Herbst……

Noch immer gibt es Dinge in meinem Inneren die unverarbeitet sind. Nun ist es fast ein Jahr her, dass wir hier in unserem „Bullerbü – Haus“ eingezogen sind. Aber das wirkliche „Bullerbü – Gefühl“ hat sich noch immer nicht wieder eingestellt…sicher, es geht mir besser!!! Allein schon körperlich, denn die Endoxan- Behandlung hat mich zumindest aus der bedrohlichen Situation herausgeholt, wenngleich gesundheitlich trotz alledem noch einiges im Argen liegt. Und auch meiner Seele geht es deutlich besser. Ich spüre mich wieder, die „Schockstarre“ bedingt durch die Schwere der Erkrankung, durch das Verlassen meines Zuhauses, durch den erzwungenen Neubeginn, die hat sich gelöst.

Ja, ich atme auf!!! Aber mit dem neuen Leben, das ich dadurch gewonnen habe taucht auch noch etwas ganz anderes auf. Nämlich?! Die Angst vor demselben.

Wow, eigentlich kenne ich das so gar nicht!! Eigentlich war ich immer eher neugierig auf das Leben. Ja, schon manches Mal auch ängstlich, aber eben auch neugierig. Gierig nach Erfahrung, wenn man so möchte….

Und jetzt, jetzt kann ich mich nicht wirklich mit ihr anfreunden, mit dieser Zukunft die da so plötzlich wieder vor mir liegt…

Was ist das für eine Zukunft, in die ich da nun blicke? Die Zeit des „Aufstrebens“ scheint vorüber zu sein. Wohin ich auch schaue nehme ich Begrenzung war. Grenzen die durch die Erkrankung vorhanden sind, zeitliche Begrenzungen, drohende Abschiede.

Über viele Jahre hinweg habe ich keine andere Wahl gehabt als zu kämpfen. Um die Diagnose, um die richtige Behandlung und die letzten Jahre regelrecht um mein Überleben.

Und jetzt ist es also gesichert, dieses Überleben. Und nun?! Sterben ist keine Option mehr. Zumindest nicht im Moment. Aber wieder da ansetzen wo mich der „Wolf“ vor Jahren aus dem Leben gerissen hat funktioniert irgendwie auch nicht mehr…Aufstehen, einmal Schütteln und weiter geht´s klappt nicht mehr so richtig, die Lücke zwischen den Leben ist zu groß geworden

Es ist Herbst geworden. Plötzlich!!! Ohne dass ich den Sommer hätte wirklich leben können…

Es schmerzt diese Erkenntnis und noch weiß ich nicht, wie genau es sich mit ihr Leben lässt…Aber immerhin habe ich das Hindernis bereits im Visier…die beste Voraussetzung dafür es überwinden zu können…

Und eigentlich? …. Ja,..eigentlich liebe ich den Herbst. Seine bunten Farben, den klaren Himmel, die kühleren Temperaturen. Die ungezügelten Stürme die den bevorstehenden Winter ankündigen, den Rückzug bedingt durch die kürzeren Tage und die längeren Nächte. Alles geht etwas langsamer, darf langsamer gehen…..

Ja, vielleicht dauert es einfach noch ein wenig bis ich den Herbst nicht nur in der Natur sondern auch in mir selbst annehmen und lieben kann…..

 

10 Comments on “Herbst……

  1. Pingback: Herbst…… — Come Together – romanticker-carolinecaspar-autorenblog.com

    • Danke, liebe Hedwig für die lieben Worte. Ja, ich genieße schon auch Momente tiefen Glücks, es ist ja immerhin ein ganz großes Geschenk, dass das Leben nochmals zurück gekommen ist. Aber daneben gibt es eben auch Ängste. Das Leben ist ja immer irgendwie beides. Ich schicke Dir ganz liebe Grüße zurück, Daniela

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  2. Mensch Dani Du sprichst mir aus dem❤❤ Manchmal, nee eigentlich sehr oft denke ich Du erzählst und schreibst von mir. Ich glaub unsere Wölfe sind Seelenverwand oder wonder es ist ein Jahr der Wölfe. Wahnsinn

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    • Ich liebe zwar den Herbst nicht wegen raynaud und syri aber ich glaube langsam Das Wölfchen mir den Herbst zur Hölle macht und dann schlägt Syri mit ein.

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    • Liebe Syrimitlupi, ich freue mich wenn ich Dich mit dem was ich schreibe berühren kann. Sich in jemand anderem wiederfinden zu können, bedeutet nicht alleine zu sein. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war es unglaublich wichtig für mich lesen zu können, dass es anderen ebenso ergeht wie mir . Es war der Zeitpunkt an dem meine Isolation die durch die Erkrankung entstanden war, durchbrochen wurde. Deshalb schreibe ich, deshalb finde ich es so wichtig dass andere schreiben.
      Ich sende Dir ganz liebe Grüße und bis bald, Daniela

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  3. Hallo Daniela, Mut für den Neuanfang zu haben birgt immer Ängste in sich. Als ich meinen Mann verlassen habe, weil er sich nicht in meine Erkrankung einfühlen konnte und mich zusätzlich verspottet hat, war Angst-Mut-Angst mein Begleiter. Aber dann begegnete mir wieder das Gedicht:
    „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ Da lernte ich mit anderen Augen sehen.
    Das wünscht dir auch
    Gerel

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