Sehnsucht…..

ja, die habe ich. Sehnsucht nach unserem alten Haus, nach meinem Zuhause, nach dem Ort an dem unsere Familie beheimatet war. Nach diesem Platz der so vieles unserer gemeinsamen Geschichte gesehen hat, diesen Räumen in denen wir gemeinsam unsere Feste gefeiert haben, in denen wir noch alle zusammen waren.

Ich vermisse die  Zeit, in der wir zusammen in glückliche  Kinderaugen geschaut, in der wir gemeinsam gelacht, geweint, gestritten , ja einfach zusammen gelebt haben…

Jetzt , da Du im Sterben liegst, meine Liebe, jetzt sehe ich die Kostbarkeit dieser Zeit, sehe ihre Schönheit, die ganze Fülle der Gemeinsamkeit , die uns geschenkt war

Unbeschwert war sie nicht, diese Zeit. Nein , ganz gewiss nicht. Wie oft habe ich gedacht, dass der „Wolf“ mich dieser Zeit beraubt, mich vom Leben abgeschnitten hat. Wie oft habe ich betrauert  was er mir genommen hat und wie sehr sehne ich mich jetzt zurück, nach dem was trotz allem gewesen ist….

Ja, oft  war es anstrengend, fast gar zu anstrengend weil der „Wolf“ immer und ausnahmslos mit an Bord war, immer alles irgendwie mühsam gemacht und mir ein „Mehr“ an Kraft abverlangt hat, als dass ich eigentlich zur Verfügung gehabt habe.

Und wie oft habe ich geflucht angesichts der “ familiären Verpflichtungen“, des „Funktionieren Müssens“. Und was würde ich jetzt darum geben, noch einmal diese Zeit erleben zu dürfen. Noch einmal mit Euch , mit Dir, mit der ganzen  Familie gemeinsam an einem Tisch sitzen zu dürfen, die „alten Geschichten“ noch einmal  hören zu dürfen, noch einmal gemeinsam Zeit mit Euch verbringen zu dürfen.

Am schlimmsten finde ich, dass ich jetzt nicht so zu Dir kann wie ich es gerne möchte. Mein Hausarzt meint, ich benötige einen Mundschutz, darf Dich nicht so unbeschwert berühren wie ich gerne möchte, wegen des Infektionsrisikos…Und ja, ich möchte ehrlich sein, ich  habe Angst davor meine ohnehin schon desolate gesundheitliche Situation  noch weiter zu gefährden, ein Risiko einzugehen…meine Familie noch mehr in Angst und Schrecken zu versetzen…eine Angst um mich selbst, die mich daran hindert mich ganz auf Dich, auf die Situation einzulassen

Aber trotzdem, einmal noch werde ich bei Dir sein, ..einmal noch Deine Hand halten….Dich noch einmal berühren und Dich wissen lassen, dass Du uns immer willkommen warst, dass Dein Leben für uns von Bedeutung ist und auch für immer bleiben wird …..so wie ich mir wünsche, dass mein eigenes Leben, für die Menschen die ich liebe, für immer in irgendeiner Form von Bedeutung bleiben  wird…

Meine Gedanken werden Dich begleiten, werden bei Dir sein auf Deiner letzten Reise. In der Hoffnung, ja in der Gewissheit, dass der Tod, der uns  hier und jetzt trennen wird , uns irgendwann, zu einem jetzt noch unbekannten Zeitpunkt , auch wieder vereinen wird…dass wir uns irgendwann, irgendwo, irgendwie wieder sehen werden…

 

 

 

 

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