Altlasten entsorgen

Morgen ist der Termin in der Hoch-Spezial- Ambulanz für Neuromuskuläre Erkrankungen, meine neue Neurologin hat ihn mir sehr zeitnah besorgt, obwohl man dort für gewöhnlich mit Wartezeiten von über einem halben Jahr zu rechnen hat. Ein wichtiger Termin, es hängt viel davon ab. Alle Unterlagen sind vorbereitet, alle notwendigen Befunde, Laborergebnisse u.s.w. sind säuberlich vorbereitet. Und ich ? Ja, ich bin tatsächlich ( noch ) tiefenentspannt…..

In meinem Schrank allerdings befinden sich mehrere, dicke Leitzordner mit medizinischen Unterlagen, mit Arztbriefen, Laborbögen, Befunden von Bildgebenden Verfahren, von invasiven Untersuchungen…sie bilden das Trauma ab, welches eine schwere unerkannte und jahrelang unbehandelte Erkrankung hinterlässt…Im Moment kann ich die Unterlagen noch nicht wirklich anschauen und mich erinnern, ohne den Stress und die jahrelange Überforderung nicht sofort zu spüren. Dementsprechend verschwinden die Unterlagen sofort wieder im Schrank, nur das absolut Notwendigste wird angeschaut….und tatsächlich, dieses Mal hat es ganz gut geklappt. Ebenso verhält es sich mit dem Trauma, das sich dahinter verbirgt, nur das was unbedingt an die Oberfläche möchte, nur soviel wie ich ertragen kann, wird momentan angeschaut…..mehr nicht…..

Den Rest meiner Zeit verbringe ich im „Hier und Jetzt“

Langfristig aber möchte ich aufräumen, alles was keine Notwendigkeit mehr besitzt entsorgen. Auf dem Papier und in meinem Innerern

Mein Wunsch des Tages : Die Altlasten entsorgen, die Ordner leeren, das Herz frei machen …. irgendwann wieder so frei sein wie „meine“ Möwen im Wind ..

und wieder einmal

hat der „Wolf“ meine Pläne durchkreuzt , das geplante Camping-Wochenende ist seinen üblen Machenschaften sowie den äußeren Umständen zum Opfer gefallen!!!! Schlechter Gesundheitszustand, zu viel Hitze, viel zu viel Sonne und (für mich als Risikopatientin) noch immer viel zu viele Menschen unterwegs.

Ja, ist grad echt nicht ganz einfach….ganz schnell stellen sich dann wieder die alten Gefühle des „Eingesperrt Seins“ ein, Ängste versuchen sich breit zu machen und die Krankheit tut das ihre noch dazu indem sie alles in ein „schnödes Wolfsgrau“ taucht…Wo ich dann auch hinspüre , alles fühlt sich irgendwie „ohne Perspektive“ an….in solchen Situationen fällt es mir dann auch wirklich schwer zu entscheiden was ich denn nun gerne tun möchte, da ich überall, wohin ich auch denke, auf verdammte Grenzen stoße.

Insgesamt Lust-und Planlos haben wir dann trotz alledem aber die Hunde doch noch eingepackt und sind losgefahren…. Und dann, dann sind wir hier gelandet:

Ruschweiler See

WOW, Ist das nicht schön?! …..und dann ist mir auch noch dieser bezaubernde Haubentaucher über den Weg geschwommen , da war ich dann zumindest kurzzeitig völlig „Hin und Weg“ ….ja, geradezu sensationell schnell in meiner neuen Leidenschaft versunken ….und siehe da, das Eine oder andere nette Bild ist doch tatsächlich auch noch im Kasten gelandet…

Okay, der „Wolf“ … der hat sich trotz alledem nicht verabschiedet…. aber immerhin ich konnte ihn zumindest ein Stückchen zur Seite zu drängen…….1:0 für Daniela….. würde ich jetzt mal sagen!!!!

Und wenn mir jetzt noch jemand sagen könnte, was der Kerl da im Schnabel hat.?! (und was da in unseren Gewässern so rumschwimmt, und was mir ganz schön unheimlich vorkommt!!!) ..dann ist zumindest der erste Tag des Wochenendes gerettet!!!!!!

„Eins SEin“ mit dem Meer

Diese Bilder stammen noch aus dem letzten Dänemark Urlaub….Ich liebe Möwen. Stundenlang hätte ich da am Strand sitzen können, einfach zuschauen, ihrem spielerischen Umgang mit der rauen Nordsee beiwohnen….Wenn man sie beobachtet, dann hat man den Eindruck als seien vollkommen Eins mit dem Meer….

Ich glaube , ich möchte eine Möwe sein………

Zweisamkeit

Etwas holprig, so hat der gestrige Tag noch begonnen.. Körperlich nach wie vor in etwas desolatem Zustand und gedanklich noch immer mit dem Telefonat mit meinem Hausarzt beschäftigt. Ein bisschen vor mich hin zürnend, angesichts der der Gesamtlage, bin ich dann erstmal mit den Hunden raus und dann, fast gar etwas trotzig, losgefahren zum See.

Dort angekommen war ich dann erstmal ein kleines bisschen enttäuscht, denn der Anblick vom letzten Mal, dieses Meer aus Schwänen, das hat sich mir nicht präsentiert….

Aber dann, ja dann hat sich das Blatt plötzlich doch noch gewendet. Beim weitergehen wäre ich fast über ihn drüber gestolpert , über „meinen“ schwarzen Schwan, so versteckt lag er da hinter einem alten Baumstumpf, ruhig vor sich hindösend, den Kopf in die Federn gesteckt…

Dieses Mal ist es mir leicht gefallen ruhig zu werden. Allmählich weiß ich , dass die Natur zurück kommt wenn ich ruhig werde. Die um mich herum und meine Innere wohl auch…

Wie dem auch sei, ich hab einen herrlichen Vormittag erlebt. Mein Herz hat wahre Luftsprünge gemacht, als ich entdeckt habe, dass „mein“ Schwan gar nicht allein ist, sonder er/ sie einen Partner hat. Schön war es zu sehen wie die beiden scheinbar verliebt mit einander gespielt haben.

Ich habe Menschen dort am Strand getroffen, mich nett und zwanglos unterhalten (für mich eine wirkliche Sensation, denn mangels Konzentration über Jahre vermisst)

Hab mir über andere Vogelarten und über weitere Plätze, an denen man sie beobachten kann, berichten lassen. Weiß nun, dass es Rotschenkel am Bodensee gibt und dass Singschwäne hier wohl demnächst noch ankommen werden um zu überwintern. Und ich hab gefühlt ca. eine Million Fotos gemacht und war einfach nur glücklich…

Ja, anstrengend war es schon. Wieder im Auto angekommen musste ich erstmal Pause machen, denn zum Einsteigen hab ich wieder mal beide Hände gebraucht, um die Beine ins Auto zu bekommen… da taucht sie dann schon auf, die Angst…aber egal, es ist mir gelungen sie auf das notwendiges Maß zu begrenzen und dem Himmel sei Dank, nach etwas Erholung verliert sich die Schwäche in den Beinen dann auch wieder. Unterm Strich kann ich also nur sagen: „Ein mehr als gelungener Tag“

Grauenhaft…..

ja, so und nicht anders war er, der heutige Tag!!!! Begonnen damit, dass ich des Nachts wieder einmal schweißgebadet aufgewacht bin, gefolgt von starken Konzentrationsproblemen am frühen Morgen und oben drauf dann am Abend auch noch üble Koliken im Oberbauch sowie ein mehr als anstrengendes (da in schlechtem Zustand geführtes) Telefonat mit meinem Hausarzt…

Zwischendrin noch gepisakt von Selbstzweifeln (Ach, hätte ich doch zu Beginn dieses Jahres nur nicht so die Nerven verloren, wäre ich doch nur ruhig geblieben… dann hätte ich es jetzt nicht so schwer im medizinischen System…….. bla, bla, bla!!!!)

geendet jedoch mit dem geglückten Versuch mein viel zu strenges „Über-Ich“ in die entsprechenden Schranken zu verweisen.. (es war nicht meine Schuld…..niemand war Schuld im eigentlichen Sinne…ich jedoch am allerwenigsten…….) und mit dem Vorsatz den morgigen Tag neu zu beginnen, den Kopf aus dem Gefieder zu nehmen, an den See zu fahren und „meinen Schwan“ zu besuchen…..

Am seerosenteich

war ich heute und habe den Libellen zugeschaut. Unglaublich wie schnell da die Zeit vergeht und ich fotografiere mit wachsender Begeisterung. Was das Ergebnis anbelangt, na ja da gibt´s schon noch einiges zu tun und zu lernen….. aber es ist einfach auch großartig wieder etwas für mich entdeckt zu haben was mir Freude macht und was ich dem „Wolf“ zum Trotz noch tun kann……früher waren es die endlosen Spaziergänge mit meinen Hunden, das Reiten , die Arbeit im Garten oder im Stall …all das hat mich in Kontakt mit mir selbst gebracht, mir geholfen im „Hier und Jetzt“ zu bleiben, mich selbst zu vergessen.

Diese Dinge gehen nicht mehr und jetzt , da ich darüber schreibe, da tut es auch weh… da schmerzt der Verlust, das lässt sich nicht leugnen. Noch immer wünschte ich, ich könnte zurück in diese Zeit der (scheinbaren) Unbeschwertheit, aber das geht nun mal nicht ….Also lieber „den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“ …..oder aber eben die Libelle auf dem Foto……

In diesem Sinne , habt einen schönen Abend und lasst es Euch gut gehen

Daniela

Wochenmitte…………..

und ich spüre, dass das Thema “ Krankheit“ schon wieder auf dem Weg ist einen viel zu breiten Raum in meinem Kopf einzunehmen. 3 Arztbesuche, dies und jenes für die Selbsthilfe erledigt und schwups….. bereits laufe ich Gefahr, dass die Energien die mir zur Verfügung stehen vollständig vom „krank sein“ absorbiert werden.

Nicht, dass das alles schlecht gewesen wäre. Nein, das kann ich nun wirklich nicht behaupten. Die Arztbesuche sind positiv verlaufen und was die „Waisen der Medizin“ anbelangt, so macht es mir immer wieder Freude zu sehen, was daraus geworden ist. Toll zu sehen, dass es uns gelungen ist zu einer Art Anlaufstelle zu werden….. ABER : Holzauge sei wachsam ….es muss sowohl gedanklich als auch körperlich genügend Raum für anderes bleiben…und um dem gerecht zu werden, hab ich heute direkt einen Ausflug an die Rotachmündung, ein Naturschutzgebiet hier ganz in der Nähe, unternommen.

Tataa….., man beachte, solche Dinge waren lange nicht mehr möglich. Und noch immer ist mir die Vorstellung, dass ich diese Dinge (sofern es mein körperlicher Zustand zulässt) jetzt auch einfach tun darf noch ein bisschen fremd. Immerhin war ich, als der „Wolf“ mich jäh aus dem Leben gerissen hat, noch berufstätig…….irgendwie ist da ein Lücke von mehreren Jahren entstanden, die es nun (unter anderen Vorzeichen) neu zu bestücken gilt. Mir ein „Rentnerdasein“ einzurichten, in dem ich „alle“ Freiheit der Welt habe, dazu bin ich bislang überhaupt nicht gekommen…….

Na ja, wie dem auch sei, so weit die Überlegungen…Auf jeden Fall….was sich mir da heute eröffnet hat, ich kann nur sagen WOW, für einen kurzen Moment hat es mir fast die Tränen in die Augen getrieben vor Glück……soooooo wunderschön..Und hier, hier kommt nun ein kleines Stück vom großen Glück …..

Fazit: Bisher war die Woche anstrengend, das ja…aber insgesamt ist es mir ganz gut gelungen die Waage zu halten…..und an der Rotachmündung?!…Da wird man mich jetzt wohl öfters finden!!!! Yes!!!!!

ein wunderbares Gefühl

sich selbst die Erlaubnis zu geben, seinen Bedürfnissen zu folgen. Mit diesem Gedanken bin ich heute in die Woche gestartet!!!. Ja, es hat sich absolut richtig angefühlt, gut, seelisch lebendig, so leicht ….aber so richtig angehalten, das hat es nicht.

Morgens, nach den üblichen Anlaufschwierigkeiten, da geht das alles immer noch ganz gut. Das Cortison tut da noch seine Wirkung und ich bin „fit“ genug, um im Schneckentempo das eine oder andere zu erledigen….

Aber ab Mittags, da sieht es dann schon anders aus . Es wird schwieriger, das seelische Gleichgewicht zu halten. Die Leistungsfähigkeit bricht ein und geradezu gleichzeitig taucht aus dem Hinterhalt mein alter Bekannter, der Leistungsgedanke auf: „Aber Du musst doch noch was sinnvolles tun, irgendwas Produktives, etwas was man hinterher sieht, musst irgendwas brauchbares zustande bringen“

Und zack!!!!!…..schon schnappt die Falle zu!!! Ich bin wieder Lichtjahre von mir selbst entfernt. Dann fällt es mir schwer zu spüren was ich gerade brauche . Ich werde rastlos und unruhig, unzufrieden mit mir selbst. Ja, ich habe es echt verlernt zur Ruhe zu kommen. Bin permanent im Kampfmodus. Der ewige Kampf um die Behandlung, der Kampf gegen die Erkrankung ,der Kampf mich im Alltag über Wasser zu halten….all das hat sich wohl irgendwann verselbständigt, wurde zum Kampf gegen mich selbst.

Abends war ich dann noch bei der professionellen Zahnreinigung. Eigentlich sind das ja wichtige Termine, denn mein Zahnhalteapparat ist durch den „Wolf“ schon ganz schön „angefressen“ und es ist wichtig an dieser Stelle Ordnung zu halten. Aber neben den ganzen Uni-Terminen kommt das leider oftmals zu kurz, das was das Leben nicht akut bedroht , das wird vernachlässigt. Die Fürsorge, das Sorge tragen dafür, dass gesund bleibt was noch gesund ist…das bleibt auf der Strecke.

Aber die Prophylaxe-Helferin ist so was von nett. Bespricht alles ganz ausführlich und ruhig mit mir , lässt mich spüren wie wichtig die Fürsorge meinem Körper gegenüber ist. Ohne Vorhaltungen, ohne mir Schuldgefühle zu machen, einfach nur positive Zuwendung. Ich habe tatsächlich das Gefühl gar nichts tun, nichts bewirken zu müssen und tatsächlich….es gelingt mir mehr und mehr loszulassen….

„Wie verdreht das doch alles ist und wie lieblos mir selbst gegenüber!!!!!“ denke ich so bei mir, als ich da auf dem Zahnarzt- Stuhl liege. Und dann tauchen da Bilder aus Zeiten auf, in denen der „Wolf“ Vollgas gegeben hat, mit aller Macht „zugebissen“ hat und keinerlei Hilfe in Sicht war . Meine Güte, noch immer kann ich kaum die richtigen Worte dafür finden wie sehr er mich malträtiert hat. Und keiner hat etwas gemerkt, man hat mir auch noch die Schuld dafür gegeben, dass mein Körper vollkommen durchgedreht hat. Aber keiner hat Hilfe angeboten, die Hilfe die ich tatsächlich gebraucht hätte..ein Trauma, wie meine Psycho-Onkologin es nennt, ja das war es !!!!

Jetzt spüre ich meinen Körper, ich merke wie angeschlagen ich auf allen Ebenen bin. Ja, ich fühle mich tattrig, krank, zerbrechlich, alles andere als vital…aber ich spüre auch, dass das vollkommen okay ist….ich muss niemandem vormachen , dass ich fit bin und alles im Griff hab. Das bin ich ich nämlich nicht und im Griff habe ich schon lange nichts mehr. Aber dafür ist da ist plötzlich ein ganz anderes Gefühl, ein Gefühl das ich wohl schon ganz lange Zeit nicht mehr hatte, gar nicht mehr gespürt habe vor lauter Anstrengung, vor lauter Überlebenskampf:

„Mitgefühl mit mir selbst!!!!!!!“

Ja, es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich mich davon erholt habe, was ich in den vergangenen Jahren erlebt habe. Aber auch das ist okay, ich habe es verdient geduldig mit mir zu sein……ich habe es verdient gut zu mir zu sein!!!!

Und täglich grüßt das Murmeltier

So, die „ Horrorwoche“ ist vorbei und wie immer kommen die Nachwehen erst ein paar Tage später. Es dauert einfach bis ich alles begriffen, sortiert und einigermaßen in Worte fassen kann.

Als erstes war da der Besuch in der Onkologie. Seit Monaten das innerliche „Horrorszenario“ schlechthin. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass die Onkologie eben nun mal Onkologie ist. Vielmehr eben auch wegen der unglückseligen Vorgeschichte, die mich dort mit der Ärztin verbindet….

Tja, und was soll ich sagen, es kam wie es kommen musste. Sowohl emotional als auch auf der „Sachebene“ , ……und täglich grüßt das Murmeltier, es ist doch immer wieder dasselbe …

Zuerst ist da nur unendlich viel Erleichterung…Denn: keine schlimmen Ergebnisse, keine weitere Knochenmarkspunktion, keine weitere diagnostische Welle, die da auf mich zurollt. NUR weiter in die Neurologie, weiter in die Endokrinologie…ja, bis es dann irgendwie weiter zu mir durchdringt, und ich erkenne : „ alle Versprechungen hinsichtlich der onkologischen Abklärung wurden gestrichen, die Verantwortung wurde wieder einmal abgegeben , auf den Rheumatologen, den Endokrinologen, den Neurologen verschoben…der Tenor des Gespräches : „ Es ist ohnehin alles dasselbe, völlig egal ob rheumatische Erkrankung oder Lymphom, alles wird gleich behandelt und Behandlung bekommen sie ja nun jetzt„ …es wird mehr als deutlich, an einer weiteren Aufklärung der ganzen Geschichte besteht ( plötzlich !!!!!!) …kein Interesse mehr, ich bin ja kein Notfall …

Ja, irgendwie ist das ist wohl schon richtig…“die Kuh ist erstmal wieder vom Eis“ , ich werde behandelt, man kann sich also zurück lehnen…ist ohnehin alles zu unbequem…und die Angst vor einer unbequemen Patientin kommt dann wohl auch noch dazu…

Am Donnerstag dann der Besuch beim Pneumologen, der sich in der Zwischenzeit aus der Klinik verabschiedet und mit eigener internistischer Praxis niedergelassen hat. Menschlich betrachtet war dieser Besuch zwar (wie erwartet) ein wahrer Segen, aus medizinischer Sicht hat er aber leider weitere Fragen aufgeworfen, die ich dann erstmal wieder unverarbeitet mit nach Hause genommen habe. Die Lunge ist im Ultraschall leicht auffällig, was für weitere Aktivität der Erkrankung spricht. Leukozyten und Erythrozyten im Urin sprechen aus seiner Sicht eher für weitere Aktivität in den Nieren, als für einen Harnwegsinfekt…Urin sollte eigentlich nochmals kontrolliert werden, was wir (beide) dann (vor lauter Lunge) aber leider auch wieder vergessen haben…aber das macht nix, denn Dienstag ist ja eh wieder Termin beim Hausarzt …

So, und was bleibt nun unterm Strich? Wieder einmal nur die Unsicherheit…Mit Sicherheit weiß ich eigentlich nur mal wieder eins, nämlich dass es Sicherheit nicht gibt, dass sich federführend leider nach wie vor auch niemand wirklich zuständig fühlt…dass ich selbst „Herr im Ring“ zu bleiben habe….

Abschließend betrachtet also alles wie immer. Zunächst kommt das Erstarren, eine merkwürdige Euphorie angesichts dessen, dass es „dem Himmel sei Dank“ nur endlich vorbei ist. Innerlich verleugne ich an diesem Punkt für gewöhnlich noch immer, dass eben aller Bemühungen zum Trotz, nicht alles okay ist. Will erstmal nicht wahrhaben, dass die Medizinische Versorgung nach wie vor nicht (ganz) in trockenen Tüchern ist, dass man mich in der Onkologie wieder einmal hat hängen lassen. Die persönliche Kränkung des „im Stich gelassen Werdens“ , der Entwertung die damit einhergeht, will ich erstmal einfach nicht spüren.

Erst etwas später kommt dann die Erkenntnis und damit der „heilende“ Ärger, der mich wieder in die Spur bringt. Der mich wieder mit meiner Kraft in Verbindung bringt und der mich daran erinnert, dass es nun eben wieder einmal gilt selbst die Fürsorge für mich zu übernehmen, freundlich zu mir selbst zu sein, an den Stellen wo es andere eben nicht sind.

Und dann kommt sie endlich auch, die erlösende Trauer. Die Trauer darüber, dass es eine heile Welt in der alle, immer und zu jeder Zeit, das Richtige tun, nun mal einfach nicht gibt. Die Trauer darüber, dass es die Sicherheit die ich mir so sehnlich wünsche (und auf die ich im stillen Kämmerchen eben doch immer noch irgendwie hoffe) eben nun mal nicht gibt…..ja, genau betrachtet bin ich schlussendlich nur mal wieder der Trauer darüber etwas näher gekommen, dass ich eben nicht gesund bin , dass es ein ganz normales Leben (was auch immer das sein mag) für mich eben nicht geben wird …….

Und was sagt mir das alles nun ? Weiter machen wie bisher!!!! Zurück ins Leben, zurück in`s „Hier und Jetzt“…zurück in MEIN Leben, das Beste aus dem machen was noch übrig ist…und das ist schließlich eine ganze Menge!!!!

Und der Farbtupfer der Woche: Mein Besuch bei der Psycho-Onkologin, sie hat sage und schreibe 60 Stunden beantragt und diese auch bewilligt bekommen!!!!! Yes, und das ist gut so!!!!! Denn: Ich erlebe sie als echte Stütze, als Rettungsanker in stürmischer See…… oder vielleicht besser gesagt: als “ Leuchtturm“ der mir hilft mein Boot auch weiterhin unbeschadet durch den tosenden Sturm des Lebens zu navigieren….mich selbst nicht untergehen zu lassen…..!!!!!!

still werden…

eintauchen, loslassen……….

immer wieder so schön!!!!!! Man fügt sich ein in die Natur die einen umgibt, wird für eine Weile ganz still und plötzlich erwacht das Leben um einen herum….

man findet sich wieder in einer völlig anderen Welt, umgeben von lebendiger Schönheit die einem im Alltag vollkommen verborgen bleibt….ich könnte Stunden damit zubringen…..und alles andere dabei vergessen….