Ein bisschen zerknittert

so fühle ich mich noch immer. Körperlich noch immer ziemlich am Boden, seelisch nach Leben hungrig, dankbar jedoch für das bisschen Ruhe, für das bisschen Abstand , das ich in der Zwischenzeit zu den Ereignissen der vergangenen Monate gewonnen habe.

Die erste Infusion liegt hinter mir, die erste Verschlechterung die sie mit sich gebracht hat ebenso. Ein klein wenig Kraft kehrt zurück und mit ihr der Wunsch mein Leben zu gestalten. Ich genieße es wieder kleinere Tätigkeiten im Haushalt übernehmen zu können, freue mich daran was ich geschafft habe, habe wieder Ideen wie mein Leben aussehen kann.

Nichts großartiges muss es sein, eigentlich wünsche ich mir ein schlichtes Leben. Ein Leben im Einklang mit der Natur, mit meinen Freunden, mit mir selbst , mehr braucht es nicht um glücklich zu sein…nicht mehr !!!!

Ja, es würde noch so vieles zu erzählen geben. Von meinem Aufenthalt in der Klinik, von missglückter Kommunikation, von erneuter Angst wieder nicht behandelt zu werden. Aber auch vom  Happy-End, vom Aufgefangen werden, vom guten Gefühl menschlich angenommen zu sein. Von der Angst davor wie es weiter gehen wird, von den Bedenken ob ich einen Arzt finden werde, der sich ordentlich um mein Lymphom kümmern wird, davon wie wir langfristig die Probleme mit der Quarantäne lösen werden….. ja, Gott weiß , noch immer könnte ich damit Seiten füllen .

Aber im Moment steht mir der Sinn danach nicht,  im Moment möchte ich einfach nur das Leben aufsaugen, im „Hier und Jetzt“ sein. Das was ich habe in vollen Zügen genießen und  die Fülle die ich gerade innerlich und äußerlich erlebe, ein kleines bisschen mit Euch teilen..

In diesem Sinne, habt alle einen schönen und erfüllten Sonntag.  Der Krise und allem was Euch sonst noch so belastet um Trotz!!!!!

 

6 Comments on “Ein bisschen zerknittert

  1. Liebe Daniela….. ja, deine aktuelle Sichtweise auf dein Leben kann ich gut verstehen!
    Man wird durch die Krankheit und all die damit verbundenen Herausforderungen sehr demütig dem Leben gegenüber – und so dankbar für die ganz einfachen Dinge!
    Genieße deine kleinen Schritte hin zu einem (hoffentlich!!!) besseren, unbeschwerteren Leben!
    Das wünsche ich dir von Herzen und begleite dich gedanklich dabei immer mal ein kleines bisschen 😉 denn der Weg kommt mir so bekannt vor…………
    Eine herzliche Umarmung schicke ich zu dir,
    Milka

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, liebe Milka…Demut, das ist tatsächlich der richtige Ausdruck Genau das wird durch die Krankheit regelrecht erzwungen..wobei dies ja auch Positives hat. Die Krankheit wäre ich ja lieber heute als morgen los, die „ Grössenphantasien“ von früher wünsche ich mir aber auch nicht mehr unbedingt zurück. Genau genommen hatten diese ja auch etwas sehr anstrengendes, etwas davon sich immer und überall beweisen zu müssen, mithalten zu müssen (oder vielleicht auch nur zu wollen?!) …dies fällt ja nun von ganz alleine flach, was einem wiederum auch erlaubt sich den scheinbar „unwichtigen“ , weil unspektakulären Dingen zu widmen. Versuchen wir das Beste draus zu machen und jedem Tag so viel Lebendigkeit wie nur irgend möglich abzugewinnen…Ich denke an Dich , meine Liebe ❤️und schicke eine herzliche Umarmung zu Dir in den hohen Norden 😘😊

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: