und dennoch Leben genießen……

Heute habe ich weite Teile des Nachmittags im Garten verbracht, zunächst eher zwangsweise, denn freiwillig. Denn so gerne ich nun auch etwas anderes sagen würde, gut geht es mir noch immer nicht. Noch immer die Nebenwirkungen der Infusionen? Das hoch dosierte Cortison? Der Wolf, der Krebs, die Folgeschäden langjährig unerkannter Erkrankung? Keine Ahnung!!! Und im Grunde genommen ist es mir auch vollkommen egal, denn das was unterm Strich bleibt, ist wieder einmal die vollkommene Unfähigkeit am sozialen Leben teilzunehmen.

Nervtötend ist das, ganz ehrlich!!! Und Angst macht es. Wird es denn nie wieder anders werden?!  Eine ganze Weile laufe ich planlos und unkonzentriert im Garten umher, unruhig und immer ein bisschen von  Angst und Sorge begleitet, ein Nachbar könnte mich erblicken und mich (ohne es natürlich zu wollen!!!!) in eine Situation verwickeln die wieder einmal schonungslos meine neurologischen Ausfälle ans Tageslicht befördern.

Echt, ich hasse es…so sehr wünsche ich mir in diesem Moment meine Unversehrtheit zurück, die Unbeschwertheit mit der ich an guten Tagen auf meine Mitmenschen zugehen kann. Am Leben teilnehmen kann. Ja, ich hadere mit mir, mit meinem Leben und überhaupt. Und das nicht zu knapp!!!

Aber dann, irgendwann gelingt es mir doch mich auf die Situation einzulassen. Habe ich denn eine andere Wahl?! Nein, habe ich nicht, weshalb ich mich irgendwann geschlagen gebe und das tue, was mein Hund schon lange tut. Ich gebe auf und lasse mich auf einer Decke im Garten nieder.

Und da plötzlich kann ich es sehen, was da unter den dicken Schichten des Grolls und des Haders verborgen liegt. Wahnsinn wie schön es hier ist!!!!! So ruhig und friedlich, alles um mich herum blüht und der Himmel ist von einem geradezu fantastischen Blau. In der Stille kann ich plötzlich das intensive Summen unzähliger Insekten hören, die es hier – wo die Natur noch einigermaßen intakt ist-  noch gibt. Und plötzlich wird mir klar. So groß war in der letzten Zeit der Wunsch zurück ins Leben zu kommen, dass ich um ein Haar genau das verpasst hätte, was ich mir doch so sehnlichst und aus tiefstem Herzen wünsche 😳😃….das LEBEN …..

blümchen
„Fundstückchen“

Ja,  und wenn ich es mir nun so recht überlege,  dann kann ich ehrlich behaupten: “Wolf und dem gesamten Zoo zum Trotz, doch noch ein gelungener Tag „😃

kirschbaum
„unterm Kirsch-baum“

 

garten
Socke und Ich „Kontakt-Liegen“

 

 

6 Comments on “und dennoch Leben genießen……

  1. Liebe Daniela,
    ich wünsche Dir von ganzem Herzen weiterhin viele schöne Momente, die Du genießen kannst, trotz Krankheit.
    Ich habe vor drei Wochen meinen Klaus an der PSP verloren. Der Schmerz ist unerträglich. Klaus hat es selbst entschieden zu gehen….. er legte sich einfach hin und nahm nichts mehr zu sich.
    Er konnte nicht mehr sprechen, nicht mehr gehen und nicht mehr essen….. als ich ihn fragte, ob er nicht mehr will, hat er meine Hand fest gedrückt. Das haben wir für ein ja so vereinbart.
    Er ist nach drei Tagen bei uns zuhause in meinen Armen ganz ruhig eingeschlafen und er hat mir versprochen, nun auf mich aufzupassen.
    Ich vermisse ihn unendlich, weiß aber, dass es ihm nun besser geht.
    Wenn man einen geliebten Menschen verliert, gewinnt man einen Schutzengel dazu……
    Liebe Grüße Sabine

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    • Liebe Sabine, hab vielen Dank für Deine Nachricht. Ich kann gar nicht zum Ausdruck bringen, wie tief mich Deine Nachricht heute früh, als sie mich in der Tagesklinik erreicht hat, betroffen gemacht hat. So gerne würde ich etwas sagen, was irgendwie trösten könnte. Aber im Grunde weiß ich, dass es schlussendlich nichts gibt, was über einen solchen Verlust in irgendeiner Form hinweg trösten könnte. Alles was man dazu sagen würde, würde sich aus meiner Sicht irgendwie leer an hören. Eines möchte ich Dich jedoch trotz alledem wissen lassen. Ich habe den allergrößten Respekt davor, dass Du Klaus einen solchen Abschied ermöglicht hast. Ich glaube ein größeres Geschenk, als den so sehr geliebten Menschen, friedlich in seinen Armen einschlafen zu lassen- dann wenn das Leben einfach nicht mehr trägt- kann man nicht geben. Ich bin mir sicher, Klaus wird in Deinem Herzen für immer bei Dir sein. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und dass der Schmerz ganz, ganz bald zumindest ein kleines bisschen weniger wird. Von ganzem Herzen alles, alles Liebe Daniela

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