Sound of Silence

„Die Stille ist die Musik, die wir brauchen, um uns selbst ganz nah zu sein“

-Klaus Seibold-

Momente der Stille im Vogelschutzgebiet „Salemer Klosterseen“….Balsam für die Seele

Kontraste

„Mein Leben besteht aus Kontrasten, ich habe gelernt die zwei Seiten der Medaille zu sehen. In den Momenten größten Erfolgs verliere ich nicht die Tatsache, dass andere Menschen mit großen Schmerzen auf der Straße auf mich warten, und wenn ich in Unglück versunken bin, warte ich auf die Sonne die später kommen wird“

“ Isabell Allende“

Leichtigkeit

„Der Grund warum Vögel fliegen können und wir nicht, ist der , dass sie voller Zuversicht sind, und wer zuversichtlich ist, dem wachsen Flügel“

-Sir James Matthew Barrie-

Die Silberreiher sind zurück und fast jedes Mal, wenn ich in`s Naturschutzgebiet komme, erfreue ich mich ihrer Anwesenheit. Am Liebsten bin ich ja dort, bei einem Wetter, welches die meisten Leute als eher schlecht bezeichnen würden.

Ich aber liebe es, wenn der Wind über den See rauscht und so viel von den Kräften der Natur erzählt. Wenn er das Wasser aufwühlt, es in den unterschiedlichsten Farben aufleuchten lässt und dem See weiße Schaumkronen auf die Wellen zaubert.

Die Reiher scheinen dieses Wetter ebenso zu lieben wie ich und für mich ist es ein Fest ihnen zuzuschauen. Herrlich, wie sie den Wind für sich nutzen, sich von ihm tragen lassen, sich auf und ab von ihm heben lassen, die Flügel weit ausgebreitet. Leicht wie im Tanz, anmutig und schön präsentieren sie sich im Spiel mit der Lebendigkeit der Natur.

Sie kämpfen nicht, vertrauen sich dem Leben und dessen Energien an. Die Eleganz mit der sie sich von den Windböen tragen lassen, ohne an ihnen zu zerbrechen, beeindruckt mich immer wieder. Es liegt so viel Freiheit, so viel Leichtigkeit in ihrer Art sich von den Kräften der Natur tragen zu lassen, dass ich fast vor Sehnsucht platze. Am liebsten möchte ich mit ihnen fliegen …….

Epilog:

Im Moment ist meine Situation stabil. Keine neuerlichen Erschütterungen, keine erneuten Einschläge. Und dennoch bleibt es schwierig. Ich sehe zu wie die Lebensgeister meiner Mutter immer weniger werden, wie meine geliebte „Fellnase“ immer weniger wird. Ich weiß, dass weitere Abschiede in`s Haus stehen….

Kein Tag, an dem nicht zumindest eine kleine Welle der Trauer über mich hinwegrauscht und manchmal wünsche ich mir einfach nur noch, dass dieses „Ausharren“, dass der seelische Schmerz des drohenden Verlustes, endlich ein Ende hat.

Dann erinnere ich mich an meinen letzten Besuch bei meiner Psychoonkologin. Er liegt schon geraume Zeit zurück, denn die Termine finden schon seit Längerem nur noch in zeitlich großen Abständen und bei Bedarf statt. Beim letzten Termin erzählte ich ihr davon, dass ich nur noch selten das Bedürfnis habe mit ihr zu sprechen, weil ich im Grunde meines Herzens weiß, dass sie mir nicht mehr weiter helfen kann.

In meinem Inneren sehe ich sie etwas hilflos die Hände heben, sehe ihr sanftes Nicken vor mir und spüre das Mitgefühl in ihren Worten: „Es dauert so lange, wie es eben dauert“….. und ich weiß, dass es nichts weiter zu sagen gibt, weiß wieviel Weisheit in ihren Worten liegt und ich weiß, dass es nichts weiter zu tun gilt als die Dinge so zu akzeptieren, wie sie nun ein mal sind.

In diesem Moment lasse ich los und mein Blick wird wieder frei….frei für die Schönheit des gegenwärtigen Augenblicks…….und ich fliege.

Und einmal mehr denke ich: „Wir können so viel lernen von der Natur

Kleinigkeiten

„Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern“

-Carmen Sylva-

Freundlichkeit

„Freundlichkeit ist das Licht, das alle Mauern zwischen Seelen, Familien und Nationen auflöst“

-Paramahansa Yogananda-

Ich habe mir eine freie Zeit ganz ohne Termine eingeräumt und wann immer es das sonstige „Drumherum“ zulässt, verbringe ich meine Zeit am See. Ich sitze einfach nur da. Schaue auf´s Wasser, genieße die Stille. Die Anwesenheit der Reiher, die Möwen, das Leben im Naturschutzgebiet, welches sich jedes Mal neu, in verschiedenster Art und Weise, um mich herum entfaltet.

Aber so unterschiedlich sich das Leben hier auch zeigen mag, Enten treffe ich eigentlich immer an. Und ganz oft ist es so, dass sich über kurz oder lang eine kleine Schar dieser freundlichen Wesen bei mir einfindet.

Anders als in der Stadt jedoch, verhalten sich die Tiere hier im Naturschutzgebiet, dem Menschen gegenüber vollkommen anders. Scheu und zurückhaltend sind sie. Freundlich, etwas zaghaft, mit einer kleinen Prise Neugierde nähern sie sich an. Ohne jegliche Aufdringlichkeit, scheinbar eher die Gesellschaft suchend, als das Futter, welches sie anderorts so oft aus der Hand des Menschen erhalten.

Ich liebe das Gefühl, ihr Vertrauen genießen zu dürfen, welches sie mir ohne die Erwartung einer Gegenleistung schenken. Einfach nur so, aus reinem Interesse.

Nur dasitzen, mich von ihrer Gegenwart und ihrem freundlichen Wesen bezaubern lassen. Herrlich ist das, was für eine Wohltat für die Seele.

…und jedes Mal auf`s Neue lasse ich etwas von meinem seelischen Unrat hier zurück und nehme dafür ein kleines bisschen von der Freundlichkeit meiner gefiederten Freunde mit nach Hause. Ich sag`s ja immer …von der Natur können wir viel lernen….😊😊😊

Epilog:

Hier im Naturschutzgebiet werden die Enten noch deutlich weniger gefüttert als anderorts, so dass sie sich hier auch noch eher ihrer Natur entsprechend verhalten. Und dennoch bleibt auch hier der menschliche Einfluss nicht gänzlich aus, so dass immer wieder beobachtet werden kann, wie die Tiere von unbedarften Menschen, mit großen Mengen übrig gebliebener Brotreste, gefüttert werden.

Ich habe großes Verständnis dafür, dass Menschen es lieben die Wasservögel zu füttern, denn ihre Anwesenheit macht schlicht und ergreifend glücklich. Und dennoch, unsachgemäßes Füttern kann schlimme Schäden anrichten. Es gefährdet nicht nur die Gesundheit der Tiere sondern ebenso das biologische Gleichgewicht der Gewässer, welches die Tiere und auch wir so dringend zum Leben brauchen.

Und noch etwas mehr. Es bringt uns um das wunderbare Geschenk die Anwesenheit dieser freundlichen Geschöpfe genießen zu dürfen….ohne, dass wir irgendwas dafür zu tun hätten…..Außer vielleicht ein ganz klein wenig still zu werden.

Freude

„Freude ist wie ein Stein, der, ins Wasser geworfen, immer größere Kreise zieht“

-Adalbert Ludwig Balling-

Ein Flusskrebs für Sandra😊😉

Kleine Dinge

„Die kleinen Dinge? Die kleinen Momente? Sie sind nicht klein…“

-Jon Kabat-Zinn“-

…sie sind ganz groß. Gestern habe ich wieder mal einen dieser kleinen, ganz großen Momente erlebt. Ich durfte an den Ufern des Bodensees einem Steinwälzer begegnen. In solchen Momenten könnte ich einfach platzen vor Glück 😊😊😊

…..an dieser Stelle ohne weitere Worte. Euch allen ein schönes Wochenende mit vielen kleinen, ganz großen Momenten😊😊😊

Epilog:

Den Steinwälzer kannte ich bislang nur aus meinen Dänemarkurlauben. Diese sind mir nun in diesem Jahr ja leider nicht vergönnt. Umso schöner aber, dass dieser kleine Kerl hier den Weg an den Bodensee gefunden hat. Wer den Steinwälzer schon einmal beobachtet hat, der weiß woher er seinen Namen hat. In Dänemark hatte ich das Vergnügen ihn bei der für ihn typischen Beschäftigung beobachten zu dürfen. Hingebungsvoll hat er auf seiner Suche nach Nahrung einen Stein nach dem anderen umgedreht. Steine zum Umdrehen gab´s hier nicht, dafür umso mehr Schlick den er nach kleinen Tieren durchwühlen konnte. Ihm hier bei uns bei seiner Arbeit zusehen zu dürfen grenzt wohl schon fast an ein kleines Wunder, denn in Deutschland haben laut NABU nur noch sehr wenige Exemplare gebrütet. In der roten Liste wurde er deshalb bereits als ausgestorben kategorisiert….Pass gut auf Dich auf kleiner Freund!!!!!

Eisvogel

„Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding“

-Erwin Schrödinger, Physiker–

Die Hitze ist gebrochen und der Herbst schickt seine ersten Boten voraus. Ich bin dankbar, denn Hitze strengt mich an und weckt in mir die Sehnsucht nach kühler, klarer Luft. Nach morgendlichen Nebeln, die sich sanft über das Land legen und eine mystische Stimmung erzeugen. Nach der Ruhe und Stille, die am See einkehrt, wenn sich der touristische Rummel gelegt hat.

Noch bedarf es der frühen Morgenstunden, um etwas Ruhe hier in der Stadt zu finden, aber das frühe Aufstehen lohnt sich, denn zu einer Zeit in der die Landschaft sich noch menschenleer präsentiert, da zeigt sich die Natur.

Heute hatte ich das Glück einen Eisvogel beobachten zu dürfen. Der Eisvogel ist ein ganz besonderer Vogel. Nicht nur, weil er für naturbelassene Gewässer steht und uns daran erinnert, an welchen Stellen die Natur noch intakt ist. Auch aufgrund seiner schillernden Farben und seines außergewöhnlichen Jagdverhaltens.

Ein bisschen geheimnisvoll wirkt er, in seiner Art sich zu bewegen. Blitzschnell und kaum zu erfassen, taucht er urplötzlich und völlig unerwartet aus den Uferböschungen auf. Auf seiner Jagd nach Fischen, durchstößt er in Sekundenschnelle die Wasseroberfläche. Taucht unter, nur um im nächsten Augenblick bereits wieder an seinem Ausgangspunkt anzukommen. Sein Gefieder, welches in den Farben des Regenbogens glitzert, passt sich perfekt den Lichtverhältnissen an, so dass er im Wechselspiel von Licht und Schatten, welches die Uferböschungen durchzieht, fast zu verschwinden scheint.

Er passt wahrlich zu der etwas mystischen Stimmung der frühen Morgenstunden hier am See, ebenso wie er zu den vielen Geschichten passt, die sich seit jeher um ihn ranken.

Als „Grenzgänger zwischen den Welten“ wird er in den Mythen beschrieben. Als einer der in der Lage ist, die Grenzen zwischen dem Diesseits und dem Jenseits zu durchstoßen. So wie er urplötzlich und schnell wie ein Pfeil die Wasseroberfläche durchsticht, um seiner Beute habhaft zu werden, so soll er auch befähigt sein die Grenzen zur „Anderswelt“ zu passieren. In der christlichen Mystik gar, gilt er als Symbol für die Auferstehung, für den Sieg des Lebens über den Tod.

Besonders berührend ist die Geschichte des König Ceyx, welcher der Sage nach eine Schiffsreise antritt, um das Orakel des Appollon nach dem Willen der Götter zu befragen. Entsprechend der Vorahnungen seiner Frau Acyone sinkt sein Schiff, er ertrinkt in den Fluten und seine Leiche wird an den Strand gespült. Acyone, von übergroßer Trauer übermannt, verwandelt sich in einen Eisvogel und als dieser sich auf der Leiche des König Ceyx niederlässt, um ihn zu liebkosen, verwandelt auch dieser sich in einen Eisvogel. Von nun an gelten die beiden als Beispiel dafür, dass nur die Liebe vermag den Tod zu überwinden…..

Egal ob man den Eisvogel nun als Symbol für die Reinheit unserer Gewässer oder aber als Symbol für die Unendlichkeit des Lebens sehen möchte. Das frühe Aufstehen lohn sich in jedem Fall. Zumindest ich hab mich, durch die Begegnung mit ihm, reich beschenkt gefühlt.

Epilog:

Am 15. September hat sich der Todestag meines Vaters zum ersten Mal gejährt. Noch immer erlebe ich Tage, an denen die Trauer überwiegt. Immer häufiger aber erlebe ich beim Gedanken an ihn, dieselbe unfassbar warme Empfindung in mir, die ich direkt nach seinem Tod in der Gegenwart seines toten Köpers gespürt habe. In solchen Momentan habe ich fast den Eindruck, als könne ich seine Essenz, das was er am innersten Punkt seiner Seele gewesen ist, ganz tief in meinem eigenen Inneren fühlen und ich weiß: Ich werde ihn niemals in Gänze verlieren.

Im Alltag jedoch geht mir das Gefühl für diese Essenz, die uns wohl alle verbindet , oftmals verloren und ich hadere wieder mit dem Tod. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis es mir gelingt ihn vollständig zu akzeptieren. Von nun an aber wird mich der Eisvogel daran erinnern, dass es irgendwo am tiefsten Punkt meiner Seele eine Instanz gibt, die weiß, dass es die Liebe ist, die letztlich den Tod überwinden wird.

Scheue Waldbewohner

„Vergiss nicht, man braucht nur wenig um glücklich zu sein“

-Marc Aurel-

Die heutigen Bilder stammen von meinem letzten Ausflug in`s Eriskircher Ried. Eigentlich war ich auf Ausschau nach den ersten Vogelgästen hier im Ried, aber dann wurde dieses scheue Wesen, mit dem ich so überhaupt nicht gerechnet hatte, zum Glücksmoment des Tages.

Rehe bezaubern mich, aufgrund ihres schüchternen Wesens, einfach immer wieder, denn kein anderes Geschöpf des Waldes erinnert mich so sehr an die Verwundbarkeit und die Verletzlichkeit des Lebens. Auf dieses zarte Geschöpf wäre ich unter Umständen gar nicht aufmerksam geworden, wäre ich nicht von freundlichen Menschen auf seine Anwesenheit hingewiesen worden. Ganz still und voller Respekt haben sie es beobachtet und ich war so sehr berührt, als sie mich leise aufmerksam gemacht haben, um ihr Erlebnis, ihre Freude, mit mir zu teilen.

Solche Momente machen mich einfach unsagbar dankbar…..

Epilog:

Es gibt so viele Menschen, welche die Natur lieben und achten. Aber leider gibt es noch immer ebenso viele, die das Wunder, welches sie in sich birgt, nicht erkennen können. Menschen die lieber Besitz von ihr ergreifen wollen, anstatt sie zu lieben und die sie damit zerstören……Ich wünschte es würde mir gelingen, den Einen oder Anderen mit meinen Bildern zu berühren, die Schönheit der Natur den Menschen wieder ein kleines bisschen mehr in`s Bewusstsein zu rufen…..Ja, darüber würde ich mich freuen!!!