Unabhängigkeit

Mein liebes Tagebuch ,

heute früh bin ich aufgewacht mit der tiefen Sehnsucht wieder richtig laufen zu können. Also, ich meine so richtig laufen. Ohne dieses blöde schlapprige Gefühl in den Beinen. Ohne Angst haben zu müssen, dass ich zu weit gehe und den Weg nach Hause dann nicht mehr schaffe.

Stundenlang laufen können, mich bewegen können, das war für mich immer Freiheit. Bewegung hatte für mich etwas meditatives, in der Bewegung konnte ich abschalten, loslassen, mir vieler Dinge bewusst werden, die ich im Alltag weit von mir weg geschoben habe…

Diese Möglichkeit gibt es nun so nicht mehr, oder eben kaum mehr, was für sich genommen schon mal echter Mist ist. Und nun? Nun kommt auch noch (erneut) die äußere Begrenzung durch die Pandemie hinzu.

Wahrlich keine gute Kombination für mich, denn ganz schnell tauchen da in mir wieder diese alten Gefühle des „Eingesperrt Seins“ auf, das mir leider aufgrund der jahrelang unbehandelten Erkrankung so sehr vertraut ist….Schon jetzt habe ich oftmals das Gefühl, dass unser „Bullerbü-Haus“ , dieses Haus in dem doch eigentlich alles hätte besser werden sollen, wieder zum Gefängnis wird. Ein „goldener Käfig“ zwar , aber eben ein Käfig…..

Nein , schön geht definitiv anders und jetzt haben sie auch noch die Grenzen nach Dänemark geschlossen. Boah, das hat mich echt getroffen….. Obwohl es doch wirklich so was von absehbar war.

Tja, nun ist also tatsächlich Schluss mit lustig!!! Der Januar-Urlaub aller Wahrscheinlichkeit nach geplatzt, mein Tor zur Freiheit direkt vor der Nase zugeschlagen…Ja, so fühlt sich das für mich an.

Meine Güte , die Nordsee!!! Sie ist in den vergangenen Jahren wirklich zu einer Art Zufluchtsort für mich geworden. In ihrer Gegenwart ist es mir noch immer gelungen mich frei zu fühlen, unabhängig davon wie mein körperlicher Zustand war. Allein die Brandung, diese wilde Schönheit, dieses Gefühl regelrecht eintauchen zu können in diese zeitlose Unendlichkeit , die ich an der Nordsee so deutlich spüren kann….. Allein das hat schon immer ausgereicht um meinen Kopf wieder frei werden zu lassen… auch wenn die Spaziergänge in den vergangenen Jahren kürzer und kürzer geworden sind

Und jetzt? Jetzt sind die Grenzen dicht….Nicht zu fassen, oder?! !!!!

Aber aufgeben ist definitiv keine Option, obwohl ich (wenn ich ganz ehrlich bin) manchmal schon wirklich gerne das Handtuch werfen würde …Aber das geht nicht, es gibt einfach noch viel zu viel was ich gerne zu Ende bringen möchte, was ich gerne erleben möchte. Und vor allem möchte ich eines nicht, ich möchte die Menschen die ich liebe nicht im Stich lassen.

Nun denn, ich muss also andere Wege finden, um diese Zeit zu überbrücken. Wieder einmal…..

Und damit sind wir beim nächsten Wunsch für meine Bucket-List:

Ich möchte ganz viel Zeit am Wasser verbringen. Und wenn es schon nicht die Nordsee sein kann, dann doch wenigstens der Bodensee. Ich möchte so oft wie möglich meine Zeit am See verbringen, gemeinsam mit „meinen Tieren“ die Natur erleben, eintauchen können in das Gefühl der Unendlichkeit , sie tief im Herzen spüren können….Also bitte!!! Wer auch immer dafür zuständig sein möge, der sorge bitte dafür, dass die Infusion auch dieses mal ihren Zweck erfüllt, dass sie wenigsten dafür sorgt, dass sich diese verdammte Schwäche zumindest wieder so weit verabschiedet, dass ich problemlos Auto fahren kann und den Weg bis an den See schaffe…..Unabhängig!!!!!

2 Comments on “Unabhängigkeit

  1. Es gibt doch bestimmt einen Ort an der Nordsee an den du noch fahren kannst.
    Da ich nicht nach Helgoland konnte war ich ein paar Tage in Wremen und einen Tag in Schillig.
    Googel doch mal, was noch geht.
    Ich drück dir die Daumen.

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    • Danke , liebe Brigitte…ja, vielleicht besteht die Möglichkeit noch umzubuchen. Allerdings ist es bis Januar ja noch eine Weile hin und ich könnte mir vorstellen dass sie einen Momentan nicht ohne finanzielle Einbußen aus dem Vertrag lassen . Ich muss mal schauen, ansonsten ist es einfach wie es ist😞🙄…schön geht anders, auf der anderen Seite gibt’s schlimmeres und es gilt einfach das Beste aus der Situation zu machen..ich schicke Dir liebe Grüße vom Bodensee nach Helgoland,Daniela 😘😊

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