Selbstliebe

„Deine Geschichte anzuerkennen und Dich dafür zu lieben, ist das Mutigste was Du je tun wirst“

-Brene´ Brown-

Nach 3 Impfungen, die mein Körper mehr schlecht wie recht verkraftet hat, einer anschließenden Covid-Infektion, die mein Immunsystem getriggert und meine Erkrankung aktiviert hat und zwei Rituximab -Behandlungen mit den entsprechenden Nebenwirkungen, wache ich seit Wochen das erste Mal einigermaßen erholt auf.

Ich sitze in meinem kleinen Wohnzimmer, sehe zu wie die Sonne sich über den Bergen durch den Nebel kämpft, mit ihrem Licht die Welt in herbstliche Farben taucht und diesen wunderbaren Morgen zum Strahlen bringt.

Das erste Mal seit langem fühle ich mich körperlich fit genug, um mich wieder einmal auf mein e-bike zu setzen und meine gefiederten Freunde am See zu besuchen.

Auf der Fahrt spüre ich noch immer, dass Krankheit und Nebenwirkungen der Behandlung meinen Körper schwächen, aber ich genieße es wie der doch schon recht kalte Wind mein Gesicht berührt, wie sich meine Lungen mit der kalten klaren Morgenluft befüllen, wie sich das Licht durch Blätter und Bäume schiebt. Ich freue mich an dieser ganz besonderen Atmosphäre, welche dieser kühle, klare Herbstmorgen mit sich bringt. Ich genieße jeden Meter den ich zurück lege.

Am See angekommen empfängt mich diese unglaubliche Stille, dieser Friede der sich in mir ausbreitet, wenn ich den sanften Wellen zuschaue, die von der morgendlichen Sonne so geheimnisvoll zum Glitzern gebracht werden. Wenn ich das bunte Treiben der Möwen sehe, die sich auf dem Wasser tummeln. Wenn ich den Gänsesägern und den Krickenten zusehe, wie sie sich in perfektem Flug den Luftraum über dem See zu eigen machen.

Die Weite des Sees lässt auch mein Herz ganz weit werden. Noch einmal spüre ich den Erlebnissen der vergangenen Wochen nach, spüre noch einmal etwas vom Schmerz, den ich ich in den vergangenen Wochen auf vielen Ebenen durchlebt habe. Und ich spüre diese unglaubliche Liebe zum Leben. Zum meinem Leben. Ja, ich spüre tiefstes Einverstanden sein, so lässt es sich wohl am ehesten ausdrücken.

Epilog:

Wenn mich meine Erkrankung in den vergangenen 24 Jahren etwas gelehrt hat, dann ist es den Schmerz in meinem Leben zu akzeptieren. Ja, fast gar möchte ich sagen, ihn willkommen zu heißen, ebenso wie ich die Freude in meinem Leben willkommen heiße. Denn selbst auf die Gefahr hin, dass es etwas absurd klingen mag. Es war der Schmerz, der mir die Augen für die Gesamtheit des Lebens, für dessen unsagbare Schönheit geöffnet hat, der mich frei gemacht hat….und mich immer freier werden lässt.

Ich liebe meine Wurzeln, das was aus ihnen gewachsen ist. Ich liebe das Leben, ich liebe mich.

8 Comments on “Selbstliebe

  1. Sich selbst und das Leben zu lieben, egal was es auch für uns bereit hält, ist manches mal nicht wirklich einfach, Daniela und umso mehr freut mich diese, nach Krankheit und Schmerzen doch so schöne Erkenntnis, die ich entsprechend eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen kann! 🙂
    Liebe Grüße und hab einen schönen, möglichst unbeschwerten Tag 🍀🍂

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    • Das stimmt zutiefst, liebe Hanne. Einfach geht definitiv anders. Aber es ist etwas wunderbares wenn man weiß, dass man immer wieder an diesen Ausgangspunkt zurückkehren kann. Lass uns dankbar dafür sein, diese Erfahrung gemacht zu haben Ganz liebe Grüße und auch für Dich einen schönen Tag voller Leichtigkeit, Daniela 😘😊🙋‍♀️💞

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