„Die Natur des Auges ist es die Farben zu lieben; aber wenn das Herz nicht heiter ist, so mögen alle 5 Farben vor Augen sein, und man sieht sie nicht“
-Lü Bu We- chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph-


Für all diejenigen, deren Herz gerade ein bisschen schwer ist…bunte Farben gegen graue November- Gedanken……
„Die besten Momente im Leben sind diejenigen in denen wir uns vollkommen selbst vergessen“
-Gedanke des Tages-



Ich wüsste keinen Ort auf dieser Welt an dem mir dies besser gelingen würde, als in der Natur….Fotografieren macht glücklich!!!!!!!
“ Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem was wir über die Natur wissen“
– St. Augustin-



………Kleines Wunder aus meiner „dänischen Schatzkiste“. Der Sandregenpfeifer gehört ebenfalls zu den bedrohten Vogelarten und wann immer ich die Bilder ansehe freue ich mich, dass ich dieses Jahr die Gelegenheit hatte ihm bewusst zu begegnen.
Das Leben mit einer chronischen Erkrankung macht das Leben in vielerlei Hinsicht enger, das ganz bestimmt. Aber eben auch tiefer……..
Epilog:
Wusstet ihr, dass der Sandregenpfeifer, so klein und zerbrechlich er auf diesen Bildern auch wirken mag, eine wahre Kämpfernatur ist? Bei drohender Gefahr verteidigt er sein Nest vehement und mutig, in dem er seine Feinde mit List und Tücke abzulenken versucht. Mit gekonnten Flugmanövern gibt er alles, um seine Widersacher vom Nest weg zu führen. So kann man als aufmerksamer Spaziergänger beobachten wie er einen in Bögen fliegend begleitet, so lange bis man sein Revier verlassen hat und er seine Kindestube wieder in Sicherheit weiß.
Ja, von ihm können wir lernen, was es bedeutet ohne Kompromisse für uns selbst einzutreten. Er weiß, dass es bisweilen von Nöten sein kann vollen Einsatz zu zeigen. Nicht zu ruhen bevor nicht das eigene Leben, die eigene Existenz, wieder in Sicherheit gebracht wurde.
„Die größte Freude erlebt man immer da , wo man sie am wenigsten erwartet“
-Antoine de Saint-Exupery-
Und am Allerwenigsten hab ich sie heute Morgen hier in meinem Garten erwartet. Ich hatte verschlafen und war schon ein bisschen enttäuscht, denn es hatte den Anschein als hätte ich mein „Frühstücksfernsehen“, die allmorgendliche „Flugshow“ vor meinem Wohnzimmerfenster verpasst.
Hatte ich schon erwähnt?
In diesem Jahr haben wir unseren Apfelbaum im Garten sich selbst überlassen…
Ich gebe zu, zunächst nicht unbedingt aus dem Wunsch heraus, der Natur etwas Gutes zu tun. Vielmehr waren es die mangelnden Kapazitäten und ein guter Schuss Bequemlichkeit, die uns dazu veranlasst haben die Äpfel, die ohnehin nicht unbedingt für den Verzehr geeignet sind, auf dem Baum zu belassen .
Dann aber hab ich mit wachsender Begeisterung bemerkt, was für unglaubliche Folgen unsere Bequemlichkeit nach sich gezogen hat…Heerscharen von Vögeln tummeln sich in diesem Jahr in unserem Garten, darunter nicht nur die üblichen Gartenvögel, sondern vielmehr auch Arten mit denen ich bislang eher weniger Kontakt hatte.
Ein besonderes Ereignis war ein ganzer Starenschwarm, der sich eines Morgens hier eingefunden hat…ein unglaubliches Spektakel. Hinzu kommen Bergfinken, ein Eichelhäher, sowie Stieglitze und nicht zu vergessen, mein Freund der Specht, der mich bereits den ganzen Sommer regelmäßig und samt Familie hier besucht hat…Leider ist es mir bislang nicht gelungen von allen ein gutes Foto zu machen, denn wenn wir von Vögeln eines lernen können, dann ist es Achtsamkeit
Sobald ich die Türe öffne sind sie weg… und kommen erst dann wieder, wenn ICH ich es bin, die weg ist.🙄😂…was ich aber heute erlebt habe, das war der absolute Knaller und ich finde es lohnt sich die Bilder zu zeigen, auch wenn ich diese ebenfalls nur durchs geschlossene Fenster machen konnte.

Denn, unglaublich aber wahr: Eine Bekassine hat den Weg in unseren Garten gefunden.




Mein Mann war bestürzt, denn er fürchtet, dass sich unser Garten in der Zwischenzeit in ein Feuchtbiotop verwandelt hat😮😂…Wäre denkbar, aber mir soll’s recht sein. Denn ich hab jede Menge Spaß und die Vögel ganz offensichtlich auch
Epilog:
Wusstet ihr, dass Bekassinen den Spitznamen „Himmelsziege“ tragen? Diesen verdanken sie dem Umstand, dass die Männchen beim Balzflug ein meckerndes Geräusch von sich geben, welches sie durch das Vibrieren der Steuerfedern erzeugen. Hierzulande gelten diese wunderschönen Vögel leider, aufgrund massiver Bestandsrückgänge, als vom Aussterben bedroht. Intakte, torfbildende Moore sind rar geworden, seit der Mensch damit begonnen hat sie zu entwässern und die gewonnen Flächen für den Gartenbau oder die Torfgewinnung zu nutzen. Wer torffreie Erde kauft, schützt Moore und damit auch den Lebensraum der Bekassine.
„Der Himmel über diesem Land ist so still und es klingt so einsam, wenn eine Seeschwalbe ihn durchstreift und hoch oben schreit“
-Johannes V. Jensen-
Ich habe Sehnsucht nach dieser ganz besonderen Form der Einsamkeit, nach dieser unendlichen Weite der dänischen Küste. Dieser Weite die nicht nur äußerlich ist, sondern vielmehr auch das eigene Herz ganz offen und weit werden lässt. Diese Sehnsucht bekomme ich immer dann so intensiv, wenn es im Inneren eng zu werden droht.
Der letzte Besuch in der Spezialambulanz verlief ernüchternd.
Ich habe quasi keine B-Zellen und ebenso wenige T-Zellen mehr im Blut, mein Immunsystem liegt flach. Hinzu kommt das Lymphom, welches nach wie vor, weder in Art noch Umfang, vollständig abgeklärt ist und welches zum jetzigen Zeitpunkt auch nur schwer zu erfassen ist, da es bereits mit Rituximab und Cortison „anbehandelt“ ist. Obendrauf dann noch das Sjögren-Syndrom, welches die Sachlage zudem erschwert, da die Grenze zwischen entzündlichen Prozessen und Lymphom- Aktivität nur schwer zu erfassen ist. Und als I-Tüpfelchen dann noch die Störung im Calzium-Phophat-Stoffwechsel, welche das Absetzen des Cortisons deutlich erschwert, weil dies den Calzium -Wert unter Umständen gefährlich in die Höhe treiben könnte.
Tenor des Gesprächs: Abwarten bis zum gemeinsamen Gespräch mit der Immunologie. Abwarten bis das Lymphom wieder in aller Hässlichkeit, sein ganzes Gesicht zeigt. Abwarten und Aushalten…. Angst Aushalten, die Zunahme der Beschwerden aushalten….Sicherheit gibt es keine, ausgenommen vielleicht der einen, das Lymphom wird wieder kommen …..denn eines ist gewiss, indolente Lymphome sind nicht heilbar!!!!!
Ja, was könnte ich weiter dazu sagen als dass es wahrlich an der Zeit für ein bisschen Nordsee wäre…



Nur gut , dass der Himmel auch über dem Bodensee bisweilen sehr weit sein kann……
Epilog:
So stellt sich nun also meine ganz persönliche Situation dar. Das Sahnehäubchen jedoch ist, was uns alle betrifft. Die Tatsache, dass derzeit die nächste Covid-Welle mit rasantem Tempo Anlauf nimmt und sich bereit macht über unser alle Köpfe hinweg zu rauschen. Auf den Intensivstationen werden diejenigen zu finden sein, die keinen Impfschutz haben. Sterben werden diejenigen deren Immunsystem nicht genügend Kraft aufbringen kann, um dem Virus die Stirn zu bieten. Ich habe keinen Impfschutz. Ich habe kein Immunsystem. Ich habe keinen Schutz. Und dies nicht, weil ich mich nicht hätte impfen lassen wollen, sondern vielmehr weil mein Immunsystem auf die zweifache Impfdosis keinerlei Reaktion gezeigt hat. Eine schlimme Situation, die nicht nur mich, sondern mit mir viele andere Krebs -und Autoimmunpatienten betrifft. Patienten die sich aufgrund ihrer Erkrankung mit Rituximab und Cortison behandeln lassen müssen, um nicht an ihrer Erkrankung zu versterben. Wohl wissend, dass die Medikamente die einerseits ihr Leben sichern, mitunter dazu führen können, dass eine adäquate Impfantwort und damit ein angemessener Schutz vor dem Virus ausbleiben kann…
Möge an dieser Stelle jeder für sich selbst entscheiden, ob die Impfung tatsächlich ausschließlich die eigene Person betrifft, oder ob es schlussendlich nicht doch eher um das Wohlergehen aller geht.

„Leben ist das was passiert, wenn Du dabei bist andere Pläne zu machen“
-John Lennon“


Eine fotografische Meisterleistung stellen diese Bilder sicherlich nicht dar, aber der Augenblick in dem ich erkannt habe, dass es Löffler sind, die da über mich hinweg fliegen, der war einfach unbeschreiblich. Noch heute habe ich beim Anblick der Bilder das Gefühl am liebsten mitfliegen zu wollen….Was für ein Glücksmoment….!!!!!!!
Entstanden sind die Bilder an der Agger Tange, während meines letzten Aufenthaltes in Dänemark. Eigentlich hatte ich mir erhofft, wie im Jahr zuvor , dort wieder Robben anzutreffen. Aber nicht eines dieser netten Geschöpfe wollte sich zeigen. Dafür aber durfte ich das erste Mal in meinem Leben Löffler in freier Wildbahn erleben…
Ja, ich kann es nur bestätigen:
…….. „Leben ist das was passiert wenn Du gerade dabei bist andere Pläne zu machen“
“ Der Sinn des Lebens ist leben … nicht mehr und nicht weniger“
-Gedanke des Tages-
In den letzten Tagen hatten wir hier mal wieder herrliches Wetter. Aufgrund der Fönlage, die es hier am Bodensee ja recht häufig gibt, war es für diese Jahreszeit sehr warm und die Sonne tat das Ihre dazu, um die herbstlich gefärbten Bäume auf`s Schönste leuchten zu lassen. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt, um einen kleinen Ausflug an den Rushweiler See zu unternehmen, einer meiner Lieblingsweiher hier in der Umgebung und ein wahres Kleinod an nahezu unberührter Natur.
Ein bisschen enttäuscht wurde ich dieses Mal leider schon, denn angesichts des wunderschönen Wetters hatten wohl noch mehr Menschen die Idee einen Ausflug an diesen idyllischen Ort zu unternehmen. Und wie es eben so ist, wo der Mensch ist, geht die Natur in den Rückzug….. scheinbar kein Leben weit und breit. Auf´s Fotografieren musste ich demnach verzichten und für den heutigen Beitrag mussten die Bilder vom letzten Ausflug herhalten………




Und dennoch, als ich da so vor dem Walnussbaum sitze, voller Hoffnung „mein“ Eichhörnchen möge sich evtl .doch noch blicken lassen, werde ich ganz ruhig…..
Die Stille rückt in den Vordergrund und plötzlich höre ich so bewusst wie scheinbar noch nie zuvor wie es klingt, wenn ein einzelnes Blatt, vorsichtig vom Wind gelöst, leise raschelnd zu Boden sinkt…..
Und wieder einmal bin ich fasziniert von der Melodie der Stille. In einem solchen Augenblick erübrigt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens und ich weiß: Das blanke Leben ist des Lebens Sinn genug……
Epilog:
Wusstet ihr, dass der Schwanz eines Eichhörnchens bis zu 15 cm lang werden kann? Im Sommer kann es ihn dazu benutzen sich selbst Schatten zu spenden. Hier rührt wohl auch der lateinische Name dieses bezaubernden Wesens her, welcher übersetzt die Bedeutung „Der sich mit dem Schwanz beschattende“ hat.
“ Die wahre Lebenskunst besteht darin im ganz Alltäglichen das Wunderbare zu sehen“
-Pearl S. Buck-


EPILOG:
So selbstverständlich uns die Gegenwart der „Spatzen“ auch erscheinen mag, sie ist es keinesfalls mehr. Nahrungsverknappung, das Kurzhalten von Rasenflächen und fehlende Nistmöglichkeiten durch das Abdichten von Fassaden sorgen dafür, dass auch ihr Bestand langsam aber sicher abnimmt ….. Was uns heute noch alltäglich erscheint wird morgen einem Wunder gleichen, es sei denn es gelingt uns heute die Wunder im Alltäglichen erneut zu entdecken…..
„Die Natur muss gefühlt werden“
-Alexander Humboldt-





Epilog:
Die Farbe Blau steht für die tiefe der Seele. Sie symbolisiert eine ruhige, klare Distanz zu den Geschehnissen. Sie vermittelt Objektivität und Neutralität. In der Natur finde ich das „Blau“ meiner Seele , wann immer mir das Leben den Boden unter den Füßen zu entziehen droht. Dies verleiht mir Sicherheit, wo es kaum mehr Sicherheiten gibt…..
„……. dort, wo die Nacht den Tag besiegt. Wie jemand neulich sagte, Leben heißt zu lernen wie man fliegt“
-Die Hexen von Oz-
