„Alles was die Natur an Gutem schenken kann, schenkt sie uns in Fülle. Und dazu die Begabung all das zu genießen“
–Indianische Weisheit-
Ich freue mich sehr Euch heute den ersten „Durchreisenden“ vorstellen zu dürfen, der mir in den vergangenen Tagen, ganz unverhofft, quasi direkt vor die Linse geflattert ist.
Ein kleiner, zierlicher Seidenreiher war es, der da zunächst in anmutigem Flug an mir vorbei gesegelt ist, nur um sich dann, ein kleines Stück vom Ufer entfernt und natürlich in gebührendem Abstand zu mir, auf einem Stückchen Schwemmholz niederzulassen.
Ein Silberreiher, so mein erster Gedanke, den ich aber, aufgrund der zierlichen Statur des Neuankömmlings, sehr schnell wieder verworfen hatte.
Zuhause angekommen und dem Internet sei Dank, ließ sich „mein“ Seidenreiher, dann auch aufgrund seines zierlichen Körperbaus und den schwarzen Beinen, die (wie ich finde😁😉) in äußerst schicken, gelb-grünen Schuhen daherkommen, recht leicht von seinem größeren Bruder, dem Silberreiher, unterscheiden.
Nicht ganz leicht hatte es der arme Kerl, denn entgegen der Gewohnheiten des Bodensees, gab es an diesem Tag etwas mehr „Wind und Welle“, was den Kleinen auf seinem Stückchen Holz ganz schön in`s Wanken gebracht hat.
Aber er zeigte sich unerschrocken und wusste die Wellen meisterhaft zu nehmen. Mit jeder Welle verlagerte er geschickt sein Körpergewicht und vermochte so, die Wellenbewegung, unter Zuhilfenahme seiner Flügel, perfekt auszubalancieren.
Aber manchmal, da wird`s dann selbst dem tapfersten „Surfer“ zu bunt. Und als er dann, zu allem Übel, auch noch von einer ganzen Schar Stockenten bedrängt wurde, hat er schlicht und voller Würde die Flügel ausgebreitet und sich seelenruhig und überaus elegant aus dem Staub gemacht….
Ja, manchmal kann es durchaus klüger sein, sich angesichts vorhandener Unannehmlichkeiten elegant vom Acker zu machen, indem man einfach die Flügel ausbreitet und voller Erhabenheit (und um des lieben Frieden Willens), in aller Ruhe davonfliegt.
Ich sag´s ja immer…von der Natur können wir so viel lernen nicht wahr?! 😊😉




Epilog:
Der Seidenreiher ist eigentlich eher in den südlichen Regionen Europas beheimatet, aber angesichts des Klimawandels breitet er sich wohl immer weiter Richtung Norden aus. Je nachdem wo er seinen Standort hat, verhält er sich als Standvogel oder aber als Kurz-bis Mittelstreckenzieher. Hier am Bodensee bekommt man ihn als „Durchzügler“ wohl nur recht selten zu Gesicht….

…….und wieder einmal hat mich das Leben mit dem scheinbar kleinen, großen Glück beschenkt 😊
„Wer sich im freien Fall in die Tiefe seiner Gefühle stürzt, begibt sich in die sichere Hand der Liebe“
–Verfasser unbekannt-
Es gab eine sehr lange Zeit in meinem Leben, da habe ich geglaubt, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit sei das aller höchste Gut im Leben. Geradezu als empörend, ja gar als Frevel an meiner Person habe ich die Vorstellung empfunden, dass mir dieses auf Dauer genommen werden könnte. Und doch ist es so gekommen.
„Ohne Gesundheit ist Alles nichts“ so sagte mir ein lieber Freund erst kürzlich und gewiss, an manchen Tagen mag sich das auch so anfühlen. Und dennoch, heute kann ich mit Gewissheit sagen, dass diese Aussage, für mich persönlich, alles andere als stimmig ist.
Ich bin krank, ohne Zweifel. Und dies wird sich auch unter der nun weitgehend passenden medizinischen Versorgung nicht mehr grundlegend verändern. Ein erfülltes Leben jedoch führe ich dennoch.
Sicherlich, es war und ist kein einfaches Leben, das ich da führe. Das ganz bestimmt nicht. Und ganz gewiss ist es auch nicht das Leben, von dem ich ursprünglich die Vorstellung hatte, es sei für mich bestimmt. Aber erfüllt ist es eben dennoch. Und selbst wenn ich auf die schwierigsten Jahre meines Lebens zurück schaue, so gab es neben all den Schwierigkeiten und schmerzlichen Ereignissen, die meine Familie und ich zu meistern hatten, doch auch unglaublich viel Schönes und Wertvolles.
Es hat sehr lange gedauert bis ich verstanden habe, dass es Dinge im Leben gibt, die man einfach nicht ändern kann. Und noch länger hat es wohl gedauert bis ich akzeptieren konnte, dass es schmerzliche Dinge im Leben gibt, Dinge die sehr viel Ohnmacht erzeugen, die tiefe Furchen in die Seele schlagen und die uns scheinbar unserer Größe berauben.
Tatsächlich habe ich viele Jahre und mindestens ebenso viele widrige Umstände gebraucht, um wirklich zu begreifen, dass exakt in dem Moment, in dem wir bereit sind unser Streben nach Macht aufzugeben, in dem wir damit aufhören, die Dinge kontrollieren zu wollen, wir uns dem freien Fall überlassen, sich uns eine ungeahnte Freiheit eröffnet.
Heute jedoch weiß ich, dass wann immer es uns gelingt unser „Klein Sein“ angesichts der Stürme des Lebens anzunehmen, wann immer es uns gelingt den „bitteren Geschmack“, den dieses Gefühl in uns erzeugt hinter uns zu lassen, sich uns die Möglichkeit eröffnet, zu einer ganz anderen Form der Größe heranzuwachsen.
Einer Größe die in der Hingabe an das Leben selbst begründet liegt. Einer Größe die den Kampf gegen das Leben als Ganzes aufgegeben hat und die uns die Freiheit gibt unser Leben zu gestalten. Aller Widrigkeiten, aller leidvollen Erfahrungen zum Trotz.
Wir werden vom Opfer unserer Lebensumstände, zum Schöpfer eines erfüllten Lebens…..

Epilog:
Dieser Beitrag ist meiner Familie sowie all meinen Freunden und Bekannten, die gerade schwer mit ihrer Erkrankung zu kämpfen haben, gewidmet. Er soll vor allen Dingen denjenigen Mut und Zuversicht schenken, die noch ganz am Beginn ihres Weges stehen und die noch große Angst vor der Unsicherheit des Lebens haben.
Er soll jedoch auch der Erinnerung dienen. All denjenigen die bereits Erfahrung im „Fliegen“ haben und die wissen, dass der freie Fall, neben all der Angst die ihn begleitet, auch unsagbar viel Freiheit mit sich bringt. ……Und die dennoch hin und wieder zögern, den großen Sprung ins Ungewisse zu wagen….
Und damit ist der Beitrag nicht zuletzt auch mir selbst gewidmet.
„Ein gutes Leben ist eine Sammlung guter Erinnerungen“
Ralph Waldo Emmerson“
Die Hitze legt mich vollkommen lahm. Neben den Arztbesuchen für die ganze Familie (incl. meiner beiden Hunde) und der Erledigung dessen was ansonsten noch so anfällt, raubt sie mir derzeit scheinbar das letzte bisschen meiner ohnehin schon nicht gerade üppigen Energie.
Aber die Zwangspause hat auch Vorteile, ich komme endlich dazu ein bisschen Ordnung in meinem Archiv zu schaffen und mich an alten Bildern und Erinnerungen zu freuen. Und da geteilte Freude ja bekanntlich doppelte Freude ist, gibt`s heute eine paar uralte Bilder von der dänischen Nordsee….

Dänemark wird in diesem Jahr nichts. Kiwi, mein Seelenhund und treuer Begleiter, ist zu alt und zu krank. Unser Kleiner hatte sich böse am Auge verletzt und auch ansonsten stehen die Sterne nicht gerade gut für`s Reisen. Dafür freu ich mich umso mehr auf den Herbst und den Vogelzug hier am See…….und ihr wisst ja, geteilte Freude ist die doppelte Freude, harren wir also gemeinsam der Vögel die da kommen🙂😉

Epilog:
Der Bodensee gilt als „Drehscheibe“ des Vogelzugs und bietet bei niedrigem Wasserstand vielen Watvögeln im Herbst und im Frühjahr gute Nahrungsquellen. Insbesondere am nördlichen Ufer des Sees werden viele „Durchzügler“ erwartet, da viele Vögel die Überquerung von großen Wasserflächen vermeiden und lieber am Ufer des Sees entlang, zum westlichen Ende des Sees fliegen. Von dort aus setzen sie dann ihre Reise in wärmere Gefilde fort.
„Es gibt eine spezielle Erhabenheit in der Natürlichkeit, die weit überlegener ist als jede Eleganz des Geistes“
-Alexander Pope-




„Nie stille steht die Zeit,
der Augenblick entschwebt,
und den Du nicht genutzt,
den hast Du nicht gelebt“
-Friedrich Rückert-
„Wir sind nicht Herren der Natur, sondern nur ihr Teil“
-Richard von Weizsäcker“
Seit ich nun den Weg in die Stadt zurückgefunden habe staune ich täglich wie anpassungsfähig die Natur doch ist. Wie sie sich in jedem noch so kleinen Winkel, den wir ihr überlassen, ihren Weg sucht. Sich immer wieder Bahn bricht.
Am meisten jedoch hat mich überrascht, dass ich auch hier noch jeden Morgen durch den Ruf der Greifvögel an die Freiheit, die uns allen inne wohnt, erinnert werde. Wie gut es ihnen doch gelingt sich zu intergieren, ihr Verhalten so anzupassen, dass sie mit dem Menschen leben können, ohne ihn zu stören….zu zerstören. Und, wann frage ich mich, wird der Mensch lernen, mit ihnen zu leben? Ohne sie zu stören….. zu zerstören?

Epilog:
Im Gegensatz zu den Tieren verfallen wir Menschen oftmals dem Irrtum Freiheit könne lediglich unter den besten Bedingungen gefunden werden. Unter den Bedingungen, die am meisten Glück, am meisten Wohlergehen versprechen. Schneller, weiter, besser…. Bedürfnisbefriedigung am besten sofort, so die in unseren Breitengraden weit verbreitete Devise…..Tatsächlich jedoch finden wir wirkliche Freiheit nur in unseren Herzen. Im Verständnis dafür, dass wir immer und überall eine Wahl haben. Vielleicht nicht immer auf unsere Lebensumstände, jedoch darauf wie wir auf diese reagieren, welche Antwort wir geben. Letztlich bleibt es unsere Entscheidung, ob wir bereit sind die passende Antwort auf die Bedingungen des Lebens zu geben. Ob wir uns in die Natur einfügen, uns integrieren wollen oder ob wir weiterhin gegen sie kämpfen und letztlich in ihr untergehen wollen.
Und einmal mehr sag ich mir.“ Wir können so viel lernen von der Natur“ Wenn wir nur wollen…..!!!!!!
„Wenn wir Freude am Leben haben, kommen die Glücksmomente von selber“
-Ernst Ferstl-

Weil fotografieren Freude macht und weil geteilte Freude doppelte Freude ist…..
„Vertrauen zu bewahren ist manchmal gar nicht so einfach. Die Wellen schlagen hoch, wir haben Angst. Schenken wir der Angst zu wenig Beachtung wird sie zu klein, es fehlt uns die Motivation unser Leben zu schützen. Lassen wir die Angst zu groß werden verlieren wir das Vertrauen in`s Leben, in die Menschen“
-Gedanken des Tages-
In den kommenden Wochen könnten die Anforderungen kaum höher sein. Termine in der Nephrologie, Onkologie, Rheumathologie stehen an, für meine Tochter, für mich. Und wie immer sind die medizinischen Fragestellungen, um die es gehen wird, komplex und schwierig… Die größte Herausforderung für mich wird sein, in der Gegenwart zu verbleiben, mir angesichts meiner Vorgeschichte die Offenheit zu bewahren, um mich nicht selbst zum Opfer von bereits Vergangenem zu machen. Es gilt meine eigene Geschichte nicht mit der Situation meiner Tochter zu vermischen. Mir meiner eigenen Erfahrungen bewusst zu bleiben, ohne mich im Schmerz vergangener Tage zu verstricken. Um das Erlebte zum Wohle aller Beteiligten sinnvoll nutzen zu können… Hierfür bedarf es Vertrauen. Zu den Menschen die mir begegnen werden und zum Leben. Vertrauen darauf, dass das Leben seinen Lauf nehmen wird…. unser aller, nur zu menschlichen, Unzulänglichkeiten zum Trotz…..
„Wenn wir wirklich lebendig sind, ist alles was wir tun oder spüren ein Wunder. Achtsamkeit zu üben bedeutet, zum gegenwärtigen Augenblick zurück zu kehren.
-Tich Nath Hanh-
Ich sitze auf dem Balkon, die Sonne wärmt mir den Rücken und ich spüre das Leben. Es ist schön hier, anders schön als ich es gewohnt bin, aber eben auch schön. Die Lebendigkeit der Natur vermischt sich mit der Lebendigkeit der Stadt und bringt eine eigentümliche Art des Friedens in mir hervor, die ich in dieser Art nicht kenne.
Ich beobachte die Vögel im Garten. Ich empfinde Zufriedenheit darüber, dass die Futterstationen, die ich im Frühjahr installiert habe, sich auch hier in der Stadt so großer Beliebtheit erfreuen. Einen Augenblick später stelle ich mit leichtem Entsetzen fest, dass nicht nur die Vögel, sondern auch Leo, mein pelziger Freund aus der Nachbarschaft, die Futterstellen für gut befunden hat. Gleich darauf jedoch stellt sich auch wieder Erleichterung ein. Ich atme auf, als ich feststelle, dass die Versuche des burschikosen „Räubers“, sich meiner gefiederten Freunde zu bemächtigen, ohne Erfolg bleibt.
Nebenbei höre ich die Klänge, aus der Kirche in unserer Nachbarschaft und von weiter her nehme ich die Geräusche der pulsierenden Stadt wahr.
Eine völlig andere Art der Ruhe, die sich da in mir ausbreitet. Eine Art der Ruhe die Natur und Kultur miteinander verbindet. Die mir deutlich macht, dass beides zusammengehört, das Eine nicht mehr oder weniger Teil des Großen und Ganzen, als das Andere…
Stille ….inmitten der Geschäftigkeit…..

Epilog:
Meine Lebenssituation ist mehr als dicht zur Zeit und äußere Stille lässt sich nur selten finden. An manchen Tagen wird mir die Stadt mit all ihren Reizen, das Leben mit all seinen An-und Herausforderungen schlicht und ergreifend Zuviel. Die Lebensumstände drängen mich aus meiner Mitte, ich werde unruhig und unzufrieden. An solchen Tagen spüre ich, wie die Anpassung an das „normale Leben“ den Fluss des natürlichen Lebens in mir zu ersticken droht. Dann nehme ich Zuflucht zu meinen geliebten Wäldern und Wiesen. Zu diesem Ort an dem alles ganz genau so sein darf wie es ist. Manchmal ganz real im Außen, manchmal aber auch „nur“ in meinem Inneren…Achtsamkeit bedeutet auch rechtzeitig zu spüren, wann genau es an der Zeit für ein bisschen Zuflucht ist….
„Unsere Verabredung mit dem Leben findet immer im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt unserer Verabredung ist genau da, wo wir uns gerade befinden“
-Tich Nhat Than-
Epilog:
Einfach geht definitiv anders. Im Moment ist mein Leben, wohin ich nur schaue, durch Krankheit und die damit verbundene Erkenntnis bestimmt, dass ich das Leid nicht auflösen, einfach nicht verändern kann. So sehr ich es mir auch wünsche. Eine Situation, die manchmal nur sehr schwer zu ertragen ist und die nicht selten auch Gefühle der Wut, sowie den Impuls aus der gegenwärtigen Situation entfliehen zu wollen, in mir erzeugt. Gelingt es mir jedoch in den gegenwärtigen Augenblick zurück zu kehren, so nehmen die Kämpfe ein Ende, die Wogen glätten sich und es stellt sich innerer Frieden ein….für diesen einen Augenblick…. Atmen, Daniela…..Atmen…..