Im Takt bleiben……

Ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und spricht: “Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Angst, Wut, Selbstmitleid, Zorn und Verzweiflung. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.” Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Der alte Indianer schweigt eine Weile. Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“

Freitag, der 29.01.21

Mein liebes Tagebuch,

nun war ich eine ganze Weile sehr leise, habe es nicht mehr geschafft alles aufzuschreiben was sich ereignet hat, was wohl in erster Linie daran lag, dass sich wieder einmal alles überschlagen hat, die Wellen meterhoch über mir zusammen gebrochen sind……

Vier Tage Klinikaufenthalt liegen hinter mir und im Moment spüre ich lediglich Erleichterung darüber, dass mein Rheumatologe Standfestigkeit bewiesen hat und ich die nächste Infusion Rituximab erhalten habe.

Dementsprechend fühlt sich mein Körper allerdings auch an, so als sei ein Güterzug über mich hinweg gerauscht. Aber ich weiß ja aus Erfahrung, dass sich dieser Zustand nach ca. einer Woche wieder verbessern wird und so habe ich Hoffnung, dass es danach wieder bergauf gehen wird. Insofern empfinde ich diesen Zustand momentan als ganz gut zu ertragen….

Was alles geschehen ist kann ich momentan noch gar nicht niederschreiben, aber ich habe mir vorgenommen es nachzuholen. Um es zu verarbeiten, ganz tief im Bewusstsein zu verankern, um es für mich selbst zu dokumentieren.

Für den Moment kann ich nur so viel sagen. Ich habe wieder einmal viel gelernt in den vergangenen Tagen. Über das medizinische System, über die Menschen die darin arbeiten, aber vor allen Dingen auch über mich selbst.

Was leider wieder einmal ausgeblieben ist, ist eine differenziertere Sichtweise über den „Wolf“ in meinem Körper, der Marathon durch das medizinische System wird demnach also weitergehen.

Dafür aber habe ich viel gelernt über die „Wölfe“ in meiner Seele. Darüber, dass sie alle ihre Berechtigung haben. Darüber, dass es nicht darum geht auch nur einen von ihnen verhungern zu lassen, sondern vielmehr darum, sie immer und zu jeder Zeit im Blick zu behalten. Ihnen zuzuhören, sie zu verstehen und zu wissen wann es welchen zu füttern gilt….

Für den Moment bin ich zufrieden mit mir, diese Runde habe ich gut und in meinem Sinne gemeistert. Mein Rudel ist im Takt gelaufen. Ja, so fühlt sich Freiheit an…… ich hoffe es gelingt, mir diese zu erhalten.

5 Comments on “Im Takt bleiben……

  1. Dass man aus solchen Situationen Stärke gewinnen kann, lernen mein Mann und ich auch gerade wieder. Und es erstaunt auch. Einerseits Erschöpfung, andererseits Zufriedenheit.
    Ein schönes Bild mit den Wölfen. Ich wünsche dir, dass das Rudel weiter im Takt läuft!
    Marie

    Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: