Und die Hoffnung…

stirbt zuletzt….

Morgen ist es nun also so weit, der nächste Termin an der Uni steht an. Ich brauche dringend eine andere Behandlung, die Antikörper die bereits von mehreren Seiten in Erwägung  gezogen wurden, für deren Verordnung aber niemand die  Verantwortung übernehmen möchte, weil das Krankheitsbild zu unklar umrissen ist.

Und ich habe Angst!!! Angst davor wieder nicht ernst genommen zu werden. Angst davor, dass erneut an alten , fehlerhaften Arztbriefen festgehalten wird. Angst davor wieder nur „abgewimmelt“ und  ohne entsprechende Behandlung nach Hause geschickt zu werden.

Und trotzdem ist etwas anders,  mein „Inneres Kind“ ist wieder bei mir. In den vergangenen Wochen hat sich der seelische  Knoten in meinem Inneren gelöst. Ich kann erkennen, dass die Angst vor dem Sterben, davor dass ich in äußerster Not im Stich gelassen werde, so groß war, dass ich die Augen fest verschlossen gehalten habe. Ich habe weggeschaut. Vertraut wo es nichts zu vertrauen gab. Fehlverhalten geduldet und Fehler vorschnell entschuldigt ohne, dass diejenigen die sie begangen haben, die Verantwortung dafür hätten übernehmen müssen…

Hätte ich hingeschaut und all dies bewusst wahrgenommen, wäre es mir nicht mehr möglich gewesen mich in die Therapie einzulassen, denn dann hätte ich innerlich anerkennen müssen, dass keiner der Beteiligten in irgendeiner Form die Orientierung hat und ich mich im absolut freien Fall befinde.

Nein , es war nicht falsch die Augen zu verschließen, es war ein Schutzmechanismus, der es mir ermöglicht hat zu springen. Den Sprung zu wagen, der mir das Leben gerettet hat.

Und trotzdem, jetzt muss Schluss damit sein. Die Zeit ist gekommen in der die Fehler, die passiert sind, aufgedeckt und anerkannt werden müssen. In der diejenigen, die Verantwortung tragen, diese auch übernehmen müssen,  da ich ansonsten niemals die Chance auf eine treffsichere Diagnose und damit auf eine eine angemessene Behandlung erhalte.

Nein, wütend bin ich nicht. Nur fest entschlossen!!! Ich weiß, dass es keine einzelnen Schuldigen gibt, dass all dies was geschehen ist im Bereich dessen liegt, was menschlich ist. Aber -und daran führt kein Weg vorbei- die Wahrheit MUSS benannt werden. Für mich und für alle anderen die unter einem Gesundheitswesen zu leiden haben, das den einzelnen Menschen längst aus dem Blick verloren hat…..

Möge es mir gelingen, mein „Inneres Kind“, bei allem was da morgen über mich herein bricht, schützend und behütend im Arm zu behalten…..

9 Comments on “Und die Hoffnung…

  1. Liebe Daniela,
    morgen werde ich dich in Gedanken begleiten, denn ich weiß nur zu gut, wie du dich gerade fühlst!
    Wie oft habe auch ich diese Erfahrungen des „nicht Ernst genommen werden“, der fehlenden Verantwortung oder schlimmer noch, der „eingebildeten Kranken“ ertragen müssen…..
    Wie oft hatte man die Hoffnung, endlich eine entsprechende Behandlung zu bekommen, wieder begraben müssen- es macht sehr viel mit uns und auch unserer Krankheit. Das sind Dinge, die wir überhaupt nicht brauchen !!!
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dein morgiger Termin ganz anders verläuft, man dich ernst nimmt, dich als den kranken Menschen sieht, der du bist!!!
    Ich drücke ganz fest meine Daumen, meine Liebe und umarme dich ganz herzlich
    Milka

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    • Liebe Milka,
      ja Du hast so vollkommen Recht. Der Stress, der durch den ewigen Kampf um die angemessene Behandlung erzeugt wird , ist das blanke Gift für die Erkrankung und widerspricht geradezu jeglicher Möglichkeit auch nur einigermaßen gesund zu werden. Ich denke so oft an Dich , meine Liebe, im Wissen darum wie sehr auch Du zu kämpfen hast. Melde Dich, wenn Du kannst (und Dir danach ist) ja,?! Bis dahin schicke ich Dir eine ganz liebe Umarmung zurück, bis bald Daniela

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  2. Liebe Daniel, ich drück Dir ganz fest die Daumen für morgen. Das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, kenne ich sehr gut. Dabei war es zum Glück 🍀 nur eine Borreliose, die eine junge Ärztin nach 10 jähriger Odyssee entdeckte und erfolgreich therapierte. Nun bin ich zum Glück 🍀 gesund. Ich hoffe sehr, dass Du auf einen engagierten Medizinmannn /frau triffst.

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    • Es ist unglaublich, liebe Hedwig..was Du erzählst macht mich wirklich betroffen… Auch eine Borreliose ist kein Pappenstiel für die Betroffenen. Ich weiß, dass sich hinter diesem „ nicht ernst nehmen „ nichts als Unsicherheit verbirgt, aber es macht mich dennoch immer wieder wütend weil dadurch so viel zusätzliches Leid verursacht wird. Ich freu mich für Dich, dass Dir nach einem so langen Weg geholfen werden konnte und bete zu Gott, dass es mir morgen gelingen wird, den Prof. Zum Zuhören zu bewegen…ich werde auf jeden Fall keinerlei Ausflüchte mehr dulden…Fühl Dich ganz herzlich gegrüßt, Daniela

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  3. Meine Liebe Dani ich denke an Dich und hoffe das es was wird. Ja Du hast sooo Recht wir müssen aufhören zu entschuldigen, es ist nicht nur eine Steuererklärung, ein Loch im Dach, ein Fehler beim kassieren und schon gar nicht nur ein Job in dem man Überforderung entschuldigen kann. Sie spielen mit einem LEBEN.

    Das Gesundheitssystem entscheidet über unserer Leben, aber gleichzeitig ist es uns verwehrt darüber zu entscheiden. Und wie ich ja nun zu hören bekommen habe da muss Patient den Allerwertesten mal drehen müssen sich diese Mediziner dann auch mal Kritik gefallen lassen.

    Ich wünsche Dir von Herzen viel Glück und Kraft und hoffe es ist ein wenn auch nur in kleinen Schritten Erfolg absehbar.

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    • Ich Danke Dir , Du Liebe…Ja, wir müssen in einen echten Kontakt gehen.. Uns Gehör verschaffen, ohne zu verurteilen…Bewusst
      oder absichtlich mit dem Leben anderer spielen , das machen vermutlich die wenigsten… Aber die Defizite im System, die müssen konsequent angesprochen und aufgedeckt werden….Nur so kann schlussendlich Veränderung stattfinden…Auch Dir alles Liebe, ich denke an Dich, Daniela

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