1:0 für mich……

So, der erste Schritt liegt hinter mir . Die Magenspiegelung ist geschafft. Vollkommen stressfrei. Spritze bekommen, eingeschlafen und ohne auch nur irgendetwas mitbekommen zu haben, wieder aufgewacht.

In der Zwischenzeit kann ich solche Dinge ja ganz gut zur Seite schieben. Immer schön im „Hier und jetzt „ bleiben. Die Untersuchung ist notwendig, Ängste lohnen sich an dieser Stelle nicht….bzw. mein „Sjögren-Wolf“ hat mich gelehrt Untersuchungen gedanklich so lange zur Seite zu legen, bis es denn so weit ist. Darin bin ich Weltmeister!!!

Die letzte Magenspiegelung hatte ich wohl auch bereits wieder erfolgreich verdrängt, aber gestern Abend, beim Ausfüllen der Unterlagen, war sie dann plötzlich wieder da, die Erinnerung an den letzten Klinik Aufenthalt.

Magenspiegelung. Ohne Narkose!!!! Es war fürchterlich. Ja, geradezu gewaltsam habe ich es empfunden.  Offen gestanden bin ich mir noch nicht einmal mehr sicher, ob ich dieser Vorgehensweise zugestimmt habe. Vermutlich schon, aber sicherlich nicht bewusst, denn mein Zustand war bereits zu schlecht, um die Dinge wirklich zu überblicken. Mir war nur klar, die Untersuchung muss gemacht werden. Oder anders formuliert, mir war eigentlich alles egal, ich wollte nur noch behandelt werden. Und das so schnell wie möglich. Gesprochen hat irgendwie keiner mit mir.

Doch dann dies. Gestern Abend  erinnere ich mich plötzlich wieder ganz genau. Mir war  noch nicht einmal  ansatzweise bewusst, dass ich die Untersuchung nicht verschlafen werde.

Völlig arglos lasse ich die Vorbereitungen über mich ergehen. Zur Seite legen, Mundstück rein und dann das böse Erwachen. Erst als der untersuchende Arzt mit dem Schlauch auf mich zukommt wird mir klar was da geschieht, dass ich mitnichten schlafen werde, dass ich alles mitbekommen werde. Ich bekomme Panik, will zurück weichen, aber das ist nicht möglich.

Am liebsten hätte ich geschrien, um mich geschlagen, mein gesamter Körper reagiert mit einem „Fluchtimpuls“, aber wohin?! Ausweichen nicht möglich, keine Chance. Irgendwie siegt dann doch  die Vernunft (oder die Resignation?!)  Ich halte irgendwie durch , gehe in eine Art „seelische Starre“ , lasse  die durchaus schmerzhafte Prozedur über mich ergehen, was bleibt mir auch anderes übrig.

Nach der Untersuchung bin ich vollkommen durcheinander, eigentlich begreife ich gar nicht was das mit mir geschehen ist. Alles was bleibt ist das Gefühl, dass da etwas gegen meine Willen mit mir passiert ist, etwas fast schon demütigendes. Etwas was nicht nur in meinen Körper, sondern auch tief in meine Seele eingedrungen ist. Etwas was sich so leicht nicht wieder abschütteln lässt.

Für mich ein schlimmes Erlebnis, dass ich zwar offensichtlich verdrängen, aber scheinbar nicht vergessen kann. Für den untersuchenden  Arzt sicherlich Routine. Tja, so unterschiedlich können  Erlebniswelten sein.

Wie gut, dass ich heute eine ganz andere Erfahrung machen durfte. Mein ohnehin schon vorhandenes Vertrauen in meine onkologische Praxis (mit der ich schon mit meinem „Sjögren-Wolf“  durchaus positive Erfahrungen machen durfte, wächst zusehends  ..und schön ist zudem auch, dass der makroskopische Befund schon mal unauffällig ist….auch wenn das Ergebnis der histologischen Untersuchung  noch abzuwarten bleibt.

Insgesamt aber:     1:0 für mich   !!!!! So kann es weiter gehen.

 

 

2 Comments on “1:0 für mich……

  1. Genau, liebe Daniela so soll es weiter gehen!!!!!!
    Gut, dass du auch mal andere, positivere Erfahrungen sammeln darfst.
    Ich hatte auch schon mehrere Magenspiegelungen, die ich grundsätzlich nur mit Sedierung machen lasse. Auch meine jährlichen Darmspiegelungen werden nur so durchgeführt.
    Habe nach langem Suchen auch eine Klinik gefunden, die das sehr gut macht, gehe immer ganz entspannt dorthin.
    Ich freue mich SEHR für dich, dass das 1. Ergebnis schon mal gut ist!
    Alles Gute wünsche ich dir auch für deine bevorstehende CT, auch mit einem hoffentlich erleichternden Ergebnis!!!
    Alles Liebe und einen herzlichen Drücker,
    Milka

    Gefällt 3 Personen

    • Ich danke Dir für Deine guten Wünsche, liebe Milka ….ja, es ist doch wirklich ein Segen, wenn es Anlaufstellen im med. System gibt, die man entspannt ansteuern kann. Für mich hat sich die Situation diesbezüglich auch sehr verbessert. Dem Himmel sei Dank!!!! Besonders schlimm war es in der Zeit ohne Diagnose. Da fällt man schlichtweg durch das Netz. Meiner Erfahrung nach ist es für Ärzte besonders schwierig mit diesen Unsicherheiten umzugehen, was für so manchen Patienten verheerende Auswirkungen hat. Hier müssen ganz dringend andere Wege gefunden werden. Aber das ist natürlich nochmal ein anderes Thema. Wichtig wäre auch ,dass Wissen und medizinische Möglichkeiten konsequent und zum Wohle aller Patienten angewandt werden, es muss einfach nicht mehr sein, dass Patienten unter Magenspiegelungen leiden…..und trotzdem wird es praktiziert…..Die Ursachen für die Misstände sind vielschichtig, weshalb es dringend notwendig ist darauf aufmerksam zu machen, damit gemeinschaftlich nach besseren Lösungen gesucht werden kann .
      Meine Liebe, fühl Dich ebenso gedrückt und bis bald,
      Daniela

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