Ganz Alltägliches……..

Gestern hatte ich einen lieben Freund von mir im Chat. Leider wohnt er recht weit von mir entfernt so dass wir uns lediglich ( wenn überhaupt) nur über das Telefon oder über den Chat unterhalten können…Na ja, auf jeden Fall haben wir eine ganze Weile herum gealbert und ich weiß gar nicht mehr wie wir darauf gekommen sind, aber irgendwann schrieb er, es sei quasi ein ungeschriebenes Gesetz, dass Männer ständig unter den spontanen Einfällen ihrer Frauen zu leiden hätten, da Man(n) diese Einfälle für gewöhnlich postwendend in die Tat umzusetzen hätte….

Ich musste laut auflachen, denn dieses Phänomen kam mir dann doch mehr als bekannt vor. Habe ich selbst doch auch eine solches Exemplar zuhause, welches ständig „ächzt und stöhnt“ unter den Ideen, die da wieder einmal durch mein weibliches Hirn geistern….

Ja, wir hatten Spaß, aber dann war sie plötzlich da, die Trauer meines Freundes. Von einer Sekunde auf die andere. Von Jetzt auf Nachher  war der Schmerz meines Freundes so unglaublich präsent, dass er selbst für mich, über diese weite Distanz hinweg, tief in meinem Herzen spürbar war.  Da war sie, diese tiefe Wunde, die der Tod  unausweichlich in der  Seele  eines Menschen hinterlässt, wenn er diesem den Partner, den Menschen der ihm die Welt bedeutet, nimmt.

So gegenwärtig war das Gefühl  der Trauer meines Freundes in diesem Augenblick, dass es mir fast gar den Atem verschlagen hat. Entsetzlich, kaum vorstellbar!!! Ja, es müssen diese ganz alltäglichen Dinge im Leben sein, all die Kleinigkeiten, ja vielleicht sogar die Dinge die uns für gewöhnlich am Anderen stören, die wir schlussendlich so unglaublich schmerzlich vermissen. Die uns so sehr fehlen, dann wenn der Tod uns einen geliebten Menschen nimmt.

Der „ Wolf“ hat auch in meinem Inneren ein Bewusstsein für den Tod geschaffen. Kein theoretisches, nein ein ganz reales , emotional spürbares. Heute ist es nicht mehr so sehr die Angst davor selbst zu sterben. Diesen Planeten irgendwann verlassen zu müssen ist für mich in der Zwischenzeit akzeptabel geworden, denn irgendwo, ganz tief in meinem Inneren fühle ich die Gewissheit, dass dort wo der Tod ist, auch unendlicher Friede herrscht…Freiheit!!!!

Angst vor dem Tod habe ich aber trotzdem. Ich habe Angst vor der Trennung, die er uns auferlegt, Angst davor zurück bleiben zu müssen, diesen unvorstellbaren Schmerz des Verlustes ertragen zu müssen.

Ja, der Tod macht Angst, auf jeden Fall. Und doch ist es so, dass ich die Gedanken an ihn heute besser zulassen kann. Ich kann sie besser ertragen, denn wann immer er mich berührt, lässt er mein Herz , angesichts des Leids das er mit sich bringt ganz weich werden. In solchen Momenten wird alles andere unwichtig. Alles was mir im Alltag manchmal ( scheinbar) den allerletzten Nerv raubt, verliert vollkommen an Bedeutung.

Ja, gerade dann wenn der Tod in mein Leben tritt, dann spüre ich nichts weiter als diese tiefe Liebe zu den Menschen die mir nahe sind….Ja, gerade dann spüre ich die Wertschätzung für das Leben als solches ganz tief in meiner Seele. Und ich fühle eine unglaubliche Dankbarkeit für all die Liebe die mir zuteil wird, für all das Leben das mich umgibt.

 

Epilog:

Mein „Wolf“ hat in der langen Zeit in der er nicht erkannt  wurde und in der er ohne Behandlung geblieben ist, den Tod als Realität des „Mensch Seins“ in mein Leben, in mein Bewusstsein gebracht. Lange Zeit habe ich geglaubt, dass ein erfülltes Leben mit ihm an meiner Seite nicht möglich sein kann. So groß war die Angst, so groß der Schrecken der seine Gegenwart in mir ausgelöst hat. Heute ist der Gedanke an die Vergänglichkeit des Lebens zumindest erträglicher geworden. Ja,  ich sehe es sogar als unsere gesellschaftliche Aufgabe, das Thema „Sterben und Tod“  zurück in unser Leben zu holen, es zu integrieren.

Denn nur da wo die Präsenz des Todes emotional anerkannt wird, entsteht der tiefe Wunsch danach, das Leben zu schützen. Und eben diesem tiefen Wunsch entspringt die Fürsorge, deren es bedarf,  um unseren Lieben und dem Leben das uns umgibt, den Schutz zukommen zu lassen, den wir schlussendlich alle (ausnahmslos) so dringend benötigen.

Meine Gedanken sind an dieser Stelle bei meinen Freunden. Meinen Freunden, die ihre Lieben bereits haben gehen lassen müssen. Die sie an eine schwere, seltene Krankheit verloren haben. Und sie sind bei all denjenigen, deren Leben es nicht mehr zulässt die Anwesenheit des Todes  verleugnen…Ich fühle zutiefst mit Euch!!!

 

 

 

7 Comments on “Ganz Alltägliches……..

  1. Pingback: Ganz Alltägliches…….. — Come Together – romanticker-carolinecaspar-autorenblog.com

  2. 😥😥😪 Den Beitrag like ich nicht aber du hast so Recht. Ganz unter uns manchmal wünsche ich mir auch Erlösung. Mit jeder Prednisolon Senkung geht’s mir wieder schlechter und nun bin noch Dauergast beim Zahnarzt weil die Entzündung aus dem Mund nicht gehen will. Heute habe ich trotz Leberwerte beschlossen doch Ibu zu nehmen.8 Monate nur Theater. Es reicht. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und auch unseren Männern
    Ganz liebe Umarming Grüße und Kraft

    Gefällt 2 Personen

    • Ich schenke Deinem Beitrag jetzt trotzdem mal ein Like. Einfach weil ich denke, dass es so wichtig ist, dass wir darüber sprechen wie es uns geht und was der Lupus alles anrichten kann. Ansonsten bleibt man alleine damit und das macht alles nur noch schlimmer. Was Deine Verfassung anbelangt, das gefällt mir gar nicht. Ja, ich weiß wie das ist ..auch ich habe Zeiten gehabt, da dachte ich sterben ist besser als in einem solchen Zustand weiter leben zu müssen. Aber das ist noch lange keine Option und noch darfst Du nicht aufgeben, denn es sind bei weitem noch nicht alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Ich nehm Dich hier jetzt einfach mal ganz fest in der Arm und melde mich per PN…dann können wir nochmal überlegen, wo/wie der Weg weiter aussehen könnte…Alles Liebe erstmal, Daniela

      Gefällt 1 Person

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