Regenbögen…

Symbole der Ganzheit, der Aussöhnung von Gegensätzen. Wärmende Sonnenstrahlen verbinden sich mit kühlenden Wassertropfen zu einem lebendigen Farbenspiel, welches vermag düstere Wolken zu vertreiben und alles in ein milderes, heilendes Licht zu tauchen.

Ein kleines bisschen „Regenbogen“ werde ich morgen wohl dringend in meinem Inneren  gebrauchen können, denn morgen steht der Termin beim Onkologen an. Nein, nicht bei „meinem“ Onkologen, denn da hänge ich trotz mehrfacher Versuche ihn zu erreichen noch immer in der Warteschleife. Nach nunmehr 2 Wochen und mehreren Versuchen,  ihn auf den Handlungsbedarf aufmerksam zu machen, noch immer keine Resonanz..Nein, bei einem anderen Onkologen, bei einem „Neuen“, der mir in der Radiologie empfohlen wurde,um mir eine Zweitmeinung einzuholen…

Gestern habe ich alles mit meinem Hausarzt durchgesprochen und wir waren uns einig, dass das Krankheitsbild allmählich klare Konturen annimmt. Primäres Sjögren-Syndrom  mit kutanem Lupus und extranodalem  Marginalzonenlymphom, sowie aller Wahrscheinlichkeit nach einer paraneoplastischen Hypercalzämie. Alle vorliegenden Befunde lassen sich auf diesem Hintergrund einsortieren, einiges muss noch abgeklärt werden und vor allen Dingen muss dringend die Rituximab-Behandlung in die Wege geleitet werden….und dies nicht zuletzt deshalb , weil es mir zunehmend schlechter geht.

Ich werde demnach morgen alles was mir zur Verfügung steht benötigen, um dem mir noch fremden Arzt ein Krankheitsbild und eine Krankengeschichte zugänglich machen zu können, die sicherlich aufgrund der Vielschichtigkeit und der komplexen Vorgeschichte alles andere als leicht zu verstehen ist.

Ich werde also dicht bei mir selbst, bei meinen Gefühlen sein müssen. Werde meine Angst vor der Erkrankung mit im Gepäck haben müssen ,um die Dringlichkeit meines Anliegens deutlich machen zu können.

Werde meine Intuition benötigen , um erfassen zu können in welche Richtung die Kommunikation läuft,  um entgegen der Angst auch noch wahrnehmen zu können ob mein Gegenüber „echt“, also glaubwürdig ist. Ob im Gespräch die Wahrheit ausgesprochen, den Dingen auch tatsächlich auf den Grund gegangen wird.

Aber auch mein rationales  Denken  wird mit an  Bord sein müssen.  Ich werde Klarheit benötigen , damit ich alle medizinischen Daten und Fakten parat habe, diese sachlich und überzeugend kommunizieren kann, souverän bleiben kann….

Und nicht zuletzt werde ich Vertrauen brauchen. Vertrauen in den Menschen, der mir da gegenüber sitzt.  Der aus einer anderen Perspektive heraus vielleicht mit ähnlichen  Schwierigkeiten ringen wird,  wie ich selbst. Der (hoffentlich!!!)  ebenfalls versuchen wird in dieser  Situation sein Bestes zu geben.

Ja, Vertrauen wird morgen wohl das Gut sein, welches ich am allermeisten benötigen werde. Vertrauen in mich selbst, Vertrauen in mein Gegenüber, und in letzter Konsequenz Vertrauen in´s  Leben als solches. Vertrauen darauf,  dass sich dieses immer und ausnahmslos den richtigen Weg suchen wird. Richtig auch dann noch, wenn mir persönlich dieser Weg zunächst vielleicht nicht als richtig erscheinen mag…

Nein, einfach geht definitiv anders. Ich kann nur inständig hoffen, dass es mir gelingen wird zumindest ein kleines bisschen von  meinem „inneren Regenbogen“ mit in das anstehende Gespräch zu tragen……..

 

 

 

 

 

4 Comments on “Regenbögen…

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