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen“

-Arthur Schopenhauer-

Epilog:

Hummeln sind wahre Sympathieträger unter den Insekten und werden aufgrund ihres flauschigen Aussehens von den meisten Menschen gerne gesehen. Vielen Menschen nicht bewusst ist jedoch, dass viele Hummelarten bereits vom Aussterben bedroht sind und wir in unseren Gärten zumeist nur noch die häufigeren Arten beobachten können. Über 13 Arten stehen bereits auf der Roten Liste, unter anderem auch diese niedliche, kleine Grashummel, die mir heute auf meiner abendlichen Foto-Tour über den Weg geflogen ist.

Hummeln herstellen können wir nicht! Aber ihnen einen Raum zum Leben anbieten, das können wir. So kann jeder Gartenfreund einen kleinen Beitrag zum Artenschutz leisten indem er Wildblumen- und Pflanzen einen Platz im Garten einräumt…ein blühender Garten , indem es summt und brummt, eine wunderbare Vorstellung!!! Nicht wahr?!

Stelldichein….

„In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener“

-Arthur Schopenhauer-

Heute hatte ich ein Stelldichein mit den Schwebefliegen bei uns im Garten. Ein wahrlich wundersames Erlebnis, wenn man sich die Mühe macht bewusst einzutauchen in den Mikocosmos, sich auf Augenhöhe begibt mit den Allerkleinsten unter uns. Der Blick durch den Sucher der Kamera katapultiert einen geradezu in eine andere Welt, man beginnt die Welt mit anderen Augen, aus dem Blickwinkel der Insekten zu betrachten .

Wird man ruhig und abwartend kommen sie ganz dicht heran, diese quirligen und bezaubernden Wesen. Fast scheinen sie neugierig zu sein wer oder was es sich da erlaubt in ihr Revier einzudringen. Regelrecht beobachtet fühlt man sich, wenn sie dicht vor einem inne halten, scheinbar regungslos in der Luft stehen bleiben, den Blick auf den Eindringling (in diesem Fall mich) gerichtet.

Aber ich wurde wohl als ungefährlich befunden, zumindest ging es nicht allzu lange bis meine Kamera den Schrecken verlor und zum geeigneten Plätzchen für ein Sonnenbad auserkoren wurde. Schwebefliege zufrieden, Daniela zufrieden, alle zufrieden 😊☺️😉……..

Epilog:

Schwebefliegen sind wirklich ganz erstaunliche Wesen. Nicht nur, dass sie als Wanderinsekten unglaubliche Strecken zurücklegen können, um sich ein warmes Plätzchen zum Überwintern zu sichern. Nein, sie wissen auch wie man sich gegen Fressfeinde zu schützen vermag. Am besten man tut so, als sei man eine große, gefährliche und ungenießbare Wespe …. dann wird man in Ruhe gelassen.😉 In der Fachsprache nennt man das „Mimikri“, ein Verhalten welches die Natur geschaffen hat um Leben zu sichern . Irgendwie ganz schön menschlich, nicht wahr ?! 😊☺️😉…

Lächeln

“ Jeder Tag an dem Du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“

– Charlie Chaplin-

Naaaaaaa, heute schon gelächelt?

Mut zur Stille

“ Das Glück ist wie ein Schmetterling, sagte der Meister. Jag ihm nach und er entwischt Dir-setz Dich hin, und er setzt sich auf Deine Schulter.

Was also soll ich tun, um das Glück zu erlangen?

Hör auf ihm hinter her zu laufen!

Aber gibt es nichts, was ich tun kann?

Du könntest versuchen Dich ruhig hinzusetzen, wenn Du es wagst“

-Anthony de Mello-

We are familiy

“ Das Erste was der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste was er im Leben besitzt, ist die Familie“

-Verfasser unbekannt-

Von den Gänsen können wir vieles lernen, was wir als Menschen scheinbar oftmals schon vergessen haben. … nicht zuletzt wie unsagbar wichtig Familie ist…..

Ebenso wie beim Menschen erfolgen die ersten sozialen Kontakte der Graugänse direkt nach dem Schlüpfen. Die kleinen Gössel (so werden die Jungtiere der Gänse genannt) binden sich mit dem ersten Blick in die Welt unzertrennlich an diejenigen, die sie begrüßen. In der Regel sind das die Gänseeltern, in Ausnahmefällen kann es jedoch auch ein Mensch sein, der die Aufmerksamkeit der kleinen Wonneproppen auf sich zieht. So wie etwa der Verhaltensforscher Konrad Lorenz, der dieses Phänomen das erste Mal beobachtet und hierfür den Begriff der „Prägung“ geschaffen hat.

Liebe auf den ersten Blick, wer sich als erstes diesen kleinen Geschöpfen zuwendet, dem folgen sie künftig auf Schritt und Tritt. Keine Sekunde mehr wird das geliebte Muttertier aus den Augen gelassen. Egal wohin die Reise geht, immer geht`s im Gänsemarsch hinterher…

Und dies nicht ohne Grund, denn die unzertrennliche Bindung an die Eltern sorgt dafür, dass den Kleinen der Weg ins Winterquartier gezeigt werden kann.

Anders als andere Vögel haben Gänse nur die grobe Richtung in`s Winterquartier (und damit zum Überleben ) in den Genen gespeichert. Wo es schlussendlich tatsächlich lang geht, das erlernen sie von ihren Eltern.

Hierdurch entsteht eine fortwährende Tradition, in der das Wissen der Eltern an die Kinder und Kindeskinder weiter gegeben und das Überleben gesichert wird…

Ist das nicht unglaublich menschlich?!

Epilog:

Leider gehört die Graugans noch immer zu den Arten die, wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen, weiterhin bejagt werden dürfen. Einer Seite des NABU konnte ich entnehmen, dass Graugänse nach wie vor dem Jagdrecht unterliegen und so, zumindest in einigen Regionen, auch im August gejagt werden dürfen. Dies empfinde ich als besonders grausam, da in dieser Zeit die Jungvögel noch nicht selbstständig und somit auf die Versorgung durch ihre Eltern angewiesen sind. Werden die Alttiere erschossen, so bedeutet dies für die Kleinen den sicheren Tod durch verhungern und/oder erfrieren. Der Nabu kritisiert die Jagd in diesem Zeitraum scharf, da diese zwar dem Jagdrecht entspricht, jedoch gegen das Tierschutzgesetz verstößt

Wann nur versteht der Mensch, dass es sinnvoller wäre, die Natur als klugen und weisen Ratgeber zu verstehen, anstatt sie rücksichtslos und ohne Skrupel auszubeuten?!

Ende gut, alles gut……

“ Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende“

-Oscar Wilde“

Back to the roots

Darüber hinweg und darüber hinaus, sind unsere Losungsworte. Fort, fort von dem was uns gefangen hält. Durch alle Illusionen hindurch und darüber hinaus, ins Freie! Endlich!….. Was wir heute tun kommt unseren Töchtern und allen Töchtern dieser Töchter zugute…. wir sind die Frauen die voll Dankbarkeit auf den Schulter ihrer Mütter stehen , und wir sind Schultern, auf denen unsere Töchter stehen, um noch weiter vielleicht bis ins Unermessliche hineinzusehen…

Clarissa Pinkola Estes- (die Wolfsfrau)

Nun ist es also soweit, was wir gedanklich von langer Hand vorbereitet haben, wird Wirklichkeit werden. Wir werden umziehen. Unser Haus ist zum April nächsten Jahres verkauft, zumindest liegt uns die schriftliche Zusage der neuen Eigentümer vor. Wir werden das Dachgeschoss meines Elternhauses umbauen, unseren Wohnraum auf ein für zwei Personen angemessenes Maß verringern, zurück in die Stadt ziehen.

Damit schließt sich der Kreis. Ich lasse im Außen Gestalt annehmen, was sich in meinem Inneren bereits vor längerem vollzogen hat. Ich lasse die Verletzungen, die innere Zerrissenheit meiner frühen Tage hinter mir und wende mich dem zu was gut war. Kehre zurück zu meinen Wurzeln.

Zugegeben, leicht ist mir die Entscheidung nicht gefallen, zumal ich mit dieser Entscheidung weiterhin einem Lebensweg folge, der mir nicht zuletzt durch meine Erkrankung vorgegeben wurde.

Ich lasse das Lebensgefühl zurück inmitten der Natur zu leben. Dies ist mit Trauer verbunden und dennoch, es fühlt sich richtig an …..

Wer die Natur liebt, der achtet sie. Respektiert sie, in dem er seinen Lebensstil, ihren Bedürfnissen anpasst. Im eigenen Inneren ebenso, wie im äußeren Umfeld. Mein persönlich höchstes Ziel? Der Versuch ein Leben zu leben, welches der Natur so gerecht wie möglich wird, welches im Einklang mit ihr steht, ihr so wenig Schaden wie nur möglich zufügt…

Der Umzug in mein Elternhaus wird mir dies in vielerlei Hinsicht ermöglichen. Ich werde in weiten Teilen auf das Auto verzichten können. Das freut die Natur und meinen Gesundheitszustand gleichermaßen. Die notwendigen Einkaufsmöglichkeiten werde ich künftig zu Fuß, die mir so wichtigen Naturschutzgebiete mit dem Bus erreichen können.

Einen Wohnort schaffen, der den Ansprüchen eines umweltbewussten Lebens gerecht wird. Eine weitgehend unabhängige Energieversorgung, ein umweltgerechtes Auto, ein naturnaher Garten…..das ist das erklärte Ziel…

Meine Eltern auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten. Ihnen ihren sehnlichsten Wunsch, zuhause ihr Leben beenden zu dürfen, erfüllen zu können. Das Grundstück meiner Ahnen als symbolischen Wert und als das Zentrum unserer Familie zu erhalten

Das wünsche ich mir……

Hiermit kehre ich zu meinem Ursprung zurück, habe einen sicheren Stand auf mütterlicher Erde. Und so stehe nicht nur ich auf sicherem Grund, auch meine Tochter wird hierdurch einen sicheren Stand auf meinen Schultern haben … sowohl seelisch im „Hier und Jetzt“, als auch in ferner Zukunft, im materiellen Sinne. Wie im Innen, so im Außen……

Epilog:

Wie sich alles konkret wird umsetzen lassen steht derzeit noch in den Sternen. Die Pläne des Architekten liege bereits vor, jedoch wird das Dachgeschoss derzeit noch für die Pflegekraft meines Vaters benötigt. Ich wünsche mir, dass mein Vater noch lange bei uns sein kann und dass er, wenn seine Zeit gekommen ist, in Frieden im Kreise unserer Familie sterben kann. Wann dies soweit sein wird weiß keiner. Unsere Planung sieht deshalb vor, dass wir zu Beginn nächsten Jahres zunächst (zumindest bis zum Winter) in einen Wohnwagen umziehen werden. Einmal im Leben frei sein, jeglichen Ballast abwerfen, mit dem Notwendigsten zurecht kommen. Ob wir diese Zeit entsprechend verlängern oder uns vorübergehend in eine Mietwohnung einmieten werden wissen wir noch nicht. Kommt Zeit, kommt Rat. Verrückt? Definitiv!!!!!….Angst? …oh ja, und ob!!!!!!…Aber wer immer nur Sicherheit wählt, der hat am Schluss das Leben verloren. Nicht wahr?!…😊😉…

%d Bloggern gefällt das: