Für Silvia

„Gleich einer ziehenden Wolke, durch nichts gebunden: Ich lasse einfach los, gebe mich in die Launen des Windes“

-Taigu Ryokan-

Dieser Beitrag ist meiner lieben Freundin Silvia gewidmet, deren Entscheidung ihr Leben aufgrund von schwerer Erkrankung aus freien Stücken zu beenden sich mit dem heutigen Datum jährt.

An der damaligen Situation, nachzulesen unter Für meine Freundin….. hat sich bis heute nicht viel verändert.

Noch heute wird das Sjögren-Syndrom auch in Fachkreisen oftmals unterschätzt und ausschließlich als mild verlaufende Kollagenose bewertet.

Noch heute werden die Auswirkungen dieser Erkrankungen oftmals bagatellisiert, die Betroffenen nicht ernst genommen.

Noch heute gibt es keine spezifischen Medikamente, bei schweren Verläufen muss auf Off-Lable-Medikamente zurück gegriffen werden, die von den Kassen nur ungern bezahlt werden.

Noch heute gibt es für schwierige und komplizierte Krankheitsverläufe viel zu wenige Ansprechpartner.

Noch heute sind die Wartezeiten in den entsprechenden Ambulanzen viel zu lange, die Ärzte überbelastet.

Noch heute sind die Wege zu den spezialisierten Fachärzten oftmals viel zu weit und von schwer erkrankten Menschen kaum zu bewältigen.

Noch heute finden seltene Erkrankungen oder Erkrankungen mit seltenen Verläufen in der medizinischen Versorgung viel zu wenig Beachtung.

In Gedanken, liebe Silvia, bin ich heute bei Dir. In Trauer aber auch in tiefer Dankbarkeit dafür, dass wir ein Stück unseres Weges gemeinsam gehen durften. Es ist nach wie vor mein Wunsch mein Versprechen aufrecht zu erhalten den „Geist eines offenen Herzens“ in ein medizinisches System hineinzutragen , welches aus vielerlei Gründen den Bezug zum Menschen verloren hat. Für Dich und für Deine Familie, die Du hier zurücklassen musstest. Für alle Patienten, für alle Ärzte und für alle anderen, die täglich mit den Schattenseiten der modernen Medizin zu kämpfen haben.

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